Vado 3X 6.0 im TestDas ist Specializeds Top E-Bike für Touren

Adrian Kaether

 · 17.07.2026

BIKE Best of Test
Mit Vollfederung und allen erdenklichen Technik-Schmankerln bringt das Vado 3 X Komfort und Alltag in Einklang.
Foto: Wolfgang Papp
Mit neuem Motor, Touch-Display, lauter smarten Funktionen, Radar und Vollfederung will das Vado 3 X von Specialized Maßstäbe bei komfortablen und dynamischen Touren E-Bikes setzen. Wir konnten Specializeds Premium-E-Bike schon fahren.

Themen in diesem Artikel

Fazit zum Test des Specialized Vado 3 X 6.0

Teuer und schwer, trotzdem beeindruckt das Specialized in der Praxis. Das Vado 3X fährt sich super und setzt Maßstäbe bei Komfort und Tourenqualitäten. Mit dem umfangreichen Elektronik-Paket und Vollfederung ein sehr rundes Rad mit Premium-Finish. Wenn man denn bereit ist, es zu bezahlen.

Daten und Fakten zum Specialized Vado 3 X 6.0

Preis8.399,00 €
Gewicht32.1 kg
MotorSpecialized 3.1
AkkuSpecialized SB-C B26
SchaltungSRAM S1000 Eagle AXS

Messwerte

Sitzposition
aufrecht
33
sportlich
0
33
66
100

Alle Messwerte findest du hier

​Feuerrot und richtig teuer: Nein, hier geht’s nicht um einen Ferrari, auch wenn diese Assoziation bei Specialized weit verbreitet ist. Können die Räder diesem Premium-Image immer noch gerecht werden? Das neue Technologie-Flaggschiff Vado 3X vertritt zumindest glaubhaft den Anspruch. Lauter technische Raffinessen kombiniert Specialized mit Vollfederung, knalligem rot und mit dem stärksten Motor, den die Marke je im Programm hatte.

Wie der Name schon verrät, entstammt das Vado der Touren E-Bike Baureihe von Specialized. Das Vado gibt’s in drei Varianten. Als Vado mit starrem Heck und Straßenreifen und als Vado Evo mit leichten Profilreifen für leichte Schottereinsätze. Das Vado X ist das Modell mit 130/120 Millimetern Vollfederung und tritt in die Fußstapfen des SUV E-Bikes Tero X, das bei uns letztes Jahr einen Testsieg ergattern konnte.

105 Nm: Der bärenstarke Motor

Komplett neu ist der Motor. Das Vado X wird von einem Specialized 3.1 Antrieb mit bis zu 105 Newtonmeter und 810 Watt Spitzenleistung befeuert, den es so bisher nur im E-MTB Levo zu kaufen gab. Nur sehr seltene (E-MTB-)Motoren wie Mahle und DJI/Avinox setzen noch einen drauf. Für ein Tourenrad ist also massig Motorleistung vorhanden. Die Batterie fasst 840 Wattstunden. Das ist viel, muss aber mit der hohen Motorleistung auch so sein. Per optionalem Range Extender oder Schnellladegerät (499 Euro) kann man die Reichweite noch zusätzlich aufbohren.

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Touch-Display, PIN und Apple-Tracking

Wichtiger als die Leistung ist beim Vado 3X sowieso die Elektronik. Stichwort: Mehrwert im Tourenalltag. Schaltet man das Rad aus, werden auf Wunsch Rahmen- und Akkuschloss aktiviert. Man kann also das Hinterrad absperren und die Batterie entnehmen, ohne mit einem Schlüssel hantieren zu müssen. Dass das Rad das bei jedem Abschaltvorgang anbietet, macht im Alltag absolut Sinn.

Wer will, kann das Rad über eine vierstellige Pin sichern. Unser Topmodell Vado 3X 6.0 erkennt sogar von hinten herannahende Fahrzeuge per Radar und warnt wie Giants Explore E+ bei einer drohenden Kollision. Nachfolgende Fahrzeuge werden über eine seitliche Leiste im Display angezeigt. Über Apples „find my“ Funktion lässt sich das Vado 3X unkompliziert orten. Ein wirksamer Diebstahlschutz, wenn auch nicht ganz so zuverlässig wie SIM-Karten-basierte System à la Bosch Connect oder itsmybike. Dafür gibt’s keine laufenden Kosten.

Der Specialized-Trumpf: So fährt sich das Vado 3 X

Das Rad ist teuer und schwer, doch wer auf dem Vado 3X Platz nimmt, spürt den Premium-Nimbus ganz deutlich. Dank aufrechter Sitzposition, sensibler Federung und sehr breiter Reifen ist das Vado maximal komfortabel. Alles wirkt bis ins Detail durchdacht und passt ab Werk wie angegossen. Das bekommt kaum eine Fahrradmarke so gut hin und hier macht das Vado 3 X auch nochmal einen deutlichen Sprung gegenüber dem Vorgänger.

Das Specialized schiebt leise und betont druckvoll an. Das Cockpit mit zentral integriertem Farbdisplay ist eine echte Kommandozentrale und vermittelt ein hochwertiges Gefühl. Die Elektro-Schaltung von Sram ist mit knackiger Bedienung und sehr leisem und geschmeidigem Schalten selbst unter hoher Last, ohne Übertreibung die beste Kettenschaltung, die man für E-Bikes kaufen kann. Selbst eine XT Di2 Linkglide von Shimano zieht da deutlich den Kürzeren.

Über 30 Kilo: Ist das Vado zu schwer geworden?

Das hohe Gewicht des Vado spürt man dank tiefem Schwerpunkt und durchdachter Geometrie kaum. Das Rad fährt sich sogar auffallend dynamisch und macht vom Pendeln bis zur großen Tour richtig Spaß. Das satte und kraftvolle Fahrgefühl erinnert uns allerdings mehr an BMWs Adventure-Motorrad GS, als an den klassischen Drahtesel. ABS, Heizgriffe und Schaltautomatik würden dem Specialized auch noch gut stehen. Und schieben oder gar Tragen will man das Vado wirklich nicht.

Fans von leichtfüßigem Minimalismus werden mit dem Vado 3 X also nicht glücklich. Andererseits dürfte der enorme Komfort und die hohe Souveränität bei kraftvollem Antritt viele E-Biker begeistern. Der Alltagsnutzen ist mit tollen Schutzblechen, stabilem Ständer, hellem (Fern-)licht und vollwertigem Gepäckträger sehr hoch. Sogar Frontträger und Quad-Lock Handy-Halterung sind ab Werk mit dabei, fehlten nur beim Testbike. Echte Nachteile sucht man in der Praxis mit der Lupe. Nur die Sram-Bremse neigte zum Quietschen. Da dürfte Specialized ruhig die dickeren HS2 Scheiben von Sram spendieren, die vermutlich Abhilfe schaffen würden.

Das Specialized Vado 3 X 6.0 im Überblick

Stärken

  • ​Souverän & komfortabel
  • praktisch im Alltag
  • druckvoller Motor
  • gute Elektronik
  • Premium-Finish

Schwächen

  • Preis und Gewicht sind hoch
  • Bremse neigt zum Quietschen
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Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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