Maxon und Mahle setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Power und Features hat Mahle en masse. Bei der Kombi aus Gewicht, Leistung und Reichweite setzt Maxon eine neue Benchmark. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik
Da geht ja richtig was! Ich muss zugeben, dass ich vom neuen Maxon ehrlich überrascht bin. Denn meine Erwartungen waren zunächst gedämpft. Immer mal wieder kommt ein neuer Motor auf den Markt mit dem satten Versprechen: viel Leistung bei wenig Gewicht. Wirklich überzeugen konnten diese Kandidaten bisher nur selten – DJI Avinox ist die prominente Ausnahme.
Doch dieser hier, der könnte auch ein Gewinner werden. Oben raus schiebt der AIR S kräftig an und leistet sich auch sonst keine nennenswerten Schwächen. Und er ist nicht der einzige Underdog im E-Bike-Kosmos, der seine großen Versprechen mit erstaunlich realen Qualitäten untermauern kann. Der zweite Motor, auf den das zutrifft, ist der M40 von Mahle. Er bietet nochmal mehr Leistung als der Maxon und punktet noch dazu mit umfangreichem Elektronik-Paket.
Abwechslung im Motoren-Markt? Schön, dass so etwas in Zeiten des alles dominierenden Duells zwischen Bosch und Avinox noch möglich ist.
Ich weiß, dass es auch mal anders war. Früher war Motorenvielfalt bei E-MTBs Trumpf. Antriebe von Shimano über Brose bis Yamaha und Bosch gaben vielen Bikes ihren eigenen Charakter. Doch seit dem Auftritt von DJI Avinox auf der Eurobike 2024 ist es vorbei mit dem gemütlichen Tempo im E-MTB-Kosmos. Welchen Mehrwert kann ein Motorenhersteller bei diesem Wettrüsten überhaupt noch bieten?
Maxon und Mahle jedenfalls setzen nicht auf Leistung allein, sondern auch auf ein möglichst geringes Gewicht. Vor allem Maxon kann dieses Versprechen halten. Mit 2004 Gramm bleibt er leichter als die Light-Motoren von Bosch und Fazua. Dabei soll er mit 90 Newtonmetern und 620 Watt so viel Bumms liefern, wie es bei klassischen Power-Motoren über Jahre hinweg üblich war. Und das auch noch ohne echte Hitze- oder Reichweitenprobleme. Chapeau!
Der Mahle M40 holt eher klassische E-Bike-Fans ab, die richtig viel Power wollen. Bis zu 850 Watt und 105 Newtonmeter – damit lässt er den Bosch CX bergauf spürbar hinter sich, alle Powerupdates inklusive. Mit 2,64 Kilo fällt er allerdings nicht leichter aus als der nochmal viel stärkere Avinox M2S.
Mahle und Maxon im Überblick
| Mahle | Maxon | |
| Spitzenleistung | 850 Watt | 620 Watt |
| Max. Drehmoment | 105 Nm | 90 Nm |
| Gewicht (BIKE-Messung) | 2,64 kg | 2,0 kg |
| Akkus | 534 Wh (2,5 kg), 800 Wh (3,75 kg) | 400 Wh (1,8 kg), 600 Wh (2,8 kg) |
| Range Extender | - | 250 Wh (1,6 kg – Sommer 2026) |
| Ladegerät | 4 Ampere (900 Gramm) | 2 A (200 g), 6 A (700 g) |
Man merkt es schon: Mahle und Maxon setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Der eine ist der leichte Minimalist, der trotzdem genug Leistung für fast alle Lebenslagen bieten will. Der andere ist etwas schwerer, will in Sachen Power aber bei den Großen von Bosch und Avinox mitspielen.
Und auch bei den Features hat Mahle noch mehr im Gepäck: Von der Traktionskontrolle bis zum Hill-Hold bietet der M40 mehr elektronische Helferlein als jeder andere E-Bike-Motor. Was beide Motoren bislang leider eint, ist die begrenzte Auswahl an Bikes. Den Maxon gibt es bei spannenden Boutique-Marken wie Instinctiv, Transalpes und Thömus, ein entsprechendes Budget vorausgesetzt.
Den Mahle M40 bekommt man fast nur an Open-Mold-Bikes wie unserem Testbike von Kristall, die jeder Hersteller dann individuell branden kann. Hier wie dort muss also ein namhafter Hersteller her, um den Motoren bei all ihren Qualitäten wirklich zum breiten Durchbruch zu verhelfen. Warum sich das durchaus lohnen würde, lest verraten wir in den detaillieren Testartikeln zu den beiden Motoren:

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