Test Fox 38Ist die Fox 38 Factory Benchmark im Enduro-Segment?

Laurin Lehner

 · 30.07.2026

BIKE Testsieger
Test Fox 38: Ist die Fox 38 Factory Benchmark im Enduro-Segment?Foto: Georg Grieshaber
Auf die Seite gelegt. Die Fox 38 als Topmodell “Factory” mit Kashima beschichteten Standrohren.

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Die Fox 38 kommt zum Einsatz, wenn's hart zur Sache geht – die Enduro-Gabel ist schließlich für grobes Geläuf konzipiert. Wir haben die 170-Millimeter-Gabel für euch über die Trails geprügelt.

Themen in diesem Artikel

Die beiden Flaggschiffe Fox und RockShox haben im selben Winter ihre Enduro-Gabeln neu aufgelegt. Die Rivalen kämpfen seit Jahren um die Gunst der Biker und Bikerinnen. Wir sind die Fox 38 in einem Mondraker Foxy auf unseren Teststrecken im Bikepark Geißkopf so lange gefahren, bis wir ein endgültiges Bild von der Gabel hatten.

Relaunch der Fox 38 - das ist neu

Bei der 38 fallen die äußerlichen Änderungen dezent aus. Wie die Fox 40 und die 36 erhält nun auch die Fox 38 eine durchbrochene Gabelbrücke. Außerdem haben die Kalifornier die Entlüftungsventile auf der Rückseite der Gabel überarbeitet. Im Inneren wurde jedoch deutlich mehr Hand angelegt. Fox verabschiedet sich von der bisherigen Rohr-in-Rohr-Konstruktion der Luftfeder und setzt stattdessen auf die sogenannte GlideCore-Luftfeder, die wir bereits von der Podium und der 36 kennen.

Ihr Alleinstellungsmerkmal: Die Luftfeder ist im Gabelinneren schwimmend gelagert. Dadurch sind Standrohr und Luftschaft entkoppelt, was dem Kolben erlaubt, sich bei Verwindungen freier zu bewegen. Das Ergebnis: weniger Reibung. Das größere Luftvolumen soll zudem eine linearere Kennlinie erzeugen – allerdings nicht ganz so extrem wie bei Rokshox. Dennoch soll die neue 38 den Federweg effektiver nutzen. Doch damit nicht genug: Durch den optimierten Ölfluss in der GripX2-Dämpfungseinheit rückt der Verstellbereich von straff etwas weiter in Richtung fluffig. Der Hintergedanke: mehr Komfort.

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KashimaFoto: Georg GrieshaberKashima

Test: Die Fox 38 Factory im Praxis-Test

Erstmal einstellen, dann fahren.

Das Setup – kompliziert, aber präzise:

Hier bleibt vieles beim Alten. Die High und Lowspeed-Druckstufe lässt sich sauber definiert klicken. Allerdings: Statt 8 beziehungsweise 18 Klicks hätte auch die Hälfte gereicht – für einen spürbareren Effekt pro Klick. Das Gleiche gilt für den Rebound. Anders als beim Konkurrenten ZEB gibt es hier eine High- und eine Lowspeed-Zugstufe. Klingt nach Profi-Setup, macht die Abstimmung in der Praxis aber eher kompliziert. In unseren Augen ist das überflüssig. Ein Aufkleber am Gabelholm gibt Empfehlungen – auch für den Luftdruck. Wir kamen mit rund 10 PSI weniger deutlich besser zurecht. Wie immer gilt: Die Herstellerangaben sind ein Anfang, nicht das Ende der Abstimmungsarbeit.

Abfahrt: samtig und souverän

Die Fox 38 rollt den roten Teppich aus und spricht an wie warme Butter auf Toast – samtig, sahnig, geschmeidig. Sie pariert selbst kleine Schläge gekonnt. Genau das macht sie besser als ihren Vorgänger und beseitigt damit dessen größte Schwäche.

Selbst im groben Geläuf behält die 38 stets die Kontrolle. Sie erzeugt massig Grip und puffert Schläge gekonnt – das schont die Handgelenke. Harte Landungen nach Drops? Kein Problem! Auch ohne ABO (Adjustable Bottom Out) hält die 38 dank ihrer angenehmen Endprogression Durchschlägen stand – weniger Kraftspitzen, mehr Komfort. Das Bike bleibt auf Linie, der Fahrer entspannt. Die 38 wirkt angenehm steif. Die Fox 38 Factory ist und bleibt Benchmark - allerdings zusammen mit der RockShox ZEB. Wir sind beide Gabeln gefahren. Unterschiede gibt es zwar, sie betreffen aber eher den Charakter als die reine Performance.

FAZIT:

In unserem Test überzeugte die Fox 38 Factory mit viel Potenz, Sensibilität und Traktion – und setzt dank Komfort-Plus Maßstäbe. Kurzum: Mit dieser Gabel kannst du nichts falsch machen. BIKE-Note: 1,3.

Kurz & Knapp

  • Einstellmöglichkeiten: Luftdruck, High- und Lowspeed Druck- und Zugstufe, Volumespacer
  • Max. Ø Disc / Gewichtslimit 220 mm / k. A.
  • Standrohr Ø 38 mm
  • Verfügbarer Federweg 160, 170, 180 mm
  • Gewicht 2447 Gramm
  • Einbaulänge 590 mm
  • Verdreh-/Bremssteifigkeit 30,6 Nm/° / 294,6 Nm/°
  • Preis: 1499 Euro >> hier erhältlich
​Die neue, größere Luftfeder soll die Gabel linearer machen. Wer will, kann dann immer noch mit Spacern arbeiten, um die Kennlinie anzupassen.Foto: Georg Grieshaber​Die neue, größere Luftfeder soll die Gabel linearer machen. Wer will, kann dann immer noch mit Spacern arbeiten, um die Kennlinie anzupassen.

SO TESTET BIKE

Labor: Beide Federgabeln wurden von unserem Testlabor geprüft. Neben dem Wiegen standen auch Steifigkeitsmessungen auf dem Programm.

Praxis: Für eine maximale Vergleichbarkeit haben wir beide Gabeln direkt auf identischen Testbikes, also Mondraker Foxy, geprüft. Im Bikepark Geisskopf fuhren wir sie auf unterschiedlichen Strecken. Beim Setup orientierten wir uns zunächst an den Herstellerempfehlungen und näherten uns dann Schritt für Schritt dem optimalen Setting an.

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Laurin Lehner

Laurin Lehner

Redakteur

Der gebürtige Südbadener Laurin Lehner ist laut eigenen Angaben ein lausiger Racer. Vielleicht fasziniert ihn deshalb kreatives, verspieltes Biken. Für ihn zählt nicht, wie schnell man von A nach B kommt, sondern was dazwischen passiert. Lehner schreibt Reportagen, interviewt Szene-Größen und testet Produkte und Bikes - am liebsten welche mit viel Federweg.

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