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Decathlon zeigt, dass auch ein durchdachtes Reiserad nicht nördlich von 4000 Euro kosten muss. Das ADVT 900 ist gehoben ausgestattet und super stabil gebaut, dabei flink im Handling. Bei Details wie Frontlicht und Zugführung könnte man nochmal nachbessern.
| Preis | 1.699,00 € |
| Gewicht | 16.73 kg |
| Schaltung | Shimano Cues RD-U8020 |
Unter 2000 Euro haben Tourenradler die Qual der Wahl. Trekkingrad, Gravel- oder sogar Mountainbike? Ebenfalls begehrt, aber fast nie so günstig zu haben: Robuste Reiseräder (hier im großen Vergleichstest), die als velomobile Globetrotter ab Werk schon voll auf die lange Tour getrimmt sind. Decathlon liefert mit dem Rockrider ADVT 900 die prominente Ausnahme. Statt in Richtung von viertausend kostet das Rad keine 2000 Euro.
Zwar kostet auch das Rockrider Geld, kann dafür aber auch im Detail überzeugen. Von Discount-Ware ist hier, wie übrigens bei vielen der teureren Decathlon-Räder, keine Spur. Satte 170 Kilo Gesamtgewicht sind zugelassen. Der Rahmen bietet 40 Kilo Zuladung hinten und 20 Kilo vorne plus Gepäck-Ösen en masse.
Auf eine Federgabel verzichtet Decathlon bewusst zugunsten von Gepäcktransport und Haltbarkeit. Mechanische Scheibenbremsen sollen in abgelegenen Gebieten leichter zu reapieren sein. Die Beleuchtung ist einfach gehalten, dafür sind die 8000er Cues-Schaltung (hier im Test), der Brooks-Sattel und vor allem die DT Swiss Laufräder samt 350er Naben umso hochwertiger. Das Gewicht des Rads geht trotz hoher Stabilität völlig in Ordnung. Das Fahrverhalten ist dank moderater Geometrie sogar erstaunlich agil und direkt. Bei der Fahrt kann man per Dynamo kleine USB-Geräte wie ein GPS laden. Wer mit dem geringen Dynamo-Strom ein Smartphone auftanken will, braucht aber Geduld.
Das perfekte Alltagsrad ist das Decathlon zwar nicht. Wer für kleines Geld einen Ständer nachrüstet, muss aber auch hier wenig Abstriche machen. Auf kleinen Ausflügen und kurzen Touren macht das Langstreckenrad ohnehin eine gute Figur. Die extra pannensicheren Marathon-Reifen mit etwas Profil bieten einen breiten Einsatzbereich von Asphalt bis in leichtes Gelände.
Kritikpunkte gibt's nur wenige. Der Brooks-Sattel ist ergonomisch Geschmackssache und Stabilität geht beim Rockrider über Komfort. Der Rahmen federt kaum. Das Frontlicht ist mit 30 Lux eine ziemliche Funzel, braucht dafür aber wenig Strom. So bleibt mehr der Dynamo-Power zum USB-Laden. Etwas schade: Die Züge klappern bei Erschütterungen deutlich im Unterrohr und unter dem Tretlager können sie bei heftigem Steinschlag oder Aufsetzern beschädigt werden. Vielleicht kann man zumindest dem Klappern mit schmalen Schaumstoffhüllen abhelfen. Sonst ein toller Allrounder zum fairen Kurs.

Redakteur
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