Crossworx Dash MK2 von Raphaela RichterDas schnellste Enduro der Welt im Check

Adrian Kaether

 · 21.10.2026

Unfassbar! Hauchdünn gewinnt Raphaela Richter den WM Titel - erstmals steht damit eine Deutsche oben auf dem Enduro-Podium.
Foto: Crossworx / Rick Schubert
Ein Aluminiumrahmen aus Thüringen, ein Fahrwerk von Intend und zahlreiche Komponenten europäischer Hersteller: Raphaela Richter gewann die Enduro-Weltmeisterschaft 2026 auf einem außergewöhnlich individuellen Crossworx Dash MLT. Wir zeigen die Rennmaschine der frischgebackenen Weltmeisterin.

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Am 18. Oktober 2026 schrieb Raphaela Richter in Finale Ligure deutsche Enduro-Geschichte. Nach sechs Wertungsprüfungen und fast 42 Minuten reiner Rennzeit trennten die 29-Jährige gerade einmal 1,575 Sekunden von der zweitplatzierten Isabeau Courdurier. Bronze ging an die Italienerin Nadine Ellecosta. Für Richter war es der bislang größte Erfolg ihrer Karriere.

Die Grundlage für ihren WM-Triumph ist kein Serienbike eines internationalen Großkonzerns, sondern ein individuell aufgebautes Crossworx Dash (hier im Test) MK2, handmade in Thüringen. Der Aluminiumrahmen wird in Deutschland gefertigt. Auch Raphaela Richter selbst arbeitet neben ihrer Rennkarriere in Teilzeit bei Crossworx.

Crossworx Dash : Aluminium statt Carbon

Richter fährt die zweite Generation des Crossworx Dash MLT als Mullet. Vorne rollt das Enduro-Bike auf einem 29-Zoll-Laufrad, hinten kommt ein 27,5-Zoll-Rad zum Einsatz. Der Hinterbau basiert auf einem abgestützten Eingelenker und stellt 160 Millimeter Federweg bereit.

Intend-Fahrwerk und True BC Mullet

Beim Fahrwerk vertraut Richter auf Komponenten von Intend aus Freiburg. Die Carbonite-Gabel besitzt Carbon-Tauchrohre und wiegt laut Hersteller rund zwei Kilogramm. Am Heck arbeitet ein Intend Hover Monocoque Dämpfer.

Auch bei den Laufrädern setzt Richter auf einen vergleichsweise kleinen Hersteller. Die Carbonfelgen stammen von True BC und sind mit DT-Swiss-350-Naben aufgebaut. Bereift ist das Weltmeister-Bike mit Schwalbes Radial-Reifen in Gravity-Karkasse und Ultrasoft-Gummimischung. Vorne übernimmt ein Magic Mary die Führung, am Hinterrad soll ein Tacky Chan die Antriebs- und Bremskräfte auf den Boden bringen.

Hope-Bremsen und O-Chain

Für die Verzögerung sorgen Hope-GR4-EVO-Bremsen (hier im Test) mit schwimmend gelagerten 203-Millimeter-Scheiben. Sendhit-Nock-V3-Handprotektoren sollen Hände und Hebel vor Ästen, aufgewirbelten Steinen und Kontakt mit Streckenbegrenzungen schützen.

Beim Antrieb unterscheidet sich das aktuelle Weltmeister-Setup von der zuvor gezeigten Konfiguration. Richter fährt mittlerweile wieder Hope-Kurbeln aus Aluminium. Zwischenzeitlich montierte Carbonkurbeln kommen an ihrem aktuellen Race-Bike nicht mehr zum Einsatz. Und auch bei der Schaltung selbst setzt Rapha auf ungewöhnliche Parts: Hinten werkelt eine elffach Kassette von Garbaruk auf der ein mechanisches XX Schaltwerk die Gänge sortiert. Auf Elektronik wird offenbar bewusst verzichtet.

Anstelle eines konventionellen Kettenblattsystems nutzt Richter zudem einen Ochain um störende Einflüsse des Antriebs auf den Hinterbau reduzieren. Schläge und Bewegungen des Hinterbaus werden dadurch weniger direkt auf die Kurbeln und damit auf die Füße der Fahrerin übertragen. Raphaela fährt den O-Chain aber scheinbar nur in der moderaten 6 Grad Position. Bis zu 12 Grad Leerweg wären möglich.

Das Crossworx Dash MLT von Raphaela Richter im Überblick

RahmenCrossworx Dash MLT, Aluminium, zweite Generation
LaufradgrößeMullet, 29 Zoll vorne und 27,5 Zoll hinten
Federweg170 mm vorne, 160 mm hinten
GabelIntend Carbonite
DämpferIntend Hover Monocoque, 230 x 65 mm
LaufräderTrue BC Carbon
ReifenSchwalbe Magic Mary Ultrasoft und Tacky Chan Soft, Gravity Pro Radial
BremsenHope GR4 EVO mit 203-mm-Scheiben
KurbelnHope Aluminium
KettenblattsystemOchain
LenkerBike Ahead Composites, 720 mm breit, 30 mm Rise
SattelstützeBikeYoke Revive 3.0, 160 mm Hub
PedaleHope Union TC

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Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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