Bremsen2,0 Millimeter: Sram bringt dicke Bremsscheiben

Adrian Kaether

 · 01.09.2021

2,0 Millimeter: Sram bringt dicke BremsscheibenFoto: Adrian Kaether

Gerade an schnellen Enduro-Bikes und E-MTBs ist Bremsfading und Scheibenverschleiß ein Problem. Neue extradicke Scheiben von Sram könnten Abhilfe schaffen.

Eine dickere Bremsscheibe hat bei gleichem Material mehr Masse. Daher muss mehr (Brems-)Energie aufgewendet werden, um diese Masse auf dieselbe Temperatur zu bringen als bei einer Bremsscheibe mit weniger Masse. Das ist simple Laienphysik. Klar also, dass der neue Sram HS2-Rotor mit einer Scheibendicke von zwei Millimetern (bisher bei Sram: 1,8 Millimeter) bei starkem Bremsen weniger anfällig für Bremsfading sein sollte. Doch die neue Scheibe hat noch weitere Asse im Ärmel.

  Die neuen HS2-Scheiben in der Sechsloch-Ausführung. Die Bremsbeläge sind übrigens nicht neu. Wer auf die neuen Scheiben wechselt, sollte aber auch frische Beläge verbauen, so der Hersteller.Foto: Adrian Kaether
Die neuen HS2-Scheiben in der Sechsloch-Ausführung. Die Bremsbeläge sind übrigens nicht neu. Wer auf die neuen Scheiben wechselt, sollte aber auch frische Beläge verbauen, so der Hersteller.

Die Technik: Weniger Fading, leisere Bremsen

Eine spezielle, wärmeableitende Beschichtung auf den schwarzen Speichen soll für mehr Leistung sorgen, außerdem sollen die Beläge durch ein neues Profil besser greifen und die Scheibe soll die Geräuschentwicklung beim Bremsen verringern – bisher ein klassisches Problem vieler Sram-Scheibenbremsen, gerade bei Nässe. Insgesamt spricht der Hersteller von einer Performance-Steigerung um sieben Prozent oder konkreter von einer verminderten Scheibentemperatur um 40 Grad bei einer dauerhaften Schleifbremsung (500 Grad mit der HS2 Scheibe, 540 Grad mit der klassischen Centerline-Scheibe). Ein ähnliches Bild zeigte sich bei uns in etlichen Scheibenbremsentests auf dem BIKE-Prüfstand. Dickere Scheiben konnten sich hier beim Thema Hitzebeständigkeit deutlich absetzen. Die verhältnismäßig dünnen Scheiben von Sram und Shimano verwunderten unsere Testingenieure nicht selten. Somit scheinen die neuen HS2-Rundlinge von Sram genau der richtige Schritt zu sein. Wie bisher sorgt ein abgerundetes Profil für einen einfacheren Laufradeinbau.

  Die Verschleißgrenze liegt bei 1,7 Millimetern, damit darf man die Bremsscheibe um 0,3 Millimeter verschleißen. Das sind 0,05 Millimeter mehr als bisher. Außerdem sollte die dickere Scheibe weniger anfällig dafür sein, sich bei Hitze zu verziehen, was bei unseren <a href="https://www.bike-magazin.de/komponenten/bremsen/test-scheibenbremsen-05-2021" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Scheibenbremsen-Tests</a>  mehrmals auftrat.Foto: Adrian Kaether
Die Verschleißgrenze liegt bei 1,7 Millimetern, damit darf man die Bremsscheibe um 0,3 Millimeter verschleißen. Das sind 0,05 Millimeter mehr als bisher. Außerdem sollte die dickere Scheibe weniger anfällig dafür sein, sich bei Hitze zu verziehen, was bei unseren Scheibenbremsen-Tests mehrmals auftrat.

Gewicht gegen Performance: An welchen Bikes macht die neue HS2-Scheibe Sinn?

Legt die neue Scheibe mit der Dicke auch deutlich Gewicht zu? Zwei 6-Loch-Testmodelle mit 200 und 220 Millimetern Durchmesser haben wir bereits im Test. Sie wiegen ohne Schrauben 205 und 260 Gramm. Nur wenige Gramm mehr als die bisherige Scheibe (ca. 195 Gramm/200 mm). Gerade für schwere Fahrer und an E-MTBs, schnellen Enduros sowie Downhill-Bikes, fällt die Wahl also leicht. Hier machen die dicken Rundlinge absolut Sinn. Insgesamt wird es acht Versionen der neuen HS2-Scheibe geben: Jeweils in 160, 180, 200 und 220 Millimeter in 6-Loch- oder Centerlock-Ausführung. Die Preise liegen zwischen 55 und 70 Euro pro Scheibe.

  Wir haben die neuen HS2-Scheiben bereits an mehreren Testbikes montiert. Wie sie sich schlagen und ob die zusätzliche Dicke in der Bremsleistung tatsächlich spürbar ist, lesen Sie demnächst in BIKE und EMTB und hier auf der Website.Foto: Adrian Kaether
Wir haben die neuen HS2-Scheiben bereits an mehreren Testbikes montiert. Wie sie sich schlagen und ob die zusätzliche Dicke in der Bremsleistung tatsächlich spürbar ist, lesen Sie demnächst in BIKE und EMTB und hier auf der Website.

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