Adrian Kaether
· 18.06.2026
Mit dem Hub Line Motor bietet Bosch jetzt auch ein Angebot für leichte Urban-Bikes. Die technischen Daten lesen sich solide: 45 Nm sind für flaches bis leicht hügeliges Terrain mehr als ausreichend, die 2,3 kg gehen in Ordnung, wenn andere Nabenmotoren zum Teil auch noch leichter sind. Spannend wird, wie sich das System in der Praxis gegen etablierte Nabenmotor-Anbieter wie Mahle oder Bafang behauptet. Mit Infrastruktur und Service kann Bosch aber bestimmt auch im Nabenmotoren-Markt punkten.
Jahrelang stand Bosch für leistungsstarke Mittelmotoren mit hohen Drehmomenten und sportlichem Charakter wie etwa den Bosch CX (hier im Test). Mit der Vorstellung des neuen Hub Line schlägt das Unternehmen nun einen neuen Weg ein und adressiert erstmals auch das wachsende Segment urbaner E-Bikes, die mit cleaner Optik und reduziertem Gewicht punkten sollen.
Der neue Nabenmotor bringt folgende Spezifikationen mit:
Als Energiespeicher dient der ebenfalls neu vorgestellte PowerTube 360, der besonders schlank und leicht ausfällt und cleane E-Bike-Designs ermöglichen soll. Anders als der mit dem Bosch SX vorgestellte Compact Tube 400 mit Kunststoff-Hülle kommt der Power Tube 360 mit Alu-Hülle, dafür etwas geringerer Kapazität bei gleichem Gewicht. Die Reichweite von Hub Line und 360er Akku gibt Bosch im Eco-Modus mit circa 89 Kilometern an – ausreichend für typische urbane Nutzungsprofile. Als Teil des smarten Systems können Hersteller den Hub Line wahrscheinlich auch mit größeren Akkus kombinieren.
Warum bietet Bosch überhaupt einen Nabenmotor an? Mittelmotoren gelten als dynamisch und technisch überlegen. Doch gerade bei leichten Urban Bikes können auch Nabenmotoren ihre Vorteile haben. Sie sind oft günstiger und leiser. Die Motorleistung läuft nicht über die Kette. Das begünstigt den Verschleiß. Bei Singlespeed E-Bikes mit dicken Gängen schieben Nabenmotoren deswegen bei niedrigem Tempo oft besser an. Die Vor- und Nachteile des Konzepts haben wir hier für euch zusammengefasst.
Bosch adressiert einige dieser Nachteile durch smarte Sensorik für feinfühliges Ansprechen und die vollständige Entkopplung über 25 km/h, die einen nahezu widerstandsloses überschreiten der Unterstützungsgrenze ermöglichen soll.
Der Hub Line ist vollständig in das Bosch Smart System integriert und wird durch weitere Neuheiten flankiert:
Verfügbarkeit: Der Nabenmotor Bosch Hub Line wird voraussichtlich ab 2027 in ersten Serienrädern zu sehen sein.

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