Garmin Edge Explore 3Touren-Navi jetzt auch mit Sprachsteuerung

Marc Strucken

 · 21.10.2026

Garmin Edge Explore 3
Foto: Garmin
Garmin erneuert seine auf Navigation ausgerichtete Explore-Serie: Der Edge Explore 3 und der Edge Explore 3 Plus sollen Tourenplanung und Orientierung vereinfachen. Das Plus-Modell erhält Lautsprecher und Mikrofon. Gegenüber dem Explore 2 steigen allerdings auch die Einstiegspreise deutlich.

Themen in diesem Artikel

​Nicht jeder braucht am Lenker einen Radcomputer für die nächste Bestzeit. Mit der Explore-Serie spricht Garmin vor allem Radfahrende an, die Routen entdecken und unterwegs zuverlässig navigieren möchten. Die jetzt vorgestellten Modelle Garmin Edge Explore 3 und Edge Explore 3 Plus bleiben diesem Ansatz treu, erweitern ihn aber um zusätzliche Routenoptionen und Trainingsfunktionen. Die Angaben zu den neuen Geräten beruhen auf der vorliegenden Garmin-Produktmitteilung.

Einordnung: Mehr Bedienkomfort, höherer Einstiegspreis

Die Explore-Serie bleibt auf Tourennavigation ausgerichtet. Der Garmin Edge Explore 3 erweitert die Möglichkeiten bei Routenauswahl und Training, der Explore 3 Plus ergänzt die Bedienung per Sprache. Wer bereits einen Explore 2 besitzt, sollte deshalb nicht allein die lange Funktionsliste betrachten: Karten, Touchbedienung und grundlegende Sicherheitsfunktionen waren schon beim Vorgänger vorhanden. Das vom Edge 1050 bekannte, neue LCD Liquid Crystal Display ist in der Praxis leider nicht so viel besser, die verdoppelte Akku-Laufzeit von 48 Stunden im Energiesparmodus schon.

Entscheidend für einen Wechsel dürften die neuen Routenpräferenzen und beim Plus-Modell der Nutzen von Mikrofon und Lautsprecher sein. Ob daraus im Tourenalltag ein spürbarer Fortschritt entsteht, lässt sich erst nach einem Praxistest beurteilen.

Was ändert sich gegenüber dem Edge Explore 2?

Der direkte Vorgänger ist der Garmin Edge Explore 2, den BIKE bereits zur Eurobike 2022 vorgestellt hat. Schon damals standen einfache Bedienung und Tourennavigation im Mittelpunkt. Wie der BIKE-Bericht zum Garmin Edge Explore 2 zeigt, gehörten ein 3-Zoll-Touchscreen, vorinstallierte Karten, Unfallbenachrichtigung und E-Bike-Funktionen bereits zum Konzept. Nicht jede Funktion der dritten Generation ist also grundsätzlich neu.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Die aktuelle Generation setzt vor allem bei der Routenauswahl und Vernetzung an. Hinzu kommen Trainingspläne für Einsteigende. Beim Explore 3 Plus sind Lautsprecher und Mikrofon der wesentliche Unterschied zum Basismodell: Sie ermöglichen unter anderem Sprachsteuerung und die Ausgabe gesprochener Hinweise.

Im BIKE-Test des Garmin Edge Explore 2 überzeugten besonders die einfache Bedienung, der schnelle Touchscreen und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Kritik gab es unter anderem am Gewicht und an der damals noch begrenzten App-Auswahl. Ob die dritte Generation im Tourenalltag ähnlich zugänglich bleibt, muss ein neuer Test klären.

Auch preislich verschiebt sich die Serie. Der Explore 2 startete laut damaligem BIKE-Bericht bei 299,99 Euro. Für den Explore 3 nennt Garmin jetzt 399,99 Euro, für den Explore 3 Plus 499,99 Euro. Der Einstieg liegt damit 100 Euro über der damaligen Basisversion.

Garmin Edge Explore 3Foto: GarminGarmin Edge Explore 3

Mehr Auswahl bei der Routenplanung

Beide neuen Modelle besitzen ein 3-Zoll-LCD-Touchdisplay. Darauf erscheinen fahrradspezifische Karten, Abbiegehinweise und Fahrdaten. Bei der Streckenplanung lassen sich laut Garmin unterschiedliche Vorschläge anhand von Fahrzeit, Höhenmetern und Fahrradtyp vergleichen.

Zusätzliche Routingpräferenzen sollen die Auswahl genauer an den eigenen Fahrstil anpassen. Neben schnellen oder beliebten Strecken lassen sich beispielsweise Verbindungen mit weniger Höhenmetern bevorzugen. Eine weitere Einstellung berücksichtigt möglichst wenige Stopps und Kreuzungen. Gerade auf längeren Touren könnte das helfen, einen gleichmäßigeren Rhythmus zu finden. Wie gut diese Auswahl auf realen Strecken funktioniert, muss allerdings ein Test zeigen.

Die Funktion „Up Ahead“ zeigt ausgewählte Ziele entlang der Route an, etwa Cafés oder Toiletten. Über „Pin Drop Navigation“ lassen sich außerdem Ziele aus Google Maps oder Apple Maps vom kompatiblen Smartphone an den Edge übertragen. Das Gerät berechnet anschließend eine fahrradspezifische Route dorthin.

