Mit dem neuen Canyon Roadlite:On CF beschreitet der Koblenzer Versender einen konsequent minimalistischen Weg. Der Carbon-Rahmen mit integriertem 360-Wh-Akku präsentiert sich aufgeräumt, das Gewicht von 13,9 kg ist für ein E-Bike richtig gut. Nur sehr sportive Gravel-E-Bikes wie zum Beispiel Cubes Nuroad Hybrid (hier im Test) sind noch leichter. Das Herzstück von Canyons Cityflitzer bildet Boschs neuer Hub Line Nabenmotor mit 45 Nm Drehmoment.
Canyon hat ein konsequent durchgestyltes, leichtes Urban-E-Bike geschaffen, das designaffine Stadtbewohner in flachen Metropolen begeistern wird. Die Reduktion auf das Wesentliche hat ihren Reiz – setzt aber ein passendes Einsatzprofil mit nur moderaten Steigungen voraus. Mit Schutzblechen und Gepäckträger aus dem Zubehör lässt sich der Praxisnutzen noch erweitern.
Dass Bosch nach Jahren der Mittelmotor-Dominanz nun einen Hecknabenmotor präsentiert, ist bemerkenswert. Mit 45 Nm Drehmoment und 400 W Nennleistung positioniert sich der neue Bosch-Motor namens Hub Line deutlich unter den üblichen 75-85 Nm gängiger Mittelmotoren, soll aber besonders gut mit dem Singlespeed-Konzept von Canyon harmonieren.
Der Clou: Nabenmotoren schieben auch aus niedrigem Tempo schon gut an, wenn die Trittfrequenz wegen dickem Singlespeed-Gang noch niedrig ist. Für hügeliges Gelände ist das Konzept ohne Gangschaltung natürlich nicht ideal. Dafür bietet das Canyon mit Riemen und ohne Gangschaltung ein besonders wartungsarmes Konzept.
360 Wh Akkukapazität sind im Jahr 2026 am unteren Ende des Spektrums. Canyon verspricht 90 km Reichweite – ein Wert, der realistisch nur im Eco-Modus und unter optimalen Bedingungen erreichbar sein dürfte. Im Turbo-Modus, den man bei einem Singlespeed-Bike am Berg zwangsläufig häufiger nutzen wird, dürfte die Reichweite spürbar schrumpfen. Auch 50 Kilometer sind für Pendelfahrten in der Stadt aber locker ausreichend.
Bei 2999 Euro darf man Qualität erwarten – und bekommt sie auch: Der Rahmen ist komplett aus Carbon. Gates-Riemen, Continental Grand Prix Urban-Bereifung, Carbon-Gabel und -Sattelstütze, integrierte Beleuchtung mit Bremslicht sind ebenfalls mit an Bord. Die Promax-Scheibenbremsen und Alex-Rims-Laufräder bewegen sich im soliden Mittelfeld. Wer es etwas vielseitiger mag und auf Leichtbau weniger Wert legt, bekommt bei Canyon übrigens auch das Citylite:On fürs selbe Geld (hier im Test).
Klar ist: Das klassische Roadlite:On ist ein stylisches und leichtes City-Bike und nicht in erster Linie auf Alltagsnutzen ausgelegt. Licht vorne und hinten sowie einen Seitenständer spendiert Canyon aber auch dem Standard-Modell. Auf Wunsch kann man Schutzbleche und einen minimalistischen Gepäckträger zum Beispiel für Packtaschen nachrüsten. Damit mutiert das Canyon zum vollwertigen Singlespeed-Pendlerbike und dürfte immer noch ziemlich leicht sein.

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