S-Level, Expert und CompGünstigere Ausstattungen für das Specialized Tarmac SL9

Jens Klötzer

 · 29.08.2026

Die neue S-Level-Plattform bietet Top-Technik zum günstigeren Preis
Foto: Specialized
​Die Modellstufen S-Level, Expert und Comp ergänzen ab sofort das Lineup des bislang nur als S-Works angebotenen Specialized Tarmac SL9. Der Einstieg in die Plattform sinkt damit auf 4.499 Euro. Rahmenform, Geometrie und die wesentlichen Aerodynamikdetails bleiben über die Baureihe hinweg erhalten. Unterschiede bestehen vor allem bei Carbon-Layup und Gewicht, Laufrädern, Lenkern und Schaltgruppen

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​Das vom Schwestermagazin TOUR getestete S-Works Tarmac SL9 gilt als eines der komplettesten und ausgewogensten Wettkampf-Rennräder der Welt. Es erreichte in Top-Ausstattung mit Shimano Dura-Ace Di2, Roval-CLX-Sprint-Laufrädern und 30 Millimeter breiten Cotton-TLR-Reifen ein Testgewicht von betörenden 6,49 Kilogramm. Im Windkanal ermittelte TOUR bei 45 km/h eine erforderliche Tretleistung von 205 Watt und damit vier Watt weniger als beim SL8. Mit der Gesamtnote 1,4 setzte sich das Rad an die Spitze der aktuellen TOUR-Wertung. Kaum ein anderes Rad verbindet Gewicht, Aerodynamik, Fahrdynamik und Komfort derzeit besser zu einem stimmigen Gesamtkonzept, so das Fazit zum 14.000-Euro-Boliden.

Diese grundlegenden Eigenschaften sollen auch günstigere Varianten des SL9 übernehmen, die der US-Hersteller nun in die Shops liefert. Steuerrohr, Gabel, abgesenktes Unterrohr, das eng am Hinterrad verlaufende Sitzrohr sowie die unveränderte Race-Geometrie entsprechen dem S-Works. Allerdings lassen sich die Messwerte des TOUR-Testprimus nicht direkt übertragen: Vor allem schwerere und weniger aerodynamische Laufräder sowie zweiteilige Aluminiumcockpits erhöhen bei Expert und Comp Gewicht und Luftwiderstand. Auch die Rahmen werden aufgrund veränderter Carbon-Layups etwas schwerer.

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S-Level mit Top-Schaltung, aber schwererem Rahmen

Das neue S-Level, erstmals eingeführt beim Gravel-Racebike Crux, ersetzt die bisherige Pro-Version der Tarmac-Reihe. Es kombiniert einen 135 Gramm schwereren FACT-10r-Rahmen mit der FACT-12r-Gabel des S-Works, mit 822 Gramm (Herstellerangabe) fällt der Rahmen immer noch vergleichsweise leicht aus. Ausgestattet ist das Modell mit elektronischen Spitzengruppen SRAM Red AXS oder Shimano Dura-Ace Di2 und dem einteiligen Roval-Rapide-Cockpit. Damit bleibt die Integration des S-Works erhalten. Auch die 30 Millimeter breiten Cotton-TLR-Reifen werden übernommen.

Gespart wird gegenüber dem S-Works vor allem bei den Laufrädern. Das S-Works verwendetRoval Rapide CLX III mit Carbonspeichen, das S-Level Rapide CL III mit DT-350-Naben und Stahlspeichen. Hinzu kommen Edelstahl- statt CeramicSpeed-Lager sowie der etwas einfachere Power Pro Mirror anstelle des S-Works Power Mirror. Das angegebene Komplettgewicht steigt dadurch auf 7,1 Kilogramm. Der Preis beträgt unabhängig vom Schaltsystem 10.499 Euro – 3.500 Euro oder rund 25 Prozent weniger als beim S-Works. Das S-Level richtet sich damit an Käufer, die Top-Schaltung und integriertes Cockpit wünschen, den heftigen Preisaufschlag für den Ultraleicht-Rahmen, Carbonspeichen und CeramicSpeed-Lager aber vermeiden wollen.

Expert halbiert den S-Works-Preis

Auch das Tarmac SL9 Expert nutzt den FACT-10r-Rahmen und die FACT-12r-Gabel. Die Ausstattung fällt dafür konventioneller aus: Specialized montiert SRAM Force AXS oder Shimano Ultegra Di2, Roval-C38-Carbonlaufräder und ein zweiteiliges Cockpit aus Roval-Rapide-Aluminiumvorbau und Specialized-Aluminiumlenker. Das erleichtert Anpassungen von Vorbaulänge und Lenkerbreite, kostet gegenüber der integrierten Lösung aber Gewicht und aerodynamische Effizienz.

Mit 7,53 Kilogramm in der Ultegra- und 7,55 Kilogramm in der Force-Ausführung bleibt das Expert ein vergleichsweise leichtes Racebike. Beide Versionen kosten 6.999 Euro. Damit liegt das Expert 3.500 Euro unter dem S-Level und exakt 7.000 Euro unter dem S-Works.

Comp als Einstieg in die SL9-Plattform

Die günstigste Version ist ab sofort das Comp, es übernimmt ebenfalls den FACT-10r-Rahmen, die FACT-12r-Gabel und die SL9-Geometrie. Mit SRAM Rival AXS beziehungsweise Shimano 105 Di2 bleibt die Schaltung elektronisch. Größter technischer Unterschied sind die DT-Swiss-R470-Aluminiumlaufräder. Das Gewicht steigt auf 8,14 Kilogramm mit Rival AXS beziehungsweise 8,21 Kilogramm mit 105 Di2. Der Preis liegt für beide Varianten bei 4.499 Euro.

Specialized Tarmac SL9: Modelle, Ausstattung und Preise

  • Tarmac SL9 S-Level Dura-Ace Di2: Shimano Dura-Ace Di2, Roval Rapide CL III, Specialized Cotton TLR 30 mm – 10.499 Euro
  • Tarmac SL9 S-Level Red AXS: SRAM Red AXS, Roval Rapide CL III, Specialized Cotton TLR 30 mm – 10.499 Euro
  • Tarmac SL9 Expert Ultegra Di2: Shimano Ultegra Di2, Roval C38 Carbon, Specialized S-Works Turbo 30 mm – 6.999 Euro
  • Tarmac SL9 Expert Force AXS: SRAM Force AXS, Roval C38 Carbon, Specialized S-Works Turbo 30 mm – 6.999 Euro
  • Tarmac SL9 Comp 105 Di2: Shimano 105 Di2, DT Swiss R470 Aluminium, Specialized S-Works Turbo 30 mm – 4.499 Euro
  • Tarmac SL9 Comp Rival AXS: SRAM Rival AXS, DT Swiss R470 Aluminium, Specialized S-Works Turbo 30 mm – 4.499 Euro

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Jens Klötzer

Jens Klötzer

Redakteur

Jens Klötzer ist gelernter Wirtschaftsingenieur und bei TOUR der Experte für Komponenten aller Art: Bremsen, Schaltungen, Laufräder oder Reifen – alles testet Jens auf Herz und Nieren. Er sammelt historische Rennräder, besitzt sowohl ein modernes Zeitfahrrad wie ein Gravel-Reise-Rennrad aus Titan. Auf Reisen erkundet er gern unbekannte Straßen in Osteuropa – auf breiten, aber schnellen Reifen.

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