Der Motor ist eine der größten Stärken des Specialized Turbo Levo 4 Alloy Comp.. Der hauseigene 3.1-Antrieb liefert spürbar Kraft und läuft bei gleichmäßiger Fahrt angenehm rund. Gemessen an seiner Leistung bleibt er zudem erfreulich leise. Wer auf dem Trail ein möglichst natürliches Fahrgefühl wünscht, bekommt mit dem Auto-Modus eine besonders praktische Funktion. Mit dem Dynamic-MicroTune-Modus lässt sich die Unterstützung zudem sehr gezielt dosieren. Ganz ohne Kritik kommt der Antrieb im Test jedoch nicht davon. Auf kniffligen Uphills lässt sich seine Kraft nicht immer so geschmeidig dosieren, wie wir es uns wünschen. Und bei sehr hoher Trittfrequenz kann die Unterstützung genau dann nachlassen, wenn man sie für einen steilen Stich braucht.
Im von uns getesteten Levo 4 Alloy Comp stellt der Specialized 3.1 bis zu 810 Watt Spitzenleistung und 105 Newtonmeter Drehmoment bereit. Das S-Works-Modell nutzt denselben Antrieb, setzt per Software-Abstimmung aber maximal 850 Watt und 111 Newtonmeter frei. Mit 3,18 Kilo für den Motor und 4.383 Gramm für den 840-Wh-Akku wirft die Specialized-Kombo jedoch viel in die Waagschale – mehr als die Konkurrenz von Bosch und Avinox.
| Motor | Specialized 3.1 |
| Spitzenleistung | 810 W |
| maximales Drehmoment | 105 Nm |
| Akku des getesteten Bikes | 840 Wh oder 600 Wh |
Auf dem Trail setzt sich der 3.1-Motor kraftvoll in Szene. Bei gleichmäßiger Fahrt fühlt sich die Unterstützung rund an, ohne dass der Antrieb akustisch ständig im Vordergrund steht. Für einen Motor dieser Leistungsklasse ist er angenehm leise.
Besonders gut gefallen hat uns Dynamic MicroTune. In diesem Modus lässt sich die Unterstützung direkt am Bike in 10-Prozent-Schritten anpassen. Das macht es leicht, die Motorhilfe an Gelände, Tagesform oder Gruppendynamik anzupassen, statt zwischen wenigen festen Stufen wählen zu müssen.
Zwei weitere coole Features: Als Diebstahlschutz lässt sich das Turbo-System per App sperren – ähnlich einer Zwei-Faktor-Authentifizierung. On top zeigt eine Apple-Find-My-Funktion den Standort auf iOS-Geräten in Echtzeit an.
Auf anspruchsvollen Uphills zählt nicht nur die maximale Kraft – davon hat der 3.1-Motor aus unserer Sicht mehr als genug. Entscheidend ist auch, wie kontrolliert sie am Hinterrad ankommt. Hier könnte der Specialized-Antrieb geschmeidiger reagieren und sich feiner dosieren lassen. Auch schade: Klappergeräusche aus dem Getriebe, wenn es bergab mal rumpelt – auch wenn sie dezent sind, sind 2026 bei Mountainbike-Motoren ein No-Go.
Kritik gibt’s außerdem für das Verhalten bei sehr hoher Trittfrequenz. Wer vor einer steilen Rampe im Klettergang beschleunigt, überschreitet schnell einen Schwellenwert, bei dem die Unterstützung schlagartig einbricht. Fast so, als hätte der Motor einen Aussetzer. Dieses „Turboloch“ kostete uns in kniffligen Steilstücken die eine oder andere Schlüsselstelle.
Der Specialized 3.1 ist ein leistungsfähiger Motor mit kräftigem Schub, toller App-Infrastruktur und sinnvollen Software-Features. Der runde, kräftige Lauf bei gleichmäßiger Fahrt gefällt ebenso wie die Möglichkeit, die Motorunterstützung direkt am Bike feinzutunen. Seine Schwächen zeigen sich dort, wo präzise Unterstützung besonders wichtig ist: auf schwierigen Uphills und bei sehr hoher Trittfrequenz. Auch beim Gewicht ist noch Luft nach oben.
Wir wollen wissen: Welcher ist euer Lieblingsantrieb? Ab damit in die Kommentare!

Redakteur
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