Nach einer langen Pause im E-MTB-Segment meldet sich Storck mit einem Paukenschlag zurück: Das neue e:drenalin.3 M2S kombiniert ein Gewicht ab 19,9 Kilogramm mit 800 Wh und dem Power-Motor Avinox M2S.
Wer die jüngere Geschichte von Storck im E-MTB-Bereich verfolgt hat, weiß: Der Idsteiner Hersteller war in Sachen Leichtbau schon immer stark. Viele Storck-E-MTBs wie das e:drenalin.2 gts berzeugten in vergangenen Tests durch außergewöhnlich niedrige Gewichte. Was zuletzt jedoch zunehmend unter Druck geriet, war die Antriebstechnik. Motoren wie der Shimano EP8 galten lange als solide Basis, konnten im wachsenden Wettbewerbsfeld zuletzt aber kaum noch mithalten. Mit dem Wechsel zum Avinox M2S reagiert Storck konsequent und zeigt mit der dritten Ausbaustufe des e:drenalin wieder ein E-MTB auf der Höhe der Zeit.
Klar: Der Star des Bikes ist der neue Antrieb und der M2S bringt auch entsprechende Ambitionen mit. Im e:drenalin.3 leistet der Motor die für die Kombination mit dem 800er Akku typischen 130 Newtonmeter Drehmoment, die im Boost-Modus auf bis zu 150 Nm ansteigen und bis zu 1300 Watt in der Spitze.
Dem gegenüber steht ein für diese Leistungsklasse bemerkenswertes Systemgewicht: Ab 19,9 Kilogramm soll das e:drenalin.3 M2S in der leichtesten Ausbaustufe auf die Waage kommen. Damit wäre das Bike auf Augenhöhe mit den leichtesten Full-Power-Bikes am Markt wie dem Amflow PL und dem Cannondale Moterra SL, sowie dem unglaublich leichten neuen Raymon Tarok. Gleichzeitig fasst der Akku 800 Wh und markiert damit einen Höchststand in der Storck-Historie.
Basis des e:drenalin.3 M2S ist ein vollständig aus Carbon gefertigter Rahmen – inklusive der Dämpferwippe. Das Rahmenkonzept zielt auf die Kombination aus minimalem Gewicht und hoher Steifigkeit ab. Beim Laufradformat setzt Storck auf das Mullet-Prinzip: 29 Zoll vorne, 27,5 Zoll hinten.
Das Fahrwerk des e:drenalin.3 M2S ist konsequent auf den Trail-Einsatz ausgelegt. Vorne arbeitet eine FOX 36 Float Performance Gabel mit 170 mm Federweg, hinten übernimmt ein FOX Float X2 Dämpfer mit ebenfalls 170 mm Hub. Beide Komponenten sind in der hochwertigen Factory Version mit Kashima-Beschichtung ausgeführt. Interessant: Storck entscheidet sich gegen die 38er Gabel von Fox, vermutlich um mit der 36er etwas Gewicht zu sparen. Das erste Sample-Bike ist mit leichten Cross-Country-Reifen von Schwalbe ausgestattet. Hier müsste man sicher auf stabilere Modelle aufrüsten, um den Fahrwerksreserven des Bikes auch gerecht zu werden.
Bei der Schaltungsausstattung bietet Storck mehrere Konfigurationen an. Auf SRAM-Seite stehen die SRAM GX Eagle sowie die SRAM XX Eagle SL Transmission zur Wahl. Als Alternative sind Shimano XT, Shimano XT Di2 und Shimano XTR Di2 verfügbar. Ergänzt wird die Ausstattung durch eine funkgesteuerte Dropper Post. Zeigen muss sich, ob die vollständig auf Leichtbau getrimmten Antriebe der hohen Power des Avinox-Systems auf Dauer gewachsen sind. Offiziell empfiehlt zum Beispiel Sram die leichte SL Transmission nur für Bikes ohne Motor - klassische Transmission Schaltungen oder Shimanos Linkglide-Antriebe wären die offensichtliche Wahl gewesen.
Das e:drenalin.3 M2S startet laut Storck ab einem sehr fairen UVP von 6.999 Euro. Zum Launch ist eine spezielle Launch Edition erhältlich. Das Bike gibt’s in den Größen S, M und L mit Reach-Werten von 440 bis 490 Millimeter. Die Geometrie mit 64er Lenkwinkel und 77er Sitzwinkel wirkt auf den ersten Blick modern, 440er Kettenstreben sollten das Handling agil machen, könnten mit der Avinox-Power aber für eine deutliche Wheelie-Tendenz bergauf sorgen. Der Stack also die Fronthöhe fällt relativ niedrig aus.
Technische Daten auf einen Blick:

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