Max Fuchs
· 27.03.2026
Auch wenn die Cura 4 mittlerweile etwas in die Jahre gekommen ist, verzögert sie ganz ordentlich. Ihre Stärke liegt in der gutmütigen Dosierbarkeit, dem geringen Gewicht und dem niedrigen Preispunkt. Wer die vollen Kraftreserven entfesseln will, muss unverhältnismäßig stark am Hebel ziehen. - Dimitri Lehner, BIKE Redakteur
Unser letzter Bremsenvergleich liegt mittlerweile fünf Jahre zurück. Seither hat sich bei Formulas Vierkolben-Flaggschiff wenig getan. Schade, denn während die Konkurrenz in den letzten Jahren ihre Kandidaten verfeinert oder komplett neue Modelle vorgestellt hat, rutscht die Cura vom einstigen Preistipp beim aktuellen Test etwas ins Hintertreffen.
| Preis | 211 Euro (ohne Scheibe und Zubehör) |
| Gewicht pro Stück | 248 g (inkl. 800 mm Leitung + Beläge) |
| Scheiben / Dicke | 180 mm / 2,20 mm |
| Bremsbeläge | Organisch |
| Bremsmedium | Mineralöl |
| Druckpunktverstellung | Nein |
| Hebelweitenverstellung | Ja, Werkzeug erforderlich |
| Besonderheiten | Nachrüsthebel mit zusätzlicher Druckpunktverstellung verfügbar |
Aber eins nach dem anderen: Beim Gewicht kann sich die Cura 4 einen kleinen Punktevorsprung sichern. Mit 248 Gramm inklusive der 800 Millimeter langen Leitung und einem Belagspaar landet sie auf Platz zwei. Nur die filigrane Trickstuff mit ihrem 3D-gedruckten Titanhebel schneidet noch besser ab. Auch der Preis klingt erfreulich: 211 Euro – günstigere Vierkolben-Power gibt’s bei keinem anderen Mitstreiter.
Gut fürs Hitzemanagement unter Dauerlast und für die Haltbarkeit: die 2,2 Millimeter dicke Bremsscheibe. Der stark abgerundete Hebel liegt angenehm am Finger, die Oberflächenstruktur erinnert an feinkörniges Schleifpapier und bietet extra Halt. Kritik gibt’s für die Hebelweitenverstellung: Die Rändelschraube im Hebel sieht zwar aus, als könnte man sie von Hand verstellen, läuft aber so schwergängig, dass alle Tester beim Setup zum Minitool greifen mussten. Außerdem fällt die Hebelweitenverstellung für große Hände zu knapp aus. Auf Tour gewährt die Cura 4 von außen Zugriff auf die Beläge – ein kleiner Bonus fürs Usability-Konto.
Im Praxistest entwickelte die Vorderradbremse einen ungewöhnlich harten und unmittelbaren Druckpunkt – als würden die Kolben im Bremssattel nicht vollständig zurückstellen und kurz vor der Scheibe stecken bleiben. Ohne den nötigen Leerweg fällt es trotz überschaubarer Bremskraft schwer, den Initialbiss zu dosieren. Zwei unserer Dauertestbikes mit der Cura 4 zeigten dasselbe Phänomen. Die hintere Testbremse arbeitet hingegen einwandfrei: genug Leerweg, angenehmer Druckpunkt – kein Anlass zur Kritik. Die schwankende Performance deutet auf zu große Fertigungstoleranzen hin. Wer nicht nur die Hebelweite der Cura feintunen will, kann einen Nachrüsthebel mit werkzeugloser Druckpunktverstellung kaufen. Kostenpunkt: 80 Euro.
Im Teillastbetrieb auf welligen Trails und kurzen Abfahrten dominiert das gutmütige Ansprechverhalten der Cura. Die Bremskraft reicht aus – Vollbremsungen erfordern allerdings bereits eine ordentliche Handkraft. Auf langen, steilen Abfahrten erreicht der Kandidat als Erster seine Grenzen: Werden die Hände müde, bietet die Formula kaum Reserven und verzögert im Vergleich zur Konkurrenz am schlechtesten. Das bestätigen auch die Labordaten. Bei der Nassbremsprüfung rettet sich der Kandidat auf den vorletzten Rang.
| Preis (ohne Scheibe u. Zubehör) | 211€ |
| Bremspower (50%) | 3,55 |
| Nassbremsung (10%) | 3,5 |
| Trockenbremsung (40%) | 3 |
| Praxis (50%) | 4 |
| Modulation (30%) | 3 |
| Usability / Handling (10%) | 4 |
| Gewicht (10%) | 1,5 |
| BIKE NOTE (100%) | 3,2 |
Die Eindrücke zum Charakter, zur Dosierbarkeit und zum Handling stammen aus Praxistests. Die maximale Bremsleistung und die Wärmestandfestigkeit ermittelten wir nach DIN-Norm auf dem Rollenprüfstand vom Bremsenhersteller Magura.

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