AVN 3.2 Concept-Bike32 Zoll, Carbon-Rohre, Alu-Muffen, 9,9 kg

Jan Timmermann

 · 02.09.2026

Um die Front an ihrem 32 Zoll Prototypen Hardtail niedrig zu halten, setzt AVN auf ein kurzes Steuerrohr.
Foto: AVN
Das AVN 3.2 wird es so nie zu kaufen geben. Trotzdem lohnt sich der Blick auf das einzigartige 32-Zoll-Hardtail. Als Technologieträger zeigt es, wie die Mountainbikes der Zukunft aussehen könnten. Wir sind in die Details zum AVN 3.2 abgetaucht.

Themen in diesem Artikel

Beim ersten Blick aufs AVN 3.2 wird bereits klar: Dieses Hardtail ist anders als die anderen - und das wird es auch immer bleiben. Beim speziellen Rahmen aus Carbonrohren und Alu-Muffen handelt es sich um eine spezielle Einzelanfertigung, um die Potentiale und Herausforderungen von 32 Zoll Mountainbikes zu ergründen. Für einen Prototypen, der es wohl niemals in den Handel schaffen wird, haben die Franzosen aber einen überaus überzeugenden Job gemacht. Wir werfen einen Blick auf das besondere AVN 3.2.

Fazit

Optisch und technisch finde ich das AVN 3.2 einfach nur geil. Die Symbiose aus CNC-gefrästen Alu-Verbindungsstücken und Carbonrohren weckt sofort mein Interesse. Ich teile außerdem die Meinung der Franzosen, dass 32 Zoll Mountainbikes am besten in der Praxis erprobt werden und nicht zu träge sein dürfen. Wer weiß, vielleicht findet ja doch ein Hardtail, wie das AVN 3.2. eines Tages seinen Weg auf den freien Markt. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

Das AVN 3.2 im Detail

  • Einsatzgebiet: Cross Country / Marathon
  • Federweg: 90 mm
  • Laufradgröße: 32”
  • Rahmenmaterial: Carbon / Aluminium
  • Grewicht Rahmen: 1,48 kg
  • Gewicht Komplettbike: 9,9 kg
  • Preis: unverkäuflicher Prototyp

Probieren geht über Studieren

Hinter AVN Bikes steckt ein kleiner Prototypen- und Rahmenbauer. Gemeinsam mit dem französischen Vojo-Magazin wagten sich die Entwickler an das Projekt eines 32-Zoll-Mountainbikes. Das Ziel: Nicht nur auf theoretischen Grundlagen diskutieren, sondern die neue Laufradgröße wirklich testen, ausprobieren und zum Leben erwecken. Ein Prototypen-Rahmen aus Stahl oder Aluminium lag nahe, da dieser kostengünstig und unkompliziert zu fertigen wäre. Allerdings wäre ein solches Fahrgestell auch schwer ausgefallen und die Tüftler wollten in Tests mit anderen 29er Hardtails nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Eine Bauform für einen Monocoque-Carbonrahmen anzufertigen hätte wiederum leicht zehntausende Euro gekostet.

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AVN hat sich auf Hybrid-Rahmen aus Kohlefaser und Leichtmetall spezialisiert. Um die Umsetzbarkeit des Projektes zu skizzieren, wurde das 3.2 zunächst in einem 3D-Computerprogramm designet. Anschließend kam ein erster, originalgetreuer Kunststoff-Prototyp aus dem 3D-Drucker. An ihm konnten bereits erste Steifigkeitsdaten gemessen und kleine Design-Elemente angepasst werden. Auf einer CNC-Fräße entstehen schließlich die sogenannten “Lugs”. Die Verbindungselemente des 3.2 bestehen aus 7075er Aluminium. In diese werden genaustens abgelängte Carbonrohre eingeklebt. Doppelte Klebestellen sollen für die nötige Stabilität sorgen. Vojo gibt das Rahmengewicht mit 1,475 Kilo an.

Spezial-Aufbau

Ein Verkauf des AVN 3.2 war nie geplant. Es handelt sich um ein reines Experiment. Da bislang Serienkomponenten für 32-Zoll-Bikes fehlen, wurde für den Aufbau eine Cannondale Lefty Federgabel in Upsidedown-Bauweise verwendet. Um das Anschlagen des großen Vorderrads im Bottom-Out zu verhindern, musste deren Hub auf 90 Millimeter reduziert werden. Um das 32er Hardtail mit seinen 29er Geschwistern besser vergleichen zu können, wollte man eine Geometrie erreichen, die nicht zu weit von üblichen Konventionen abweicht. Der Lenkwinkel des Prototypen steht 67 Grad flach, der Reach baut 475 Millimeter lang.

Eine der größten Herausforderungen stellte die Kettenstrebenlänge dar. Die großen Laufräder brauchen im Hinterbau selbstverständlich mehr Platz. Um dennoch ein kurzes Heck mit 430 Millimeter knappen Kettenstreben zu erreichen, entwarf AVN ein spezielles, abfallendes Yoke und setzt auf einen Superboos-Nabenstandard. Um die Front nicht zu hoch ausfallen zu lassen, entschied man sich für ein besonders kurzes Steuerrohr. An den Laufrädern wurden Tune-Naben mit Textilspeichen von Berd und hauseigenen Carbonfelgen von Evoride miteinander verheiratet. Trotz langem Hebel versprechen die Speichen aus Stoff weniger Bruchanfälligkeit. Als Reifen wurden Maxxis Aspen in den Dimensionen 32 mal 2,4 Zoll aufgezogen.

Der erste Eindruck

Von ersten Testfahrten berichtet Vojo über das für 32 Zoll Mountainbikes typische starke Überrollverhalten. Die gewonnene Ruhe in der Fahrt erlaube eine aggressivere Linienwahl und mehr Souveränität in rauem Gelände. Tatsächlich soll das einfache Handling des AVN 3.2 die Testfahrer aber überrascht haben. Kurze Kettenstreben und ein leichtes Gesamt- wie Laufradgewicht zahlen auf die Agilität ein. Für jeden sei die neue Laufradgröße nichts aber hinter 32 Zoll stecke mehr als nur ein Marketing-Coup um Fahrräder zu verkaufen, schlussfolgert Vojo.

Wie seht ihr das: Würdet ihr ein 32-Zoll-Hardtail wie das AVN 3.2 kaufen? Oder steht ihr mehr auf konventionelle Bikes? Schreibt es uns in die Kommentare!

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Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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