Neues Scott Spark DC 2027Trailbike mit 140 mm ab 11,5 kg

Jan Timmermann

 · 10.09.2026

Die Leichtigkeit des Seins: Das Scott Spark DC 2027 will ein Down-Country-Bike mit leichtfüßigem handling und effizientem Fahrverhalten sein.
Foto: Rupert Fowler
Scott hat etwas gegen träge Trailbikes mit Übergewicht: Das brandneue Spark DC 2027. Die Schweizer setzen ihr 140-Millimeter-Fully auf Diät und verpassen ihm trotzdem die volle Ladung Systemintegration. Das Ziel: Fahrspaß statt Lethargie. Wie Scott das Spark DC auf Verve getrimmt hat, zeigt dieser Artikel im Detail.

Themen in diesem Artikel

Scott will mit dem neuen Spark DC genau die Eigenschaften aus ihrem Fully-Konzept herauskehren, die ein Trailbike so spaßig machen. Das Spark DC 2027 soll eben kein weiteres Dickschiff sein, das man nur widerwillig zum Trail-Einstieg pedaliert. Stattdessen lässt Scott den Down-Country-Gedanken wieder aufleben und impft dem großen Bruder des Spark RC dafür viele von dessen sportlichen Attributen ein. In Rahmen und Fahrwerk stecken jede Menge Technologie. Manege frei für das neue Scott Spark DC!

Fazit

Mein erster Eindruck vom neuen Scott Spark DC: So sollte ein Trailbike sein! Ich halte wenig von 15-Kilo-Brechern und glaube, dass Scott mit dem Down-Country-Konzept sehr viele Biker glücklich machen könnte. Das Level an Systemintegration ist krass - ein echter USP! Ich bin gespannt, ob sich das Scott Spark DC als Do-It-All-Trailbike in einem schwierigen Markt etablieren kann. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
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Das Scott Spark DC 2027 im Detail

  • Einsatzbereich: Trailbike
  • Federweg: 140 / 138 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Gewicht: ab 11,5 kg
  • Preis: ab 3699 Euro
  • Besonderheiten: integrierter Dämpfer, Rahmenstaufach, Tool-Mount, Lenkwinkel-Verstellung, Lenkanschlags-Begrenzer, Flex-Pivot, SAG-Indikator

Trailbikes dürfen wieder Trailbikes sein

Lange war die Bike-Szene auf der Suche nach dem Do-It-All-Bike, einem Fahrrad, das alle Abenteuer eines echten Mountainbikers mitmachen konnte. Trail- und All-Mountain-Bikes schienen mit leichten Aufbauten und den nötigen Federwegsreserven die Antwort für alle Nicht-Racer zu sein. Doch über die Zeit legten die eierlegenden Wollmilchsäue zu viele Pfunde zu, wurden schwer und träge. Der Einfluss krasser Enduro-Fahrwerke, dicker Reifen und fetter Konstruktionen bremste die beliebte Trailbike-Kategorie wortwörtlich aus. Als die Hersteller versuchten unter dem Claim “Down-County” leichte Bikes oberhalb der Marathon-Disziplin wieder hip zu machen, taten ihn viele Biker als Marketing-Trendbegriff ab.

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Scott greift den Down-Country-Ansatz wieder auf und versieht sein neues Trailbike mit dem entsprechenden Kürzel “DC”. Das Spark DC soll die Effizienz eines Cross-Country-Bikes mit Fahrspaß in rauem Gelände verbinden. Es soll das dynamische Fahrgefühl und die ausdauernden Qualitäten eines leichten Bikes mit einer hohen Abfahrtskompetenz zusammenbringen. In steilem, ruppigen Terrain soll es Sicherheit vermitteln, ohne zu große Kompromisse bei Kletterfähigkeiten und Sprintwertung einzugehen. Damit richtet sich das neue Scott Spark DC an alle Mountainbiker, die nicht regelmäßig an einer Startlinie stehen, die modernen und sportiven Attribute des Racers Spark RC aber zu schätzen wissen.

Zuletzt sahen wir eine ganze Riege neuer Trailbikes, die zu ihren beleibten Wurzeln zurückkehren wollten und überschüssiges Gewicht wegsparen, so etwa das neue Canyon Lux Trail, das überarbeitete Santa Cruz Tallboy oder das erneuerte Transition Spur V2. Nach Jahren des Over-Engeneerings ist Leichtbau in der Trailbike-Kategorie wieder in Mode - das finde ich gut! - Jan Timmermann, BIKE, Redakteur

Ab 11,5 Kilo

Mit den Scott Spark RC hat das neue Spark DC einen leichtgewichtigen Bruder in der Familie. Trotzdem wurde dessen Rahmen für das Trailbike-Modell nicht einfach übernommen, sondern von Grund auf eigenständig konstruiert. Natürlich teilen sich die Geschwister einige markante Merkmale. So liegt der Dämpfer auch beim Spark DC verborgen im Unterrohr, um einen möglichst niedrigen Schwerpunkt zugunsten eines unkomplizierten Handlings zu erreichen. Anstatt auf das leicht möglichste Gewicht zu zielen, suchten die Scott-Ingenieure fürs neue Trailbike einen optimalen Kompromiss aus Stärke, Steifigkeit und Haltbarkeit. Entsprechend wurden die Rohrprofile aufs Einsatzgebiet angepasst.

Auch bei den Lagern wollte man keine Kompromisse eingehen und dichtet die meisten von ihnen doppelt ab. Die besonders leichten Rahmen der Topmodelle bestehen aus steiferen HMX-Carbonfasern und werden standardmäßig mit besonders leichtgängigen Lagern von Ceramic-Speed inklusive lebenslanger Garantie ausgestattet. Mit der Summe dieser Anpassungen will Scott einen der leichtesten modernen Trailbike-Rahmen überhaupt gebaut haben. In der edelsten Konfiguration wiegt das Komplettbike laut Hersteller 11,5 Kilo.

