Die Cues hat nicht mehr den klangvollen Namen der XT. Emotional ist das kein Gewinn. Funktional überzeugt die neue mechanische Top-Gruppe für Tourenfahrer aber auf ganzer Linie. Gute Haptik, enorme Bandbreite und Schaltwerksdämpfung, auf Haltbarkeit getrimmte Bauteile und ein trotzdem recht fairer Preis lassen keine Wünsche offen.
| Modell | Shimano Cues 8020 2x11 |
| Preis | 370 Euro |
| Gewicht | 1241 Gramm |
| Bandbreite | 650 Prozent |
| Kleinster Gang | 6 km/h |
Preis und Gewicht sind Herstellerangaben und beziehen sich auf das komplette Schaltsystem mit Trigger und Schaltwerk >> hier erhältlich*. Für den kleinsten Berggang legen wir standardisierte Parameter bei Reifengröße und Trittfrequenz zugrunde (28 Zoll, 47 Millimeter, 60 U/min).
Cues ist nicht gleich Cues. Von der günstigen 4000er Cues, die kaum 100 Euro kostet, bis zur Top-Cues aus der 8000er Linie ist es ein weiter Weg. Die Cues 8020 mit zwei Kettenblättern vorne und elf Ritzeln hinten löst als Shimanos Top-Schaltung für Tourenräder ohne Motor faktisch die klassische Trekking-XT mit drei Kettenblättern ab (hier im Test).
Dem kann man hinterhertrauern oder auch nicht. Fakt ist: Dank der extrem breit abgestuften Kassetten mit 11 bis 45 oder sogar 50 Zähnen und einer Kurbel mit üblicherweise 46er und 32er Blatt schlägt die neue Top-Cues die ältere Dreifach-Gruppe sogar bei der Gesamtübersetzung und bietet ebenso homogene Gangsprünge. Anders als die Trekking XT kommt die Cues 8020 mit einer zusätzlichen Shadow Plus Schaltwerksdämpfung gegen Kettenklappern wie beim Mountainbike. Und wer noch kleinere Berggänge möchte, kann sogar eine Kurbel mit 36/22 Zähnen bekommen, wie an diesem Testbike. Damit kann man definitiv auch steilste Rampen mit viel Gepäck im Schritttempo hinaufkriechen.
Für Tourenradler ebenfalls vorteilhaft: Die Cues 8020 kommt wie alle Cues-Gruppen mit haltbaren Linkglide-Parts bei Kette und Kassette. Ursprünglich fürs E-Bike entwickelt sollen diese Bauteile durch mehr Materialeinsatz dreimal so lang halten, wie die vergleichbare Hyperglide-Technik der bisherigen Antriebe.
Im Unterschied zu den günstigen Cues-Schaltungen bietet die 8020 eine hochwertige Haptik mit schick titangrau beschichten Bauteilen und relativ knackigem und direktem Schaltgefühl trotz Linkglide-Technik. Aus unserer Sicht ein deutlicher Unterschied zur günstigeren Mittelklasse-Version Cues 6020, die zudem ohne Schaltwerksdämpfung auskommen muss. Nur aktuelle Hyperglide-Gruppen wie die neue XT (hier im Test) und andere elektronischen Di2-Varianten setzen bei Schaltgefühl und Wertigkeit noch einen drauf, sind aber auch wesentlich teurer. Die Hyperglide-Gruppen schalten auch spürbar schneller. Am Tourenrad kann man das behäbigere Linkglide-Schalten aber verkraften. Die höhere Haltbarkeit zählt wesentlich mehr.
Das Gewicht der Cues ist in Anbetracht der enormen Bandbreite und haltbaren Parts völlig in Ordnung. Wer mag, bekommt die Top-Cues auch als vollautomatische Schaltung im Dynamo-betriebenen Q’Auto System von Shimano (hier im Test). Dann allerdings ausschließlich als 1 x 11 Schaltung mit nur einem Kettenblatt vorne.

Redakteur