Cube Reaction C:62 One im CheckCarbon-Hardtail MTB für 1499 Euro

Jan Timmermann

 · 05.07.2026

Das Cube Reaction C:62 One bietet etwas, das es heute nur noch selten gibt: Ein Carbon-Hardtail für unter 1500 Euro.
Foto: Georg Grieshaber

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Das Cube Reaction C:62 One ist in seiner Preisklasse fast konkurrenzlos. Für unter 1500 Euro gibt es bei der deutschen Marke bereits einen durchdachten Carbonrahmen mit Shimano-XT-Schaltung. Aber reicht das schon, um ein gutes Hardtail Mountainbike zu sein? Wir haben das Cube Reaction C:62 One ausgecheckt.

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Mit dem Reaction C:62 erfüllt Cube der Mountainbike-Szene einen oft geäußerten Wunsch: Endlich wieder ein Hardtail mit Carbonrahmen zum günstigen Preis. Lange war die 1000-Euro Hardtail-Klasse das Rückgrat des MTB-Sports. In den guten alten 26-Zoll-Zeiten hatte fast jeder Hersteller ein Hardtail für einen Riesen im Programm. Nicht selten bekam man dafür einen Carbonrahmen und die bewährte Shimano-XT-Schaltung. Solche Bikes konnte man bedenkenlos jedem Einsteiger empfehlen, denn sie erschlossen Touren und Fahrspaß.

Heute ist die wirtschaftliche Hürde deutlich gestiegen. Technische Innovationen wie Dropper-Posts und große Kassetten machten Mountainbikes besser aber auch schwerer. Leichte Bikes wurden über die Jahre immer teurer. Ein geländetaugliches Hardtail mit Carbonrahmen geben die meisten Marken heute nicht mehr unter 2000 Euro her. Cube aber schafft es das Reaction C:62 One mit Kohlefaser-Chassis unter die 1500-Euro-Marke zu drücken. Gibt es einen Haken?

Das Cube Reaction C:62 One im Detail

  • Einsatzbereich: Cross Country / Marathon / Tour
  • Federweg: 100 mm
  • Laufradgröße: 29” (Größe S-XXL) / 27,5” (Größe XS)
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Gewicht: 12,4 kg
  • Preis: 1499 Euro >> bei Fahrrad XXL oder Lucky Bike erhältlich
  • Besonderheiten: integrierte Sattelklemme, interne Zugführung

Ausstattung

  • Federgabel: Rockshox Recon Silver RL
  • Antrieb: Shimano XT / Deore (1 x 12), 32; 10-51
  • Bremsen: Shimano BR-MT410, 180/160 mm
  • Sattelstütze: Cube Aluminium
  • Laufräder: Acid SLX 25
  • Reifen: Schwalbe Racing Ray / Racing Ralph, Addix Performance, 29 x 2,25

Schlank und rank

Der Carbonrahmen des Cube Reaction C:62 One wirkt optisch, wie aus einem Guss. Eine in den Rahmen integrierte Klemmung der Sattelstütze sowie durch den Steuersatz verlegte Leitungen verleihen dem Hardtail einen cleanen Look. Doch wer schön sein will muss leiden: Aus unserer Testerfahrung wissen wir, dass beides die Wartungsfreundlichkeit verschlechtert.

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Gerade für MTB-Neulinge können die fummelige Sattelklemme und die integrierte Zugführung aufgrund ihrer Komplexität zur Service-Falle werden. Solange alles funktioniert aber macht das Reaction eine gute Figur.

So oder so ist es schön, dass Cube-Kunden auf ein großes Händlernetz bauen können, denn im Falle des Reaction C:62 One empfiehlt sich eine Testfahrt. In Größe L fällt das Sitzrohr vergleichsweise kurz aus, während zur nächstgrößeren Variante XL ein deutlicher Sprung von sechs Zentimetern besteht. Die Vorteile eines kurzen Sitzrohres kommen zudem nur eingeschränkt zur Geltung, wenn - wie an diesem Modell - keine absenkbare Sattelstütze montiert ist.