Fahrwerk und Geometrie

Gewicht spart auch der Verzicht eines zusätzlichen Lagerpunktes durch den Einsatz eines Flex-Pivots ein. Im Inneren konnte die Menge an Hardware reduziert werden. Eine Neuplatzierung der Lagerpunkte soll die Steifigkeit des Rahmens im Vergleich zum Vorgänger verbessert haben. Die neue Kinematik des Hinterbaus verspricht ein sensibles Ansprechverhalten, ein definiertes Arbeiten im mittleren Federwegsbereich und einen kontrollierten Bottom-Out. Der Anti-Squat-Wert soll zugunsten der Fahrwerkseffizienz angepasst worden sein.

Alle Dämpfer kommen mit speziell aufs Scott Spark DC abgestimmten Custom-Tunes und Lageraufhängung, um die Reibung zu reduzieren. Der Hinterbau gibt 138 Millimeter Federweg frei. Scott kombiniert dies an seinen Komplettbikes mit 140er Gabeln, 150er sind jedoch ebenfalls freigegeben. Auch am Trailbike setzt Scott weiterhin auf den bewährten Twinloc-Lenker-Remote, über den Gabel und Dämpfer simultan gesperrt werden können. An den Topmodellen übernimmt diese Funktion das elektronische Rockshox Flight Attendant System. Den preisgünstigeren Bikes verpassen die Schweizer extra Seilzug-gesteuerte Systeme an der Trail-Gabel.

Bei der Geometrie lässt Scott dem Kunden mittels verstellbarer Steuersatzschalen Individualisierungsspielraum. Der Lenkwinkel kann um 0,5 Grad in beide Richtungen variiert werden. In der neutralen Einstellung misst er flache 65 Grad. Der Sitzwinkel steht bei 76,1 Grad und Reach-Werte liegen zwischen 431 und 521 Millimetern in Rahmengröße S bis XL. Größenunabhängig stehen die Kettenstreben bei 440 Millimetern.

Systemintegration par excellence

Genau wie beim Cross-Country-Bruder gewähren beim Scott Spark DC zwei magnetische Cover Zugang zum Rahmeninneren. Dort können am Dämpfer alle Einstellungen vorgenommen werden und man gelangt an das integrierte Rahmenstaufach. Durch austauschbare Cover-Inserts ist das Spark DC mit einer Vielzahl an Dämpfern kompatibel - selbstverständlich auch mit Ausgleichsbehälter.

In einer Halterung im Unterrohr sitzt ein kleines Tool und in einer Werkzeugasche können zum Beispiel Ersatzschlauch und CO2-Kartusche transportiert werden. Damit der Rahmen zum Fahrwerks-Setup nicht jedes Mal geöffnet werden muss, findet sich außen der bereits vom Vorgänger bekannte SAG-Indikator. Weiteres Zubehör lässt sich an einem Tool-Mount unter dem Oberrohr transportieren. Ein kleines Schutzblech zwischen den Sitzstreben soll den Rahmen vor Dreckbeschuss bewahren. Anders als das RC verzichtet das Scott Spark DC auf eine zweite Flaschenhalteraufnahme.

Während am Racebike außerdem alle Leitungen durch den Steuersatz ins Rahmeninnere verschwinden, lässt Scott am Spark DC die Wahl für eine klassische Zugführung durch das Steuerrohr. Ein austauschbares Cover sorgt bei beiden Optionen für eine aufgeräumte Optik. Ein integrierter Lenkanschlagsbegrenzer soll im Falle eines Sturzes den Rahmen vor Schäden durch Kontakt mit dem Cockpit schützen. Auch die Sattelklemme ist ins Chassis integriert. Die teureren Modelle im Lineup kommen mit Lenker-Vorbau-Einheit aus Carbon. Bei den günstigeren Varianten ist diese aus Aluminium.

Ausstattung

Um Gewicht zu sparen und auch bei der Ausstattung Down-Country-Akzente zu setzen, spezifiziert Scott am Spark DC schnell rollende Reifen in der Maxxis-Kombination Forekaster und Recon. Auch die Sram Motive Bremsen sind ein Tribut an den sportiven-leichten Aufbau, werden jedoch mit den dicken HS2-Rotoren kombiniert. Natürlich setzt Scott auf Anbauteile der Hausmarke Syncros. Darunter an den Topmodellen unter anderem der neue Syncros Sylverton CF2 Laufradsatz, welcher auf eine speziell auf den Trailbike-Einsatz hin optimierte Carbonfelge besitzt, sich aber die Carbonspeichen der Racebike-Variante spart. Ein durchgehendes Sitzrohr erlaubt lange Dropper-Posts.

Modelle, Gewichte und Preise

  • Scott Spark DC 40 (Rockshox Base, Shimao Deore): 13,8 kg / 3699 Euro
  • Scott Spark DC 30 (Rockshox Select, Sram Eagle 70): 13,0 kg / 4699 Euro
  • ​Scott Spark DC 20 (Fox Factory, Shimano XT Di2): 12,7 kg / 5699 Euro
  • Scott Spark DC 10 (Rockshox Flight Attendant, Sram X0 Transm.): 12,3 kg / 8499 Euro
  • ​Scott Spark DC Factory (Rockshox Flight Attendant, Sram XX SL Transm.): 11,5 kg / 11.499 Euro

Wie seht ihr das: Dürfen leichte Trail- und Downcountry-Bikes eine Renaissance erleben oder schwört ihr auf schwere Enduro-Boliden? Schreibt es uns in die Kommentare!

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Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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