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Mit dem Cube Aim SLX dürften vor allem Einsteiger und junge Biker liebäugeln. Gerade preiswerte Hardtails gelten als klassischer Türöffner für den Geländesport. Gleichzeitig sind die Preise in diesem Segment in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: Für ein Hardtail investieren Käufer in Deutschland heute durchschnittlich zwischen 1.000 und 2.500 Euro. Für unter 700 Euro wirbt das Cube Aim SLX mit einer ausgewogenen Geometrie, einem sicheren Fahrverhalten, einer komfortablen Federgabel und profilierten Reifen für den Einsatz abseits befestigter Wege. Doch wie viel steckt tatsächlich hinter diesen Versprechen? Wir haben die Ausstattung genau unter die Lupe genommen und ordnen ein, für wen sich das Cube Aim SLX Hardtail wirklich eignet.
Einsteiger dürfen sich nicht alleine von der Schaltgruppe am Cube Aim SLX blenden lassen. Um von einem guten MTB zu sprechen sind die Defizite vor allem bei Reifen und Gewicht zu hoch. Über 15 Kilo sollte kein Mountainbike-Hardtail wiegen. Das günstige Cube eignet sich für gemütliche, fahrstabile Touren oder den Weg zur Schule, nicht wirklich für den Gelände-Einsatz. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Cube genießt seit Jahren den Ruf, Fahrräder mit einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten – und das Aim One reiht sich grundsätzlich in diese Tradition ein. Schon auf den ersten Blick machen der Aluminiumrahmen mit innen verlegten Zügen sowie Komponenten von Shimano einen soliden Eindruck und sorgen für Vertrauen beim Kauf. Ein weiterer Pluspunkt ist das dichte Händler- und Servicenetz von Cube, das Wartung, Reparaturen und Ersatzteile unkompliziert zugänglich macht.
Positiv fällt die Rahmengeometrie auf. Während viele Hardtails in dieser Preisklasse noch auf überholte Konzepte setzen, orientiert sich das Aim an modernen Standards. Mit einem flachen Lenkwinkel von 68,5 Grad verspricht das Bike ein stabiles Fahrgefühl, insbesondere auf schnellen oder unebenen Strecken. Die langen Kettenstreben verstärken diesen Charakter zusätzlich und sorgen für viel Laufruhe. Wer jedoch ein besonders verspieltes Handling oder ein Bike zum Erlernen von Manuals, Bunny Hops oder anderen Fahrtechnikmanövern sucht, wird hier eher Kompromisse eingehen müssen. Das Aim SLX setzt seinen Schwerpunkt klar auf Kontrolle, Berechenbarkeit und Sicherheit im Gelände.
Bei der Ausstattung wird schnell deutlich, warum das Cube Aim SLX so günstig angeboten werden kann. An vielen Stellen kommt Technik zum Einsatz, die aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß ist. Dazu zählen beispielsweise die Schnellspann-Achsen, welche bei härterer Gangart im Gelände der Steifigkeit moderner Steckachsen unterlegen sind. Auch das Gewicht passt kaum zu den Erwartungen an ein modernes Hardtail. Mit 15,2 Kilogramm bringt das Aim SLX überraschend viel Masse auf die Waage – ein Wert, den inzwischen sogar einige vollgefederte Enduros mit deutlich mehr Federweg erreichen oder unterschreiten.
Das hohe Gewicht macht sich vor allem im sportiven Einsatz bemerkbar, wo das Bike nur zäh beschleunigt und viel Körpereinsatz verlangt. Wer ein spritziges, agiles Mountainbike sucht, das spielerisch über bewegt werden kann, wird hier enttäuscht. Stattdessen vermittelt das Aim One ein eher träges Fahrgefühl, das den Fahrspaß spürbar einschränkt. In Anstiegen hilft auch die Lockout-Funktion der SR-Suntour-Gabel wenig. Das Cube Aim SLX ist und bleibt zu schwer für den sportlichen Einsatz. Auf der Haben-Seite und praktisch, wenn das Hardtail nicht nur als klassisches Mountainbike eingesetzt werden soll: Das schwergewichtige Ausstattungspaket umfasst einen Seitenständer.
Ausgerechnet bei den Komponenten, die im Gelände den größten Unterschied machen, spart das Cube Aim One besonders. Reifen, Federgabel und Bremsen gehören zu den entscheidenden Faktoren für Kontrolle und Fahrsicherheit – doch genau hier zeigt das günstige Hardtail seine größten Schwächen. Die schmalen Cube-Reifen auf den hauseigenen Felgen bieten nur wenig Aufstandsfläche. Das geht zulasten von Traktion und Fahrkomfort, während gleichzeitig der Rollwiderstand auf losem Untergrund steigt. Auch die verbaute SR Suntour-Federgabel erreicht nicht das Niveau moderner Luftfedergabeln und kann das Defizit der Reifen nicht ausgleichen.
Cube kombiniert einfache Shimano-Scheibenbremsen ohne Gruppenzugehörigkeit mit ungewöhnlich kleinen Bremsscheiben. Das mag für kurze Fahrten im Flachen genügen, auf längeren oder steileren Abfahrten stößt die Anlage jedoch schnell an ihre Grenzen. Nachlassende Bremsleistung und eine geringere Hitzebeständigkeit sind die vorhersehbaren Folgen – Eigenschaften, die gerade an einem Mountainbike kritisch zu bewerten sind. Für echten Gelände-Einsatz eignet sich auch die starre Sattelstütze nur bedingt. Immerhin verbaut Cube einen Schnellspannhebel, um den Sattel bei Bedarf abzusenken.
Einen Lichtblick in der Ausstattungsliste gibt es beim Antrieb. Anders als das nochmals günstigere Cube Aim One für 499 Euro setzt das SLX-Modell auf einen modernen Zwölffach-Antrieb mit nur einem Kettenblatt. Die Shimano-Deore-Gruppe bringt zwar viel auf die Waage, kann aber mit Schaltperformance, Übersetzungsbandbreite und Zuverlässigkeit überzeugen.
Wie seht ihr das: Sollten auch MTB-Einsteiger bereits auf das Gewicht ihres Bikes achten? Was sind eure Tipps? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

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