Propain Ekano 3 AL EnduroVollgas muss nicht teuer sein

Florentin Vesenbeckh

 · 25.09.2026

Der Akku ist im Propain Ekano 3 AL Enduro mit Avinox M2S Motor fest verbaut.
Foto: Adrian Kaether
Wer ein E-Enduro mit Avinox-Motor sucht, könnte beim neuen Propain Ekano 3 AL hellhörig werden. Doch für ein Alu-Bike vom Direktversender wirkt der Preis erstmal nicht übermäßig attraktiv. Wir verraten, wie ihr im Online-Konfigurator das beste herausholt - und ob das abfahrtsstarke E-MTB seinen Preis wert ist.

Themen in diesem Artikel

​Fazit der BIKE Redaktion

Das Propain Ekano 3 AL Enduro überzeugt nicht über Leichtbau, sondern über Abfahrtsperformance. Sein herausragendes Fahrwerk generiert viel Grip, schluckt grobe Schläge extrem souverän und gibt enorm viel Sicherheit. Gleichzeitig bleibt das Bike in Kurven geschmeidig genug, um nicht zum trägen Langholzlaster zu werden.

Der Avinox-Antrieb schließt zudem die wichtigste Lücke des Vorgängers. Statt eines inzwischen überholten Systems arbeitet nun ein leiser, kraftvoller und gut bedienbarer Motor im Rahmen. Neuauflage gelungen! Auch wenn der Preis auf den ersten Blick nicht überragend klingt: Wer im Konfigurator die richtigen Akzente setzt, bekommt ein Top-Bike zum fairen Kurs. - Florentin Vesenbeckh


Das Propain Ekano 3 AL Enduro ist kein Schnäppchen im klassischen Sinn. Das gilt besonders, weil viele neue E-Bikes mit Avinox-Motor mit echten Kampfpreisen antreten. Doch im Konfigurator des Direktversender steckt viel Potenzial und ein bemerkenswert starkes Preis-Leistungs-Versprechen: Wer bei der Ausstattung die richtigen Akzente setzt, bekommt schon für rund 6500 Euro ein E-Enduro, das auch im groben Gelände voll abliefert. Unser Test zeigt: Für maximale Geländeperformance muss es nicht das teure Topmodell sein.

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Im Video: BIKE checkt das Ekano AL 3

Das neue Alu-E-Enduro ersetzt bei Propain gleich mehrere Vorgänger. Unter anderem das Ekano CF mit Sram-Motor, den Testsieger aus unserem letzten großen Vergleichstest der besten E-Enduros. Die Neuauflage kombiniert den neuen Alurahmen mit 170 mm Federweg vorne, 160 mm hinten, Mullet-Laufrädern und dem Avinox-Antrieb.

Das Wichtigste zum Propain Ekano 3 AL Enduro

Propain Ekano 3 AL Enduro
RahmenAluminium
Federweg170 mm vorne, 160 mm hinten
LaufräderMullet, 29 Zoll vorne und 27,5 Zoll hinten
AntriebAvinox M2 oder M2S
Akku600 oder 800 Wh, fest im Unterrohr integriert
Preisab rund 5200 Euro, unsere Empfehlung ab etwa 6500 Euro
Gewicht (Testbike Größe L, 8900 Euro)24,9 kg mit 800-Wh-Akku

Das Fahrwerk macht das Ekano 3 AL zum Enduro

Im anspruchsvollen Enduro-Gelände wird schnell deutlich, worum es bei diesem Bike geht: Ruhe, Grip und Kontrolle. Das Ekano liegt von den ersten Metern an satt auf dem Trail. Gerade in schnellen Wurzelfeldern und beim Anbremsen auf rauem Untergrund hält das Fahrwerk die Reifen auffallend zuverlässig am Boden.

Das vermittelt viel Sicherheit. Kleine Schläge verschwinden ebenso gelassen wie harte Landungen oder ruppige Kompressionen. Dabei fühlt sich der Federweg noch üppiger an, als die nackten 170/160 mm vermuten lassen. Entscheidend ist nicht nur das Schluckvermögen, sondern die kontrollierte Dämpfung: Das Bike stempelt nicht, hüpft nicht und lässt sich auch bei Speed sauber auf Linie halten.

Diese Erfahrung passt zu unserem ersten Fahreindruck vom Ekano 3 AL Trail, der Variante mit etwas weniger Federweg: Das neue Modell vermittelt schnell Vertrauen, bleibt leise und bringt seine Abfahrtsstärke ohne komplizierte Eingewöhnung auf den Trail.

