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Man könnte sagen, dass die Sram Motive Ultimate längst überfällig war: Über ihren Vorgänger, die Sram Level beschwerten wir uns in der BIKE-Testredaktion regelmäßig. Wiederholt kamen wir an Cross-Country- und Marathon-Bikes in Situationen, denen die Power der alten Bremse einfach nicht gewachsen war. Sram-Bremsen genossen nicht immer einen guten Ruf und mit der Level hatte sich der Komponenten-Riese definitiv keinen Image-Gefallen getan. Mit der neuen Motive-Familie wechselte Sram das Bremsmedium. Die aktuelle Generation läuft nicht länger mit DOT, sondern mit Mineralöl. Wir haben getestet, ob sich das in der Praxis bezahlt macht.
Endlich wird die Power einer leichten Sram-Bremse den modernen Cross-Country- und marathon-Bikes gerecht. Die Motive Ultimate stellt ihren Vorgänger in den Schatten und packt zünftig zu - vorausgesetzt man kombiniert sie mit dicken Bremsscheiben. Racer werden mit der Motive so endlich glücklich. Trailbiker sollten sich mehr Biss gönnen. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Unserer Test-Erfahrung nach ist die Bremsanlage eigentlich der letzte Ort, an dem Mountainbiker Gewicht sparen sollten. Viele Hersteller tun es trotzdem. Okay, eine Sram Maven wäre am Cross-Country-Bike wahrscheinlich bereits aufgrund der geringen Bremstraktion der Reifen übertrieben. Auch Race-Bikes sollten in unseren Augen aber starke Bremsen haben. Gerade der neuste Wurf an 120-Millimeter-Fullys ist so dermaßen abfahrtsstark, dass schwache Stopper mehr den Spaß als das Bike bremsen können.
Bei der Bremsleistung kann sich die Sram Motive Ultimate trotz Premium-Preis leider nicht als Klassenbeste etablieren. Mehr Power gibt es zum Beispiel bei der günstigeren aber schwereren TRP Evo X sowie bei den teureren Stoppern Shimano XTR Race und Trickstuff Piccola. Die gute Nachricht: Die Leistung der Sram Motive sollte für die allermeisten Racer ausreichen. Im Vergleich zur ihrer Vorgängerin hat die Bremse ordentlich an Power zugelegt und ist den modernen Anforderungen endlich gewachsen. Steilabfahrten auf dem Cross-Country-Kurs nimmt die Motive gekonnt den Schrecken und selbst lange Marathon-Abfahrten meistert die Sram souverän.
Dabei sollten Biker jedoch einen Blick auf die spezifizierten Bremsscheiben werfen. Mit den dicken Sram HS2 Scheiben bringt die Motive Ultimate eine gute Verzögerungsleistung auf den Trail. Vorne sollten es dabei in jedem Fall 180 Millimeter Scheibendurchmessser sein. Wir konnten die Motive auch mit 200er Scheiben testen - und siehe da: Die 20 Millimeter mehr bringen nochmals einen satten Gewinn an Power. Wer mit der Sram Bremse für sein Trailbike liebäugelt, sollte vorne definitiv auf 200, hinten mindestens auf 180 Millimeter gehen. Natürlich bringen die großen Scheiben auch etwas mehr Gewicht auf die Waage und werden von manch einem Hersteller ab Werk deshalb weggespart.
Gerade an extraleichten Cross-Country-Bikes wird die Sram Motive Ultimate auch gerne mal mit den leichten Centerline X Scheiben mit Alu-Rotor kombiniert. So lässt sich zwar das Gewicht drücken, für die Bremskraft ist das aber ein klares Downgrade. Unser Tipp geht zur Kombi mit HS2. Trotz vier Kolben baut die Motive Ultimate ohnehin leicht. Titan-Hardware und Carbon-Hebel halten den Wert an der Waage niedrig. Letztere besitzen eine gute Ergonomie und lassen sich trotz Leichtbau-Anspruch werkzeuglos in der Griffweite verstellen. Auch für die Dosierbarkeit und unsere bisherigen Erfahrungen mit der Haltbarkeit gibt’s einen Daumen hoch für die Sram Motive Ultimate.
Was meint ihr: Kann euch die Motive endlich von Sram-Bremsen überzeugen? Schreibt es uns in die Kommentare!

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