Neue Farbe (zurück zum altehrwürdigen SID-Blau), neuer Name (Top-Version: jetzt Ultimate statt Worldcup) und neue Technikfinessen. Letztere werden in der Pressemitteilung wortreich beschrieben. Neues Öl, neue Abstreifringe, ein neuer Zugstufendichtring. Man liest das und spürt die Verzweiflung der Ingenieure: Was, verdammt noch mal, lässt sich an dieser Gabel noch verbessern? An der SID, die Cross-Country-Weltmeister Nino Schurter von Sieg zu Sieg trägt und der im letzten BIKE-Federgabeltest (6/2018) die Note Super gelang. Im Labortest offenbart sich dann auch, dass das Tamtam um die technischen Neuheiten mehr eine PR-Fanfare ist, die kaschieren soll, wie klein der Evolutionssprung vom Vorgänger zum neuen Modell ausgefallen ist. Gewicht, Federkennlinie, Verdrehsteifigkeit: alles nahezu identisch mit der vorangegangenen SID. Spürt man im Gelände einen Unterschied?
Beim BIKE-Marathon in Riva musste sich die Gabel unter Hardcore-Bedingungen beweisen. Die Ronda Extrema mit 89 Kilometern und 3933 Höhenmetern forderte die SID aufgrund von Matsch, Nässe und Dauergeholpere voll heraus. Wie ein Messer in warme Butter, so glitten die Stand- in die Tauchrohre. Das Losbrechmoment war angenehm niedrig. Die SID hielt die Fahrbahnstöße souverän vom Fahrer fern, während die letzten Millimeter Federweg nur bei wirklich harten Schlägen bereitgestellt wurden. Die Steifigkeit? Auf gutem Niveau. Eine top Race-Gabel. Wie die Vorgänger-SID auch.
PLUS Gewicht; Ansprechverhalten; lineare Federkennlinie mit spät einsetzender Progression für viel Komfort; Verarbeitung
MINUS Kein Schnellspannhebel
Gewicht 1465 Gramm (ohne Lockout-Hebel)
Federweg 102 mm
Preis 1200 Euro inkl. Twistloc
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