Für wen sich die Enduro-Version lohnt

Das Ekano 3 AL Enduro ist ein E-MTB für Fahrerinnen und Fahrer, die steile, schnelle und verblockte Abfahrten suchen und im harten Gelände Sicherheit vermittelt bekommen wollen. Wer vor allem auf flachen Hometrails unterwegs ist oder ein besonders leichtfüßiges E-MTB sucht, sollte eher in einer anderen Gewichts- und Federwegsklasse schauen. Denn die 24,9 Kilogramm unseres Testbikes lassen sich vor allem auf flachen Strecken nicht wegdiskutieren. Das Propain Sresh SL im Test steht beispielsweise für den deutlich agileren Light-E-MTB-Ansatz. Für Bikeparks und anspruchsvolle Enduro-Abfahrten ist das Ekano hingegen die konsequentere und fahrstärkere Wahl.

Avinox: Mehr Power als nötig, aber sehr überzeugend

Im Ekano 3 AL stehen der günstigere Avinox M2 und der stärkere M2S zur Wahl. Der M2S kostet im Konfigurator 249 Euro Aufpreis und bietet im Boost-Modus bis zu 150 Nm Drehmoment und 1300 Watt Spitzenleistung. Die Maximalleistung braucht es auf normalen Touren selten. In sehr steilen Uphills oder wenn es schnell gehen soll, bleiben aber enorme Reserven. Das gilt übrigens auch schon für den etwas schwächeren M2-Motor (1100 Watt, 125 Nm), der ebenfalls die Konkurrenz von Bosch und Co. deutlich überflügelt.

Wichtiger als die Spitzenwerte bei Leistung und Drehmoment ist im Alltag das Gesamtpaket. Der Antrieb reagiert feinfühlig, arbeitet leise und bringt die Leistung gut kontrollierbar auf den Boden. Dazu kommen ein starkes Display, eine übersichtliche Bedienung und die Option auf ein Schnellladegerät, das im Konfigurator mit üppigen 189 Euro Aufpreis einschlägt.

Die beste Ausstattung: Fahrwerk und Bremsen zuerst

Das Testbike mit sehr edler Ausstattung kostet knapp 8900 Euro. Dafür gibt es Komponenten, die zweifellos Freude machen, für die Kernaufgabe des Ekano aber nicht zwingend nötig sind. Wenn ihr ein Top-Enduro zum fairen Preis sucht, lautet die sinnvollere Strategie: Basisaufbau (5200 Euro) wählen und das Budget dort für Updates einsetzen, wo die Performance tatsächlich entsteht.

Priorität im KonfiguratorEmpfehlungWarum sie sich lohnt
1RockShox-Ultimate-FahrwerkEs trägt den ruhigen, traktionsstarken Charakter des Bikes und schafft Reserven in grobem Gelände.
2kräftige BremsenDie Sram DB8 im Grundsetup sind im steilen Gelände nicht die erste Wahl. Für 150 Euro extra gibt es viel kräftigere Sram Maven.
3800-Wh-AkkuFür lange Touren bringt der große Akku mehr Reichweite - allerdings auch mehr Gewicht. Relevanz stark vom Einsatzprofil abhängig.
4SchnellladegerätPraktisch bei häufigen Einsätzen und knapper Ladezeit, aber kein Muss für jede Garage - abhängig vom Einsatzprofil.
5M2S-MotorDer Vorteil des M2S ggü. dem M2 ist nicht immens. Allerdings hält sich der Aufpreis mit 249 Euro im Rahmen. Kein Muss - im direkten Vergleich aber nochmal spürbar stärker.
6LuxuspartsCarbon-Cockpit, elektronische Schaltung und High-End-Laufräder erst wählen, wenn Budget und Einsatzprofil es rechtfertigen.

Das ist die entscheidende Botschaft beim Ekano 3 AL: Nicht das teuerste Build bringt den größten Fahrgewinn. Der Nutzen von Fahrwerk und Bremsen ist auf ruppigen Trails unmittelbar spürbar. Eine elektronische Top-Schaltung oder besonders exotische Anbauteile verändern den Charakter des Bikes dagegen deutlich weniger. Und mit einem Rockshox-Ultimate-Fahrwerk ist das Ekano 3 AL der Konkurrenz im Preisbereich unter 6500 Euro überlegen.

600 oder 800 Wh: Welcher Akku passt besser?

Der Akku ist beim Ekano 3 AL fest im Unterrohr verbaut. Das sollte vor dem Kauf klar sein, besonders wenn das Bike in einem Keller ohne Steckdose stehen soll. Ein Zweitakku für unterwegs ist damit ebenfalls keine einfache Lösung. Das Schnellladegerät kann bei fest verbautem Akku an Relevanz gewinnen.

Der 600-Wh-Akku passt zu Fahrerinnen und Fahrern, die überwiegend kürzere Feierabendrunden fahren, zu Hause laden können und beim Preis sparen möchten. Der 800-Wh-Akku ist die bessere Wahl für lange alpine Touren, sehr viele Höhenmeter und intensive Bikepark-Tage. Sein Mehrgewicht relativiert sich beim klar abfahrtsorientierten Charakter des Ekano, der Aufpreis von 230 Euro ist deshalb gut investiert, wenn Reichweite regelmäßig ein Thema ist.

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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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