Hinweise aus der Garmin-Community sollen - wie bei den anderen Navi-Serien - auf Gefahrenstellen wie Schlaglöcher oder Straßensperrungen aufmerksam machen. Eigene Beobachtungen können ebenfalls geteilt werden. Solche Meldungen ergänzen die Orientierung, ersetzen aber nicht die Aufmerksamkeit für die tatsächliche Situation auf dem Weg.

Explore 3 Plus: Sprachsteuerung statt Griff zum Display

Wer während der Fahrt seltener auf den Bildschirm tippen möchte, findet im Garmin Edge Explore 3 Plus die umfangreichere Ausstattung. Über das eingebaute Mikrofon sollen sich beispielsweise Routen anfordern, Fahrdaten abfragen, Gefahren melden oder Bildschirmansichten wechseln lassen.

Der Lautsprecher gibt Navigations- und Trainingshinweise sowie Fahrdaten wieder. Zusammen mit der Garmin Messenger App ermöglicht die Ausstattung außerdem den Austausch von Sprachnachrichten. Die digitale Klingelfunktion nutzt ebenfalls den Lautsprecher, um andere Verkehrsteilnehmende auf sich aufmerksam zu machen.

Eine ähnliche Ausrichtung auf Sprachfunktionen zeigt Garmin auch bei seinem deutlich sportlicher positionierten Spitzenmodell. Welche zusätzlichen Funktionen dort vorgesehen sind, beschreibt die aktuelle BIKE-Vorstellung des Garmin Edge 1060. Für Tourenfahrende bleibt beim Explore vor allem die Frage, ob die Sprachbedienung den Aufpreis von 100 Euro gegenüber dem Basismodell rechtfertigt.

Trainingshilfe und Verbindung zum E-Bike

Trotz des Navigationsschwerpunkts baut Garmin das Trainingsangebot aus. Kostenlose Garmin-Cycling-Coach-Pläne sollen speziell Einsteigende beim Fitnessaufbau unterstützen. In Verbindung mit einer kompatiblen Garmin-Smartwatch oder einem Herzfrequenzsensor sollen sich die geführten Einheiten unter anderem an Leistungsniveau und Regeneration anpassen.

Nach einmaliger Kopplung können sich kompatible Garmin-Smartwatches beim Einschalten automatisch mit dem Edge verbinden und die am Handgelenk gemessene Herzfrequenz übertragen.

Für E-Bike-Touren nennt Garmin die Unterstützung kompatibler Systeme, darunter das Bosch Smart System und Systeme mit ANT+. Je nach Kombination lassen sich etwa Akkustand und Unterstützungsstufe auf dem Display anzeigen. Die konkrete Kompatibilität mit dem eigenen Antrieb sollte vor dem Kauf geprüft werden.

Garmin Edge Explore 3Foto: GarminGarmin Edge Explore 3

Sicherheitsfunktionen mit Voraussetzungen

Zum Funktionsumfang gehören LiveTrack zur Standortfreigabe, automatische Unfallbenachrichtigungen, Wetterwarnungen und die Anbindung kompatibler Varia-Radar- und Beleuchtungssysteme. Wichtig ist die Abgrenzung: Die vernetzten Funktionen stehen nicht uneingeschränkt ohne Smartphone zur Verfügung. Für LiveTrack und Unfallbenachrichtigungen sind ein gekoppeltes kompatibles Smartphone, die Garmin Connect App und eine Datenverbindung erforderlich.

Gewicht und Hüllenfarben

Gegenüber dem Vorgänger ist das Gewicht gestiegen: Der Garmin Edge Explore 3 wiegt 114 Gramm, der Edge Explore 3 Plus mit Lautsprecher und Mikrofon kommt auf 122 Gramm. Für die Geräte sind außerdem Schutzhüllen in acht verschiedenen Farben erhältlich.

Preise und Akkulaufzeiten im Überblick

Beim Akku nennt Garmin für das Basismodell die längere Laufzeit bei intensiver Nutzung. Die Plus-Ausstattung geht laut Hersteller mit zwei Stunden weniger einher. Im Energiesparmodus sollen beide Geräte bis zu 48 Stunden erreichen. Es handelt sich um Herstellerangaben, nicht um gemessene BIKE-Testwerte.

MerkmalEdge Explore 3Edge Explore 3 Plus
Display3-Zoll-LCD-Touchscreen3-Zoll-LCD-Touchscreen
Gewicht114 Gramm122 Gramm
Lautsprecher und MikrofonNeinJa
SprachsteuerungNeinJa
Akkulaufzeit bei intensiver Nutzung, laut GarminBis zu 16 StundenBis zu 14 Stunden
Akkulaufzeit im Energiesparmodus, laut GarminBis zu 48 StundenBis zu 48 Stunden
Unverbindliche Preisempfehlung399,99 Euro499,99 Euro

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Marc Strucken

Marc Strucken

Redakteur

Marc Struken ist leidenschaftlicher Bike-Journalist und Redakteur beim Delius Klasing Verlag. Nach Stationen in Hörfunk, Radio, TV und Online-Marketing bringt er seit 2022 seine Erfahrung in digitalen Content für BIKE, EMTB, FREERIDE und MYBIKE ein – ob Mountainbike, Gravel oder Rennrad.

Meistgelesen in der Rubrik Werkstatt

Shorts