Jan Timmermann
· 26.07.2026
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Das Specialized Crux 5 macht keine Gefangenen. Das neue Race-Gravelbike will nichts geringeres sein, als das schnellste Gravelbike der Welt. Natürlich schielen bei einem solchen Superlativ viele auf das Topmodell mit S-Works-Label. Doch eine Ausstattungsvariante darunter könnte sich ein echter Performance-Tipp-Verstecken. Die S-Level-Option ist brandneu und ersetzt die Pro-Stufe im Lineup. Es soll ambitionierten Racern in den Genuss eines Highend-Crux-5 bringen ohne beim Preis in Dimensionen abzutauchen, die für nicht-gesponserte Athleten unerreichbar bleiben.
Es muss kein S-Works sein! Das Specialized Crux 5 S-Level steht seinem Vorbild nur in wenigen Punkten nach und ist ein astreines Race-Gravelbike: leicht, aerodynamisch und schnell. Die sportliche Sitzposition und eine leicht verbesserte Laufruhe prädestinieren es für lange Gravel-Races. Wer also auf das letzte Quäntchen Prestige verzichten kann und sich zum Rennsport bekennt, sollte beim S-Level zuschlagen. - Jan Timmermann, BIKE Redakteur
Keine Frage: Mit 10.499 Euro ist und bleibt das Specialized Crux 5 S-Level in den Augen der meisten Gravelbiker ein sündhaft teures Fahrrad. Im Vergleich zum 13.999 Euro teuren S-Works aber könnte es gar ein Schnäppchen sein. Der FACT 10r Carbon-Rahmen trägt laut Specialized gerade mal 98 Gramm mehr auf den Rippen als der FACT 12 Rahmen des teureren Geschwisterchens. Das S-Level teilt sich die wichtigsten Technologien mit dem Crux 5 S-Works, will aber einem etwas breiteren Publikum zugänglich sein. Wer auf Top-Niveau Gravel-Rennen bestreiten möchte, dürfte auch mit dem S-Level glücklich werden.
Für Specialized muss ein Race-Gravelbike vor allem eines sein: Schnell! Für die fünfte Generation des Crux nahmen sich die Kalifornier deshalb den legendären Unbound Gravel Kurs vor, um herauszufinden, was das Bike dort noch schneller machen könnte. Die Rahmenform erinnert an ein Tarmac SL8 – und das aus gutem Grund. Aerodynamik spielte bei der Neuauflage des Crux eine entscheidende Rolle. Specialized ist einer der ganz wenigen Bike-Hersteller weltweit, der einen eigenen Aerodynamik-Prüfstand betreibt. Gegenüber seinem Vorgänger soll das Crux 5 einen Aero-Vorteil von 12 Watt bei 45 km/h haben.
Specialized hat den Sitzwinkel etwas nachgeschärft, dieser steht nun ein halbes Grad steiler. Außerdem wächst der Reach um wenige Millimeter. Insgesamt besitzt das Crux 5 eine ziemlich sportliche Sitzposition. Sportlicher gar als bei vielen Endurance-Rennrädern. Klar, das Crux ist ein Race-Gravelbike und kompromisslos auf den Rennsport ausgelegt. Die Orientierung an den Straßenrennern ist unwiderlegbar. Mit acht Kilo ist dieses S-Level-Bike rund 700 Gramm schwerer als unser S-Works-Vergleichsmodell aber trotzdem noch superleicht. Vom dritten Flaschenhalter unter dem Unterrohr einmal abgesehen, gönnt Specialized dem Crux quasi nichts, was auch nur ein Gramm Zusatzgewicht bringen könnte.
Raketengleich schnellt das Specialized Crux 5 S-Level nach vorne. Die Beschleunigung treibt einem die Tränen in die Augen. Gerade über Terrain, wo es zu vielen Geschwindigkeitswechseln kommt spart das langfristig Energie. Auch die Specialized-eigenen Pathfinder-Reifen tragen ihren Anteil daran. Sie sind nur schwach profiliert und rollen auch auf Asphalt flüsterleise ab. Die Gummimischung verschenkt kein Watt, ist bei nassen Streckenbedingungen aber nicht die richtige Wahl. Unter Last kann auch bergauf über groben Schotter schnell mal die Traktion verloren gehen.
Durch eine schwerere Laufrad-Reifen-Kombi könnte das Crux an Fahrstabilität gewinnen, doch das war bei diesem Bike nie das Ziel. Insgesamt ist der Einsatzbereich des Crux 5 - auch in der S-Level-Variante - durchaus spitz konzipiert. Als Touren-Gravelbike für Hobbyfahrer oder gar Adventure-Bikepacking-Maschine ist es schlicht und ergreifend zu kompromisslos. Dafür hat Specialized ja auch das Diverge Modell im Programm. Auch das Crux bekam im Zuge des Updates aber etwas mehr Laufruhe eingeimpft. Dafür sorgen ein 0,5 Grad flacherer Lenkwinkel und ein etwas tieferes Tretlager. Das Resultat ist ein – gemessen am Gewicht – stabiler Geradeauslauf bei hohem Tempo. Passt der Speed, lässt sich das Bike kaum aus der Ruhe bringen und hält sicher die Spur. Super für die Langstreckentauglichkeit, wenn man nach 300 Kilometern im Sattel vielleicht etwas unkonzentriert ist.
Wie seht ihr das: Braucht es im Highend-Bereich das Crux 5 S-Works oder würdet ihr euch auch mit dem S-Level “zufriedengeben”? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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