Hunt Enduro V3 im TestEnduro-Laufrad mit Kumpel-Status

Adrian Kaether

 · 20.07.2026

Die Hunt Enduro V3 mussten sich bei uns im Dauertest beweisen.
Foto: Georg Grieshaber
Hunt Enduro Wide V3 Mullet im Überblick:

Themen in diesem Artikel

Enduro-Laufräder und Langlebigkeit – das klingt wie ein Widerspruch. Verdellerte Felgen, gerissene Speichen, ausgeschlagene Lager: Am Enduro sind Laufräder Verschleißteile. Hunt verspricht mit den Enduro Wide V3 Laufrädern, genau dieses Problem zu lösen. Wir haben die Mullet-Version einem Dauertest unterzogen und waren überrascht.

​BIKE-Fazit: Musst du nie wieder kaufen

Die Hunt Enduro Wide V3 sind keine Laufräder, die dich mit Superleichtigkeit oder glamourösem Look beeindrucken wollen. Sie sind optisch dezent und machen einfach unauffällig ihren Job. Ein klares Kompliment. Keine Macken, keine Dramen, keine ungeplanten Werkstattbesuche.

Für 699 Euro UVP bekommst manein sorgfältig aufgebautes, alltagstaugliches und zeitgemäßes Enduro-Laufrad mit hochwertigen Lagern und einer top Verarbeitungsqualität. Der Preis ist fair gewählt. Wer einfach biken will und keine Lust auf Ärger hat, wird hier fündig. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik

Technische Daten & Überblick

Bevor wir ins Eingemachte gehen, erstmal das Wichtigste in der Übersicht: Hunt setzt beim V3 konsequent auf Langlebigkeit statt auf Gramm-Fuchserei. Die Lager von Enduro Bearings sollen auch dann noch rund laufen, wenn andere Naben längst unrund rumpeln. Die Innenmaulweite von 30 mm ist zeitgemäß und passt zu modernen 2,4"- bis 2,6"-Reifen. Die versenkten Nippel schützen vor Korrosion und halten die Speichenspannung langfristig stabil.

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Preis (UVP)699 Euro UVP,
Verfügbare Versionen27,5", 29", Mullet (29" VR / 27,5" HR)
Innenmaulweite30 mm
FelgenmaterialAluminium
LagerEnduro-Lager
FreilaufSteckachse, kompatibel mit HG/MS/XD/XDR
Eingriffspunkte60
SpeichenDT Swiss Competition, Edelstahl, 2,0/1,8 mm
NippelAluminium, intern versenkt
Gewicht (Testversion Mullet)2.068 g (eigene Messung)
Felgenhöhe28 mm
Tubeless-readyJa

Erhältlich sind die V3s in drei Varianten: klassisch als 27,5"- oder 29"-Set sowie als Mullet-Kombination – also mit 29"-Vorderrad und 27,5"-Hinterrad. Letzteres ist für moderne Enduro-Bikes mit entsprechender Rahmen-Freigabe gedacht und genau das, was wir uns für unseren Dauertest geschnappt haben.


Unser Testaufbau

Als Teileträger für die Hunt Enduro V3 musste unser Conway Ryvon LT 10.0 herhalten (hier der Dauertest) – ein Performance-orientiertes E-Enduro-Bike mit ab Werk unter 19 Kilo. Bereift haben wir die Hunt-Felgen mit Continental Kryptotal-Reifen (vorne Ultrasoft, hinten DH Casing), aufgezogen tubeless. Diese Kombination sollte zeigen, ob die Laufräder im echten Leben halten, was Hunt auf dem Papier verspricht. Über 1.000 Kilometer und fast 30.000 Höhenmeter sind wir mit diesem Setup gefahren – auf alpinen Trails, steinigen Enduro-Strecken und auch im Bikepark. Kurz: Die Hunt Enduro V3 haben einiges mitgemacht


Fahreindruck: Langweilig gut – und das ist ein Kompliment

Fangen wir mit dem Wichtigsten an: Diese Laufräder haben uns nie im Stich gelassen. Kein einziges Mal. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht – wer schon mal mitten im Nirgendwo eine verbogene Felge oder eine gerissene Speiche hatte, weiß, wovon wir reden.

Steifigkeit & Robustheit

Nach über 1.000 Kilometern, darunter einige unsanfte Landungen und Felstreffer, zeigen die Hunt V3s weder Seiten- noch Höhenschläge. Die Felgen stehen noch genauso gerade wie am ersten Tag. Die Speichenspannung ist nach wie vor top – kein Nachzentrieren nötig. Für eine Alu-Felge in dieser Preisklasse ist das auffallend gut und entspricht dem Versprechen von Hunt.

Rollgefühl & Traktion

Mit den nicht zu steifen Alu-Felgen fühlt sich das Laufrad nie störrisch oder unnötig nervös an. Im Gegenteil: Kombiniert mit den Kryptotal-Reifen erzeugt das Setup eine angenehme Bodenhaftung, die uns in technischen Passagen viel Vertrauen geschenkt hat. Die 30 Millimeter Innenmaulweite sind bewährter Standard und halten den Reifen optimal in Form.

Freilauf & Eingriff

Der Freilauf klingt dezent – kein aggressives Rattern, das im Wald die Tierwelt verjagt, aber auch kein zaghaftes Flüstern. Angenehm unauffällig, genau richtig. Der Eingriffswinkel mit 60 Punkten ist ebenfalls gut getroffen: feinfühlig genug für schnelles Antreten aus dem Kurvenausgang, aber nicht so empfindlich, dass Pedal-Kickback zum dominanten Thema wird. Ein guter Mittelweg.

Das Gewicht – der einzige Wermutstropfen

Ja, 2.068 Gramm sind kein Leichtgewicht. Wer auf der Waage optimieren will, wird anderswo glücklicher. Hunt hat hier bewusst Robustheit über Gewicht gestellt und zielt mit den Enduro V3 eher auf maximale Haltbarkeit. Vergleichbar sind zum Beispiel DT Swiss FR Serie oder die neuen EN 1700, ähnlich teuer, ähnlich schwer und vermutlich ähnlich robust – für die Zielgruppe die genau richtige Entscheidung.


  • Preis: 699 Euro (UVP) - aktuell sogar auf unter 500 Euro reduziert (Juli 2026)
  • Gewicht: 2.068 g (eigene Messung)
  • Stärken: Robustheit, Laufruhe, Preis-Leistung
  • Schwächen: Nicht gerade leicht

Getestet auf: Conway Ryvon LT 10.0 | Reifen: Continental Kryptotal | Testlänge: Gute 1.000 km

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Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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