Nicht jeder braucht am Lenker einen Radcomputer für die nächste Bestzeit. Mit der Explore-Serie spricht Garmin vor allem Radfahrende an, die Routen entdecken und unterwegs zuverlässig navigieren möchten. Die jetzt vorgestellten Modelle Garmin Edge Explore 3 und Edge Explore 3 Plus bleiben diesem Ansatz treu, erweitern ihn aber um zusätzliche Routenoptionen und Trainingsfunktionen. Die Angaben zu den neuen Geräten beruhen auf der vorliegenden Garmin-Produktmitteilung.
Die Explore-Serie bleibt auf Tourennavigation ausgerichtet. Der Garmin Edge Explore 3 erweitert die Möglichkeiten bei Routenauswahl und Training, der Explore 3 Plus ergänzt die Bedienung per Sprache. Wer bereits einen Explore 2 besitzt, sollte deshalb nicht allein die lange Funktionsliste betrachten: Karten, Touchbedienung und grundlegende Sicherheitsfunktionen waren schon beim Vorgänger vorhanden. Das vom Edge 1050 bekannte, neue LCD Liquid Crystal Display ist in der Praxis leider nicht so viel besser, die verdoppelte Akku-Laufzeit von 48 Stunden im Energiesparmodus schon.
Entscheidend für einen Wechsel dürften die neuen Routenpräferenzen und beim Plus-Modell der Nutzen von Mikrofon und Lautsprecher sein. Ob daraus im Tourenalltag ein spürbarer Fortschritt entsteht, lässt sich erst nach einem Praxistest beurteilen.
Der direkte Vorgänger ist der Garmin Edge Explore 2, den BIKE bereits zur Eurobike 2022 vorgestellt hat. Schon damals standen einfache Bedienung und Tourennavigation im Mittelpunkt. Wie der BIKE-Bericht zum Garmin Edge Explore 2 zeigt, gehörten ein 3-Zoll-Touchscreen, vorinstallierte Karten, Unfallbenachrichtigung und E-Bike-Funktionen bereits zum Konzept. Nicht jede Funktion der dritten Generation ist also grundsätzlich neu.
Die aktuelle Generation setzt vor allem bei der Routenauswahl und Vernetzung an. Hinzu kommen Trainingspläne für Einsteigende. Beim Explore 3 Plus sind Lautsprecher und Mikrofon der wesentliche Unterschied zum Basismodell: Sie ermöglichen unter anderem Sprachsteuerung und die Ausgabe gesprochener Hinweise.
Im BIKE-Test des Garmin Edge Explore 2 überzeugten besonders die einfache Bedienung, der schnelle Touchscreen und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Kritik gab es unter anderem am Gewicht und an der damals noch begrenzten App-Auswahl. Ob die dritte Generation im Tourenalltag ähnlich zugänglich bleibt, muss ein neuer Test klären.
Auch preislich verschiebt sich die Serie. Der Explore 2 startete laut damaligem BIKE-Bericht bei 299,99 Euro. Für den Explore 3 nennt Garmin jetzt 399,99 Euro, für den Explore 3 Plus 499,99 Euro. Der Einstieg liegt damit 100 Euro über der damaligen Basisversion.
Beide neuen Modelle besitzen ein 3-Zoll-LCD-Touchdisplay. Darauf erscheinen fahrradspezifische Karten, Abbiegehinweise und Fahrdaten. Bei der Streckenplanung lassen sich laut Garmin unterschiedliche Vorschläge anhand von Fahrzeit, Höhenmetern und Fahrradtyp vergleichen.
Zusätzliche Routingpräferenzen sollen die Auswahl genauer an den eigenen Fahrstil anpassen. Neben schnellen oder beliebten Strecken lassen sich beispielsweise Verbindungen mit weniger Höhenmetern bevorzugen. Eine weitere Einstellung berücksichtigt möglichst wenige Stopps und Kreuzungen. Gerade auf längeren Touren könnte das helfen, einen gleichmäßigeren Rhythmus zu finden. Wie gut diese Auswahl auf realen Strecken funktioniert, muss allerdings ein Test zeigen.
Die Funktion „Up Ahead“ zeigt ausgewählte Ziele entlang der Route an, etwa Cafés oder Toiletten. Über „Pin Drop Navigation“ lassen sich außerdem Ziele aus Google Maps oder Apple Maps vom kompatiblen Smartphone an den Edge übertragen. Das Gerät berechnet anschließend eine fahrradspezifische Route dorthin.
