
In diesem Artikel verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Bei jedem Einkauf über diese Links erhalten wir eine Provision vom Händler. Alle vermittlungsrelevanten Links sind mit gekennzeichnet. Mehr erfahren.
Die beiden Flaggschiffe Fox und RockShox haben im selben Winter ihre Enduro-Gabeln neu aufgelegt. Die Rivalen kämpfen seit Jahren um die Gunst der Biker und Bikerinnen. Wir sind die Fox 38 in einem Mondraker Foxy auf unseren Teststrecken im Bikepark Geißkopf so lange gefahren, bis wir ein endgültiges Bild von der Gabel hatten.
Bei der 38 fallen die äußerlichen Änderungen dezent aus. Wie die Fox 40 und die 36 erhält nun auch die Fox 38 eine durchbrochene Gabelbrücke. Außerdem haben die Kalifornier die Entlüftungsventile auf der Rückseite der Gabel überarbeitet. Im Inneren wurde jedoch deutlich mehr Hand angelegt. Fox verabschiedet sich von der bisherigen Rohr-in-Rohr-Konstruktion der Luftfeder und setzt stattdessen auf die sogenannte GlideCore-Luftfeder, die wir bereits von der Podium und der 36 kennen.
Ihr Alleinstellungsmerkmal: Die Luftfeder ist im Gabelinneren schwimmend gelagert. Dadurch sind Standrohr und Luftschaft entkoppelt, was dem Kolben erlaubt, sich bei Verwindungen freier zu bewegen. Das Ergebnis: weniger Reibung. Das größere Luftvolumen soll zudem eine linearere Kennlinie erzeugen – allerdings nicht ganz so extrem wie bei Rokshox. Dennoch soll die neue 38 den Federweg effektiver nutzen. Doch damit nicht genug: Durch den optimierten Ölfluss in der GripX2-Dämpfungseinheit rückt der Verstellbereich von straff etwas weiter in Richtung fluffig. Der Hintergedanke: mehr Komfort.
Erstmal einstellen, dann fahren.
Hier bleibt vieles beim Alten. Die High und Lowspeed-Druckstufe lässt sich sauber definiert klicken. Allerdings: Statt 8 beziehungsweise 18 Klicks hätte auch die Hälfte gereicht – für einen spürbareren Effekt pro Klick. Das Gleiche gilt für den Rebound. Anders als beim Konkurrenten ZEB gibt es hier eine High- und eine Lowspeed-Zugstufe. Klingt nach Profi-Setup, macht die Abstimmung in der Praxis aber eher kompliziert. In unseren Augen ist das überflüssig. Ein Aufkleber am Gabelholm gibt Empfehlungen – auch für den Luftdruck. Wir kamen mit rund 10 PSI weniger deutlich besser zurecht. Wie immer gilt: Die Herstellerangaben sind ein Anfang, nicht das Ende der Abstimmungsarbeit.
Die Fox 38 rollt den roten Teppich aus und spricht an wie warme Butter auf Toast – samtig, sahnig, geschmeidig. Sie pariert selbst kleine Schläge gekonnt. Genau das macht sie besser als ihren Vorgänger und beseitigt damit dessen größte Schwäche.
Selbst im groben Geläuf behält die 38 stets die Kontrolle. Sie erzeugt massig Grip und puffert Schläge gekonnt – das schont die Handgelenke. Harte Landungen nach Drops? Kein Problem! Auch ohne ABO (Adjustable Bottom Out) hält die 38 dank ihrer angenehmen Endprogression Durchschlägen stand – weniger Kraftspitzen, mehr Komfort. Das Bike bleibt auf Linie, der Fahrer entspannt. Die 38 wirkt angenehm steif. Die Fox 38 Factory ist und bleibt Benchmark - allerdings zusammen mit der RockShox ZEB. Wir sind beide Gabeln gefahren. Unterschiede gibt es zwar, sie betreffen aber eher den Charakter als die reine Performance.
In unserem Test überzeugte die Fox 38 Factory mit viel Potenz, Sensibilität und Traktion – und setzt dank Komfort-Plus Maßstäbe. Kurzum: Mit dieser Gabel kannst du nichts falsch machen. BIKE-Note: 1,3.
Labor: Beide Federgabeln wurden von unserem Testlabor geprüft. Neben dem Wiegen standen auch Steifigkeitsmessungen auf dem Programm.
Praxis: Für eine maximale Vergleichbarkeit haben wir beide Gabeln direkt auf identischen Testbikes, also Mondraker Foxy, geprüft. Im Bikepark Geisskopf fuhren wir sie auf unterschiedlichen Strecken. Beim Setup orientierten wir uns zunächst an den Herstellerempfehlungen und näherten uns dann Schritt für Schritt dem optimalen Setting an.

Redakteur
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.