Das Stevens ist modern gezeichnet und hält trotzdem klassische Trekking-Tugenden hoch. Der Fokus auf Alltagsfahrten und Touren auf Asphalt ergibt Sinn für alle, die ohnehin selten im Gelände unterwegs sind. Die Ausstattung ist gehobene Mittelklasse, der Preis aber auch entsprechend gewählt.
| Preis | 1.799,00 € |
| Gewicht | 16.56 kg |
| Schaltung | Shimano Cues U6000 |
Stadtbummel oder Weltreise, Straße oder Gelände? Viele moderne Tourenräder wollen alles können. Das neue Aviolo von Stevens bleibt da fokussierter. Mit breiten aber schnellen Reifen und aufrechter Sitzposition ist es das klassischste Trekkingrad in unserem Vergleich von drei Tourenrädern bis 1800 Euro und punktet besonders mit seinem Komfort und seinem unkomplizierten Charakter.
Die Kritikpunkte nehmen wir gleich vorweg. Die Federgabel lässt sich über den Luftdruck gut aufs Fahrergewicht einstellen, kämpft aber mit Buchsenspiel und mäßigem Ansprechverhalten. Und das Aviolo könnte trotz Aluminium-Rahmen auch etwas leichter sein. Mit deutlich über 16 Kilo spielt es eher in einer Liga mit vergleichbaren Räder mit Stahlrahmen wie etwa dem Klassiker VSF T-500 (hier im Test). Wer sich daran stört, greift bei Stevens einfach zum Schwestermodell Caleta. Das ist etwas sportiver aufgestellt und ohne Federgabel leichter und günstiger, dafür etwas weniger komfortabel.
Denn gerade beim Komfort kann das Aviolo punkten. Bei harten Schlägen wie Schlaglöchern und Bordsteinkanten bringt die Gabel trotzdem ein Plus. Die Sitzposition ist betont aufrecht und entspannt, ohne den Fahrer vom Untergrund zu entkoppeln. Bequeme Kontaktpunkte von Cockpit bis Sattel tun ihr übriges, um den Fahrer auch auf langen Touren nicht zu strapazieren. Die Cues-Schaltung 6020 mit zwei Blättern (hier im Test) bietet eine gute Bandbreite, die hydraulischen Tektro-Bremsen packen kräftig zu und bleiben auch bei Regen recht leise. Der Geradeauslauf ist gut, ohne dass das Rad im Handling träge wird. Sehr gut!
Bei der Ausstattung verbaut Stevens viele anständige Teile. Der Shutter Precision Dynamo gefällt mit leichtem Lauf, die Alu-Schutzbleche wirken wertig und Klappern nicht. Beim Frontscheinwerfer mit 80 Lux und dem sehr dezenten Rückstrahler könnte man sich aber noch mehr wünschen. Top ist dagegen die satte Größenauswahl von XS bis XXL. Das Rad gibt es neben dem klassischen Diamant- auch noch mit Trapez-Rahmen mit leicht abgesenktem Oberrohr.
Auf langen Reisen punktet der Gepäckträger mit satten 30 Kilo Zuladung. Auch die Leichtlauf-Reifen von Schwalbe gefallen, wenn man vor allem auf Asphalt unterwegs ist. Den halben Hausstand aufzuladen geht ohne Frontträger zwar nicht, aber normalen Fernreisen steht mit dem Stevens nichts im Weg. Achtung: Die durch den Steuersatz geführten Kabel sorgen für einen schönen Look, bedeuten bei Defekten aber zusätzlichen Reparatur-Aufwand.

Redakteur
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