Das Ryvon bleibt bei Conway ein Name mit Geschichte, steht ab Modelljahr 2027 aber für ein anderes Konzept. Bislang war das Ryvon als Light-E-MTB mit Bosch-SX-Antrieb, 400-Wh-Akku und 170 Millimetern Federweg unterwegs. Die neue Baureihe wechselt in die Full-Power-Klasse: Der Avinox M2S liefert massiv Schub, der Akku wächst auf 800 Wh, das Fahrwerk arbeitet dagegen nur noch mit 160 Millimetern Hub. Zugleich steigt das Gewicht deutlich.
Das neue Ryvon verabschiedet sich vom Light-E-MTB-Gedanken. Es kombiniert deutlich mehr Motorleistung und Akkureserve mit einer konsequenten Trail-Ausstattung. In Sachen Geometrie ähnelt das neue Ryvon seinem Vorgänger stark, obwohl es einen Zentimeter Federweg einbüßt. Eine echte Ansage an die Konkurrenz formuliert Conway mit dem Ryvon 8.0: Für 5.999 Euro gibt es einen Carbonrahmen, den Avinox M2S, einen 800 Wh-Tank und ein Fox-Factory-Fahrwerk. Das ist ein Wort!
Warum vollzieht Conway diesen Schritt? Light-Bikes trenden eben nicht mehr, schon gar nicht, seit der Avinox-Kraftprotz am Markt ist. Der China-Motor liefert mächtig Bums, bleibt in seinen Bauform aber super kompakt und auch leicht. Also lässt man auch bei Conway das Enduro Ryvon nun in einer anderen Klasse antreten – allerdings auch in einer anderen Gewichtsklasse. Denn auch wenn der Avinox-Motor selbst recht leicht ist, benötigt er doch eine große Batterie, um seinen Durst zu stillen. Gleich geblieben ist das Laufrad-Konzept: Das neue Ryvon rollt wie sein Mullet-Vorgänger auf 29-Zoll-Rädern vorne und 27,5-Zöllern hinten.
Der zentrale Unterschied steckt also im Antrieb. Der Avinox M2S stellt im Boost-Modus bis zu 150 Newtonmeter Drehmoment und bis zu 1500 Watt Spitzenleistung bereit – Werte, die mehr als um das Doppelte über den bisherigen Bosch-SX-Motorisierung liegen. Für steile Uphills und schwere Fahrer bedeutet das mehr Unterstützung in allen Lebenslagen, vor allem aber bei niedriger Trittfrequenz.
Auch bei der Energieversorgung geht Conway einen anderen Weg. Beim bisherigen Ryvon LT 10.0 saß ein 400-Wh-Akku im Rahmen, ein zweiter Akku konnte mitgenommen werden. Im BIKE-Dauertest war die Reichweite insbesondere bei winterlichen Bedingungen auf kurze, höhenmeterarme Runden limitiert. Das neue Ryvon trägt nun einen fest integrierten 800-Wh-Akku. Damit verdoppelt sich die nominelle Kapazität. Dafür büßt das Ryvon einen Teil der Leichtfüßigkeit ein, die das LT-Modell auszeichnete. Das neue Ryvon wiegt je nach Ausstattung 21,5 bis 22,5 Kilogramm. Das frühere Ryvon LT 10.0 lag in unserem Test bei 18,9 Kilogramm. Wer häufig mit nicht motorisierten Bikern unterwegs ist oder das Rad regelmäßig tragen muss, wird diesen Unterschied spüren.
Der Rahmen ist laut Conway zudem für die Avinox-Akkus mit 700 und 800 Wh vorbereitet. Zum Marktstart der neuen Ryvon-Modelle kommt allerdings erstmal nur der 800-Wh-Akku zum Einsatz.
Beim Rahmen setzt Conway weiterhin auf Carbon, verändert aber die Ausrichtung. Der neue Rahmen bietet laut Hersteller in Größe L 4 mm mehr Stack und ein 10 mm längeres Steuerrohr – also mehr Bauhöhe am Cockpit. Laut Hersteller ergibt das eine etwas aufrechtere, zentralere Position. Der Lenkwinkel bleibt bei moderaten 64 Grad, der Sitzwinkel bei steilen 77 Grad.
| Sitzrohr | 440 mm |
| Oberrohr | 618 mm |
| Steuerrohrwinkel | 64° |
| Vorbaulänge | 40 mm |
| Sitzwinkel | 77° |
| Kettenstrebenlänge | 442 mm |
| Steuerrohrlänge | 135 mm |
| Reach | 478 mm |
| Stack | 645 mm |
| Radstand | 1.278 mm |
Die integrierte Kabelführung ab dem Steuerrohr übernimmt das neue Ryvon vom Vorgänger, hinzu kommt eine vorbereitete Fidlock-Basis für magnetische Trinkflaschen und ein SP-Connect-Aufsatz am Vorbau. Damit lässt sich ein Smartphone für Navigation oder Tourdaten mittig vor dem Fahrer platzieren. Ab Rahmengröße M soll, abhängig von der verwendeten Stütze, eine 200-Millimeter-Vario-Sattelstütze Platz finden.
Die neue Ryvon-Serie wird in den Größen S bis XL angeboten, in insgesamt fünf Farbvarianten, verteilt auf drei Ausstattungsstufen.
Die drei Modelle teilen sich Carbonrahmen, Avinox-Antrieb, 800-Wh-Akku, 160 Millimeter Federweg und das Mullet-Laufradkonzept. Die Unterschiede liegen bei Fahrwerk, Bremsen, Schaltung und Laufrädern.
Schon das Ryvon 6.0 für 5.199,95 Euro bringt eine Fox-36-Rhythm-Gabel, Fox-Float-Performance-Dämpfer, Vierkolbenbremsen sowie eine Shimano-Deore-XT-LinkGlide-Schaltung mit. Das ist eine sachlich solide Grundlage für ein E-Trailbike, zumal Carbonrahmen, großer Akku und der leistungsstarke Avinox-Antrieb nicht nur den teureren Varianten vorbehalten bleiben.
Besonders interessant erscheint das Ryvon 8.0 für 5.999 Euro. Für 800 Euro Aufpreis gegenüber dem 6.0 gibt es bereits ein Fox-Factory-Fahrwerk, Shimano-Deore-XT-Vierkolbenbremsen, Newmen-Laufräder und einen Carbonlenker von Race Face. Gegenüber dem 11.0 spart das 8.0 wiederum 2.000 Euro, muss dann aber auf RockShox-Lyrik-Ultimate-Gabel, TRP-EVO-Pro-Bremsen und die kabellose SRAM-X0-AXS-Transmission verzichten.

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