Auf Touren im Gelände punktet der Zwölffach-Antrieb mit Shimano XT-Schaltwerk. Damit kommen auch weniger trainierte Fahrer jeden Anstieg hinauf. Ins Paket schummeln sich Verschleißteile der günstigeren Deore-Familie und eine Kurbel der Eigenmarke. Funktional ist das kein Beinbruch, erklärt jedoch teilweise das Gewicht von 12,4 Kilo trotz Carbonrahmen. In seiner Preisklasse lässt sich das Cube Reaction C:62 One trotzdem als leicht bezeichnen.

Die Sitzposition ist sportlich, ohne dabei übermäßig gestreckt oder extrem auszufallen. Selbst Einsteiger können dank des komfortabel gepolsterten Sattels längere Ausfahrten angenehm bewältigen. Da das Cube Reaction C:62 One auf einen Sattelstützendurchmesser von 27,2 Millimeter baut, ist die Auswahl an nachrüstbaren Dropper-Posts eingeschränkt.

Ein großer Auszug über dem Rahmen kann trotz Alu-Stütze für ausreichenden Sitzkomfort sorgen. Werden die Anstiege sehr steil, verlangt die extrem kurze Kettenstrebenlänge jedoch eine deutliche Gewichtsverlagerung nach vorne, damit das Vorderrad ruhig bleibt und effizient geklettert werden kann.

Lieber seicht als technisch

Durch das tief positionierte Tretlager sitzt der Fahrer gut integriert im Cube Hardtail, dennoch fühlt sich das Reaction mit hohem Rahmen und starrer Stütze auf steilen Abfahrten nicht besonders wohl. Der Lenker fällt mit 720 Millimetern unzeitgemäß schmal aus und baut flach, sodass in Schlüsselsektionen das Kontrollgefühl fehlt.

Die Bremsen beißen eher zahm zu. Wenig überzeugend auch die Reifenwahl: Cube verbaut Schwalbe-Reifen in der einfachen Performance-Ausführung, die sowohl beim Grip als auch bei der Eigendämpfung nur begrenzte Reserven bieten. Auf den 25 Millimeter schmalen Felgen stellen sich die nur 2,25 Zoll breiten Gummis nicht weit auf. Bei der Reifen-Felgen-Kombination schlummert großes Tuning-Potential, um das Reaction C:62 für den Gelände-Einsatz zu rüsten.

Die Rockshox Recon Silver Federgabel kann bei Sensibilität und Dämpfung nicht mit höherwertigen Gabeln mithalten. Für Anfänger kann sie die Handgelenke abseits befestigter Wege entlasten, schneller und ambitioniertere Fahrer dürften sich aber ein definierteres Fahrwerk wünschen.

Auf weniger technischem Terrain kann das Reaction dagegen seine Stärken ausspielen. Das agile Fahrverhalten überzeugt mit einer direkten Umsetzung von Lenkbefehlen, was dem moderaten Lenkwinkel zu verdanken ist. Darüber hinaus lässt sich das Bike mühelos anheben und wirkt insgesamt sehr verspielt.

Fazit

Wer unbedingt einen Carbonrahmen sein Eigen nennen möchte und auf entspannte Touren durch einfaches Gelände steht, findet im Cube Reaction C:62 One einen passenden Begleiter. Solange Anstiege und Abfahrten nicht zu anspruchsvoll werden, bereitet das agile Hardtail viel Fahrspaß. Fahrer mit höheren Ansprüchen werden bei Reifen und Fahrwerk Verbesserungspotenzial erkennen. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

Pro

  • ästhetischer Carbonrahmen
  • agiles Handling bereitet Fahrspaß
  • attraktive Preis-Leistung

Contra

  • Systemintegration geht zu Lasten der Servicefreundlichkeit
  • Wenig Reserven im Downhill
  • billige Reifen beschneiden Potential

Was meinst du: Wie viel darf der Einstieg in den Mountainbike-Sport kosten und braucht es an einem günstigen Hardtail bereits einen Carbonrahmen? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare!

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Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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