Neu für 2021Lefty mit mehr Hub

Adrian Kaether

 · 18.02.2021

Neu für 2021: Lefty mit mehr HubFoto: pango visual
Neu für 2021: Lefty mit mehr Hub
Downcountry ist im Trend. Cannondale stellt daher die Lefty-Ocho-Gabel erstmals in einer Version mit 120 Millimetern Federweg vor. Außerdem: ein neues Scalpel SE.

Bei Cannondale schwimmt man gerne auch gegen den Strom. Mit dem Headshok-System erregten die Amerikaner ab Anfang der Neunziger Aufsehen, die später eingeführte Lefty ist vielleicht die einzige wirklich erfolgreiche Upside-Down-Federgabel am Markt.

Mit der Lefty Ocho, vorgstellt 2017, begrenzte Cannondale den Federweg auf 100 Millimeter, sparte aber die Doppelbrückenkonstruktion zugunsten eines konkurrenzfähigeren Gewichts ein. Eine Lefty mit mehr Federweg würde es nicht mehr geben, so hieß es damals von Seiten der Entwickler.

  Echte Konkurrenz für die Rockshox SID 120 und die Fox 34 SC in der 120er-Klasse: die neue Lefty Ocho.Foto: pango visual Echte Konkurrenz für die Rockshox SID 120 und die Fox 34 SC in der 120er-Klasse: die neue Lefty Ocho.  Um die 120er-Lefty zu blockieren, muss man zur Gabel greifen. Eine Lenkerfernbedienung lässt sich nachrüsten.Foto: pango visual Um die 120er-Lefty zu blockieren, muss man zur Gabel greifen. Eine Lenkerfernbedienung lässt sich nachrüsten.  Das Luftventil sitzt an der Lefty Ocho seitlich unten, der Carbon-Protektor schützt das Standrohr.Foto: pango visual Das Luftventil sitzt an der Lefty Ocho seitlich unten, der Carbon-Protektor schützt das Standrohr.

Lefty 120: Neu mit mehr Federweg

Nun steht dennoch die Lefty 120 in den Startlöchern. Eine Lefty Ocho, die weiterhin ohne Doppelbrücke auskommt, aber 110 oder 120 Millimeter Federweg bietet. Das Tüfteln an einer längeren Lefty-Gabel sei durch die Entwicklung abfahrtslastiger Cross-Country-Bikes wie dem Cannondale Scalpel SE befeuert worden. Deswegen sei man davon abgerückt, die Lefty nur mit 100 Millimetern anzubieten, hieß es jetzt von Cannondale auf Nachfrage.

  Die Lefty 120: 1550 Gramm leicht, aber im Zubehörmarkt auch teuer. 1599 Euro sind für die neue Carbon-Trailgabel fällig.Foto: Cannondale Die Lefty 120: 1550 Gramm leicht, aber im Zubehörmarkt auch teuer. 1599 Euro sind für die neue Carbon-Trailgabel fällig.

Um trotz des verlängerten Federwegs genügend Steifigkeit zu gewährleisten, haben die Cannondale-Ingenieure Teile der Lefty Ocho überarbeitet. Die neue Konstruktion soll durch den Einsatz von etwas mehr Material auch ohne Doppelbrücke steif genug sein und dennoch leicht bleiben.

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In insgesamt 13 Bauteilen unterscheiden sich die beiden Gabeln voneinander. Das Gewicht bleibt weiterhin eindrucksvoll: 1550 Gramm soll die Lefty 120 laut Hersteller in der zunächst verfügbaren Carbon-Version wiegen. Damit wäre sie nur gut 100 Gramm schwerer als die klassische Lefty Ocho und rangiert dann etwa auf dem Niveau der ebenfalls sehr leichten 120er-Federgabeln Rockshox Sid 120 oder DT Swiss 232 One 120.

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  Durch Nadellager anstelle der zweiten Gleitbuchse spricht die Lefty-Gabel butterweich auf kleine Schläge an. Das dürfte auch bei der 120-mm-Variante nicht anders sein.Foto: pango visual Durch Nadellager anstelle der zweiten Gleitbuchse spricht die Lefty-Gabel butterweich auf kleine Schläge an. Das dürfte auch bei der 120-mm-Variante nicht anders sein.

Zunächst nur in Carbon: Eckdaten und Preise der neuen Lefty

Die weiteren Eckdaten: 50 Millimeter Offset, Bremsscheibenfreigabe bis 200 Millimeter (160-Millimeter-Mount). Auf die spezielle Achse passt die schon von der Lefty Ocho bekannte Lefty-60-Nabe.

Dass Cannondale in der Serie auf einen Lockout an der Gabel statt einer Lenkerferbedienung setzt, finden wir angesichts des hohen Preises etwas schwach. Die Fernbedienung kann jedoch nachgerüstet werden.

Ab Juli 2021 wird die neue Lefty im Zubehörmarkt verfügbar sein. Vorerst gibt es jedoch nur die Carbon-Version, die mit einem Preis von 1599 Euro zu Buche schlägt. Dass später eine günstigere Alu-Version folgen wird, ist wahrscheinlich, jedoch bislang noch nicht bestätigt.

  Das neue Cannondale Scalpel SE LTD Lefty markiert das obere Ende der europäischen Produktpalette und kostet 8399 Euro. Es ist das erste Serienbike mit der neuen Lefty Ocho 120.Foto: pango visual Das neue Cannondale Scalpel SE LTD Lefty markiert das obere Ende der europäischen Produktpalette und kostet 8399 Euro. Es ist das erste Serienbike mit der neuen Lefty Ocho 120.  Unter dem Flaschenhalter sitzt bei der teuersten Scalpel-SE-Version ab Werk das Stash-Kit, bestehend aus Fabric-Minitool und Tubeless-Flicken von Dynaplug.Foto: Cannondale Unter dem Flaschenhalter sitzt bei der teuersten Scalpel-SE-Version ab Werk das Stash-Kit, bestehend aus Fabric-Minitool und Tubeless-Flicken von Dynaplug.

Highend-Sporttourer: Scalpel SE LTD Lefty

Die neue Lefty 120 wird außerdem im frisch vorgestellten Topmodell der Scalpel-SE-Reihe zum Einsatz kommen. Das Scalpel SE LTD Lefty ergänzt die Produktpalette von Cannondales aggressiven Cross-Country-Bikes nach oben und rollt mit Carbon-Laufrädern, Sram-X01-Eagle-Ausstattung und Sram-Level-TLM-Bremsen auf die Trails. Die Ausstattung bewegt sich damit zwar eindeutig im Highend-Bereich, trotz des Preises von 8399 Euro wäre aber mit Level-Ultimate-Carbon-Bremsen oder XX1-Komponenten eindeutig noch Luft nach oben.

  Gehört zu den besten leichten Trailbikes am Markt: das Cannondale Scalpel SE. Das bestätigte das <a href="https://www.bike-magazin.de/mountainbikes/trailbikes/test-cannondale-scalpel-se" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Bike mit einem Testsieg und einem BIKE-Tipp 2020</a> . Ende Januar 2021 hat Cannondale die Preise erhöht, was die Scalpel-SE-Modelle nochmals teurer macht.Foto: pango visual Gehört zu den besten leichten Trailbikes am Markt: das Cannondale Scalpel SE. Das bestätigte das Bike mit einem Testsieg und einem BIKE-Tipp 2020 . Ende Januar 2021 hat Cannondale die Preise erhöht, was die Scalpel-SE-Modelle nochmals teurer macht.

Alle Infos zur neuen Lefty und dem Scalpel SE LTD Lefty findet ihr auf der Website von Cannondale.

Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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