Mit der EVO V6Ti kehrt Hope zu einem Sechskolben-Design zurück, das bereits vor rund 20 Jahren mit der Mono 6Ti im Downhill-Sport unterwegs war. Die aktuelle Version ist allerdings kein Retro-Bremsanker, sondern ein moderner Hightech-Stopper mit CNC-gefrästem Bremssattel.
Herzstück ist ein einteilig CNC-gefräster Monoblock-Bremssattel, der laut Hersteller eine hohe Steifigkeit mit effizienter Wärmeabfuhr kombinieren soll. Die durchgehende Bauweise schafft mehr Oberfläche und reduziert potenzielle Schwachstellen im Vergleich zu zweiteiligen Konstruktionen.
Auffällig ist die Wahl der Kolben: Titan-Kolben mit Ti-Nitrid-Beschichtung sollen Reibung minimieren und gleichzeitig langlebig sein. Zusätzlich sind die Kolben quergebohrt, um die Wärme besser abzuleiten. Vor allem bei langen Gravity-Abfahrten soll das Vorteile bei der Standfestigkeit und Bremsleistung bringen.
Einen deutlichen Bruch mit bisherigen Standards markiert die radiale Aufnahme des Bremssattels. Anstelle der klassischen Postmount-Befestigung setzt Hope auf ein System, das mehr Bauraum schafft. Das ermöglicht größere Kolben und Beläge sowie eine steifere Konstruktion.
Die Montage erfolgt über speziell entwickelte Adapter, sodass die Bremse weiterhin mit gängigen PM180-, PM200- und PM203-Aufnahmen kompatibel bleibt. Allerdings verlangt das System nach größeren Bremsscheiben – 20 Millimeter mehr Durchmesser als üblich.
Parallel zur Bremse bringt Hope mit der T-Slot-Scheibe ein komplett neues Rotor-Konzept. Der äußere Reibring ist dreiteilig aufgebaut, wodurch ein belüfteter Zwischenraum entsteht. Interne Finnen sollen die Luft gezielt durch die Scheibe leiten und Hitze schneller abführen.
Laut Hersteller reduziert das den Wärmeaufbau um bis zu 15 Prozent gegenüber bisherigen Floating-Scheiben. Praktisch: Der äußere Reibring ist austauschbar – verschlissene Komponenten lassen sich so gezielt ersetzen, ohne den kompletten Rotor zu tauschen.
Auch an E-MTBs hat Hope gedacht: Die Scheibe erlaubt die direkte Montage eines Speed-Sensor-Magneten.
Gesteuert wird die Bremse über den EVO Master Cylinder, wahlweise mit Standard- oder Power-Hebel. Der Control-Hebel ist hingegen nicht vorgesehen.
Zum Marktstart bringt Hope eine limitierte Mono Edition: 1000 Sets in Schwarz-Gold, jeweils mit individueller Seriennummer und Sondergravur. Im Lieferumfang steckt ein Komplettpaket inklusive zusätzlicher Hebel und Beläge – klar positioniert als Sammlerstück und High-End-Komponente.
Hope geht mit der EVO V6Ti einen eigenständigen Weg. Statt bestehende Standards zu optimieren, definieren die Briten zentrale Punkte neu – etwa die radiale Aufnahme oder das aufwendige Rotor-Design.
Der technische Ansatz wirkt konsequent auf maximale Bremsleistung und Thermostabilität ausgelegt. Gerade im Downhill- und E-MTB-Einsatz, wo Hitzeentwicklung schnell zum limitierenden Faktor wird, dürften diese Lösungen ihre Wirkung entfalten.
Allerdings: Die speziellen Anforderungen bei Scheiben und Montage sowie der hohe Preis positionieren die Bremse klar im Highend-Segment. Für den Allround-Trailbike-Einsatz ist die EVO V6Ti wohl absolut überdimensioniert.

Redakteur
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