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Für unter 500 Euro will das Cube Aim One bereits ein Mountainbike sein. Günstige Hardtails sind die Basis des Offroad-Radsports und besonders für viele MTB-Einsteiger attraktiv. Heute haben jedoch auch die Preise für Hardtails zugelegt und Deutsche geben für diese Bike-Kategorie im Schnitt zwischen 1000 und 2500 Euro aus. Früher galt der Spruch: Bei 1000 Euro startet der Mountainbike-Spaß. Kann das Cube Aim One für weniger als die Hälfte da heute noch echten Gelände-Spaß bieten. Der Hersteller verspricht eine durchdachte Geometrie mit zuverlässigem Handling und bewirbt das günstige Mountainbike mit einer komfortablen Federgabel sowie griffigen Reifen. Hört sich nach einem super Geschäft an? Wir haben ins Kleingedruckte geschaut und geben eine Einschätzung zum Cune Aim One.
Cube Mountainbikes sind für ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis bekannt. Auch das Cube Aim macht da prinzipiell keine Ausnahme. Das Preisschild, der Aluminiumrahmen mit intern verlegten Leitungen und Markenteile von Shimano dürften im Bike-Shop das Kaufinteresse wecken. Auch das spricht fürs günstige Hardtail von Cube: Der bayerische Hersteller unterhält ein großes Händlernetz. So sollte die Anbindung an eine fachkundige Werkstatt leicht fallen. Erfreulich modern fällt die Geometrie aus. Während man bei anderen Herstellern in diesem Preisbereich oft ein veraltetes Konzept in Kauf nehmen muss, liegt der Lenkwinkel des Cube Aim One mit 68,5 Grad modern-flach. Zusammen mit den extralangen Kettenstreben verspricht die Geometrie eine hohe Laufruhe aber nicht unbedingt Spieltrieb - gut für Kontrolle und Sicherheit im Gelände, eher schlecht für das Erlernen agiler Fahrtechnikmanöver.
Bei der Ausstattung teilt das Cube Aim One das Schicksal aller so günstiger Hardtails: Die verbaute Technik ist auf einem längst überholten Stand. Die Zwei-Mal-Acht-Übersetzung war schon vor 20 Jahren nicht mehr attraktiv, denn durch Überschneidungen in der Übersetzung bringen die 16 Gänge keinen Vorteil zu modernen Einfach-Antrieben. Zusammen mit dem properen Gewicht von 14,7 Kilo müssen Touren mit vielen Höhenmetern langsam angegangen werden. Apropos Gewicht: Dieses liegt beim Cube Aim Hardtail auf dem Niveau mancher Fullys mit 150 Millimetern Federweg oder mehr. Ein dynamisch-leichtfüßiges Fahrverhalten dürfen Kunden nicht erwarten.
Reifen, Fahrwerk und Bremsen gehören zu den wichtigsten Komponenten an einem Mountainbike. Auch hier leidet das Cube Aim One unter dem Spardruck. Die hauseigenen Reifen fallen auf den hauseigenen Felgen extrem schmal aus. Darunter leiden Komfort, Grip und Rollwiderstand. In unserer Testerfahrung kann die Sr Suntour Federgabel weder mit Feinfühligkeit, noch mit Dämpfungskontrolle punkten. Besser beraten wären Hardtail-Piloten hier vermutlich mit einer leichten Starrgabel in Kombination mit hochwertigen, breiten Reifen. Leider hält der Markt diese Option kaum bereit. Die gruppenlosen Shimano-Scheibenbremsen stattet Cube mit extrem kleinen Scheiben aus. Gerade auf längeren Abfahrten leidet so die Bremskraft.
Das Cube Aim One ist ein schickes Bike, das den Tourenradius auf unbefestigte Wege erweitern kann. Der Preis ist sagenhaft günstig, die Geometrie stimmig. Allzu viel dürfen Biker vom Cube Hardtail jedoch nicht erwarten. Das schwere Paket kommt mit veralteter Technik, die Gelände ordentlich ausbremst. Schnäppchenjäger dürfen zuschlagen, ambitionierte Sportler sollten lieber weiter sparen. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

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