Hinweise aus der Garmin-Community sollen - wie bei den anderen Navi-Serien - auf Gefahrenstellen wie Schlaglöcher oder Straßensperrungen aufmerksam machen. Eigene Beobachtungen können ebenfalls geteilt werden. Solche Meldungen ergänzen die Orientierung, ersetzen aber nicht die Aufmerksamkeit für die tatsächliche Situation auf dem Weg.
Wer während der Fahrt seltener auf den Bildschirm tippen möchte, findet im Garmin Edge Explore 3 Plus die umfangreichere Ausstattung. Über das eingebaute Mikrofon sollen sich beispielsweise Routen anfordern, Fahrdaten abfragen, Gefahren melden oder Bildschirmansichten wechseln lassen.
Der Lautsprecher gibt Navigations- und Trainingshinweise sowie Fahrdaten wieder. Zusammen mit der Garmin Messenger App ermöglicht die Ausstattung außerdem den Austausch von Sprachnachrichten. Die digitale Klingelfunktion nutzt ebenfalls den Lautsprecher, um andere Verkehrsteilnehmende auf sich aufmerksam zu machen.
Eine ähnliche Ausrichtung auf Sprachfunktionen zeigt Garmin auch bei seinem deutlich sportlicher positionierten Spitzenmodell. Welche zusätzlichen Funktionen dort vorgesehen sind, beschreibt die aktuelle BIKE-Vorstellung des Garmin Edge 1060. Für Tourenfahrende bleibt beim Explore vor allem die Frage, ob die Sprachbedienung den Aufpreis von 100 Euro gegenüber dem Basismodell rechtfertigt.
Trotz des Navigationsschwerpunkts baut Garmin das Trainingsangebot aus. Kostenlose Garmin-Cycling-Coach-Pläne sollen speziell Einsteigende beim Fitnessaufbau unterstützen. In Verbindung mit einer kompatiblen Garmin-Smartwatch oder einem Herzfrequenzsensor sollen sich die geführten Einheiten unter anderem an Leistungsniveau und Regeneration anpassen.
Nach einmaliger Kopplung können sich kompatible Garmin-Smartwatches beim Einschalten automatisch mit dem Edge verbinden und die am Handgelenk gemessene Herzfrequenz übertragen.
Für E-Bike-Touren nennt Garmin die Unterstützung kompatibler Systeme, darunter das Bosch Smart System und Systeme mit ANT+. Je nach Kombination lassen sich etwa Akkustand und Unterstützungsstufe auf dem Display anzeigen. Die konkrete Kompatibilität mit dem eigenen Antrieb sollte vor dem Kauf geprüft werden.
Zum Funktionsumfang gehören LiveTrack zur Standortfreigabe, automatische Unfallbenachrichtigungen, Wetterwarnungen und die Anbindung kompatibler Varia-Radar- und Beleuchtungssysteme. Wichtig ist die Abgrenzung: Die vernetzten Funktionen stehen nicht uneingeschränkt ohne Smartphone zur Verfügung. Für LiveTrack und Unfallbenachrichtigungen sind ein gekoppeltes kompatibles Smartphone, die Garmin Connect App und eine Datenverbindung erforderlich.
Gegenüber dem Vorgänger ist das Gewicht gestiegen: Der Garmin Edge Explore 3 wiegt 114 Gramm, der Edge Explore 3 Plus mit Lautsprecher und Mikrofon kommt auf 122 Gramm. Für die Geräte sind außerdem Schutzhüllen in acht verschiedenen Farben erhältlich.
Beim Akku nennt Garmin für das Basismodell die längere Laufzeit bei intensiver Nutzung. Die Plus-Ausstattung geht laut Hersteller mit zwei Stunden weniger einher. Im Energiesparmodus sollen beide Geräte bis zu 48 Stunden erreichen. Es handelt sich um Herstellerangaben, nicht um gemessene BIKE-Testwerte.
| Merkmal | Edge Explore 3 | Edge Explore 3 Plus |
| Display | 3-Zoll-LCD-Touchscreen | 3-Zoll-LCD-Touchscreen |
| Gewicht | 114 Gramm | 122 Gramm |
| Lautsprecher und Mikrofon | Nein | Ja |
| Sprachsteuerung | Nein | Ja |
| Akkulaufzeit bei intensiver Nutzung, laut Garmin | Bis zu 16 Stunden | Bis zu 14 Stunden |
| Akkulaufzeit im Energiesparmodus, laut Garmin | Bis zu 48 Stunden | Bis zu 48 Stunden |
| Unverbindliche Preisempfehlung | 399,99 Euro | 499,99 Euro |

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