Specialized Demo 11Kult-Downhiller: Das Warten hat ein Ende!

Laurin Lehner

 · 21.04.2026

Schnelle Kiste! Das Worldcup-Bike ist nun auch für uns Hobby-Racer verfügbar - allerdings muss man tief dafür in die Tasche greifen. Zumindest fürs Top-Modell: 12.499 Euro. Autsch!
Foto: Specialized
Lange hat die Demo-Fangemeinde gewartet – jetzt ist es da: das neue Demo in der elften Generation. Der Downhiller rollt auf Mullet-Setup, hat ein HighGear-Getriebe und eine OBB-Federung verpasst bekommen und ist vermutlich absolut speedgeil. Spoiler: Der Preis tut weh!

Bevor es losgeht, kurzes Express-Demo-Wissen: Das Specialized Demo zählt zu den bekanntesten Downhill-Bikes und ist bereits seit den frühen 2000er Jahren (etwa 2003/2004) auf dem Markt. Über mehr als zwei Jahrzehnte hat es sich von einem wuchtigen Freeride-Bike zu einer kompromisslosen World-Cup-Rennmaschine weiterentwickelt. Ein wichtiger Meilenstein folgte 2015 mit der Einführung der ersten Carbon-Version. Das Ding gewann Worldcups (etliche), Weltmeisterschaften (z.B. 2010, Sam Hill) und Rampage-Events (Kyle Strait, 2004) und die Herzen von vielen Hobby-Racern. Markant: Die Wohlfühl-Geo, kurze Kettenstreben und der gelungene Spagat zwischen Park-Einsatz und Downhill-Strecke.

Die US-Amerikaner entwickelte das Demo 11 über drei Jahre mit mehreren Weltcup-Prototypen. Das Downhill-Bike nutzt zwei separate Systeme: das HighGear-Getriebe und die OBB-Hinterradschwinge. Beide Technologien sollen die Federungsperformance verbessern und Pedalkräfte von der Hinterradschwinge fernhalten.

Das BigBike besitzt 200 Millimeter Hub in Front und Heck. Das Topmodell S-Works kostet ganze 12.499 Euro und bringt üppige 18,3 Kilo (Rahmengröße S4) auf die Waage. Günstigere Modelle werden vermutlich folgen.

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HighGear-Getriebe mit SRAM

Das HighGear-System ist ein patentiertes Getriebe, das die Bodenfreiheit um 30 mm erhöht. Ein kompaktes Kettenblatt am Kurbelspindel treibt eine Vorgelegewelle an. Der finale Antriebsring sitzt an der Vorgelegewelle und treibt das Hinterrad. Die Position des Antriebsrings hält die Kettenlänge oberhalb der Kettenstrebe konstant. Kettenkräfte bleiben unabhängig von der Hinterradfederung, Federungskräfte unabhängig von Pedalkräften.

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Durch den reduzierten Durchmesser des Antriebsrings und die höhere Position im Rahmen steigt die Bodenfreiheit um 30 mm gegenüber dem vorherigen Demo-Modell. Ein Schutzgehäuse schirmt das System vor Schlägen ab und macht Kettenblattschäden unwahrscheinlich. Die Kettenblattgröße lässt sich für verschiedene Strecken anpassen.

Die präzise Positionierung des Antriebsrings entkoppelt Kettenkräfte von der Federung. Die Federung arbeitet unabhängig über den gesamten Federweg. Die rückwärtige Radachsenbahn wird ohne Pedal-Kickback optimiert. Kantige Schläge werden sauber absorbiert, der Schwung bleibt erhalten. Specialized entwickelte das System mit SRAM.

HighGear-Getriebe: Kantige Schläge sollen sauber absorbiert werden, der Schwung bleibt erhalten - so die Idee. Specialized entwickelte das System mit SRAM.Foto: SpecializedHighGear-Getriebe: Kantige Schläge sollen sauber absorbiert werden, der Schwung bleibt erhalten - so die Idee. Specialized entwickelte das System mit SRAM.

OBB-Hinterradschwinge

Die OBB-Hinterradschwinge (Over Bottom Bracket) ermöglicht unabhängige Abstimmung von Radachsenbahn, Übersetzungsverhältnis und Bremsverhalten. Diese Entkopplung erlaubt präzise Kontrolle der Schlagkraftverarbeitung bei voller Federungsaktivität, auch unter starkem Bremsen.

Eine ausgewogene Radachsenbahn soll Geschwindigkeit ohne Instabilität liefern. Rückwärtige Bewegung früh im Federweg reduziert Hängenbleiben und erhält den Schwung. Ein kontrollierter Vorwärtsübergang tiefer im Federweg bewahrt Radstandstabilität unter Last.

Die Kennlinie zeigt 24 Prozent Progression. Die Federung reagiert angeblich über den gesamten Federweg vorhersagbar. Das System absorbiert große Kompressionen und arbeitet bei Geschwindigkeit durch raue Abschnitte, sagt Specialized.

Die Kennlinie zeigt 24 Prozent Progression. Die Federung reagiert angeblich über den gesamten Federweg vorhersagbar.Foto: SpecializedDie Kennlinie zeigt 24 Prozent Progression. Die Federung reagiert angeblich über den gesamten Federweg vorhersagbar.

Selbstausrichtende Konstruktion

Der Dämpfer wird durch die Kettenstreben angetrieben und zieht zwischen Hauptlager und Hinterachse. Beim Ziehen einer Last bleibt diese natürlich in der Spur. Das Hinterrad bleibt in der Ebene ausgerichtet, das Bike bleibt ruhig und vorhersagbar durch den Federweg.

Bei steigenden Belastungen hält die Konstruktion deutlich bessere Ausrichtung in der Ebene als traditionelle Designs. Das Rad läuft dorthin, wo es soll. Weniger Korrekturen, weniger verschwendete Energie. Loïc Bruni beschreibt das Fahrverhalten: Je größer die Schläge, desto stabiler und ruhiger bleibt das Bike.

​Der Rahmen (Geometrie)

​Die Geometrie wurde gegenüber dem Vorgänger angepasst. Der Lenkwinkel liegt nun bei 63 Grad, was mehr Laufruhe bei hohen Geschwindigkeiten ermöglichen soll. Der Reach wächst auf 465 mm in Größe L. Die Kettenstreben messen 445 mm. Der Rahmen besteht aus Carbon und nutzt ein Monocoque-Design. Das Unterrohr wurde verstärkt, um den Belastungen im Downhill-Einsatz standzuhalten.

Die Geometrie entstand direkt mit dem Specialized Gravity Team. Der Front-Center lässt sich um 6 mm pro Rahmengröße verstellen. Fahrer können Passform und Balance an Streckenbedingungen, Fahrstil und persönliche Vorlieben anpassen, ohne die grundlegende Stabilität zu beeinträchtigen.

Größenspezifische Rear-Center sorgen für ausgewogenes Handling über alle Rahmengrößen. Jeder Fahrer erhält das gleiche vorhersagbare Verhalten. Die Tretlagerhöhe lässt sich um 7 mm verstellen. Die Reach-Verstellung beträgt 6 mm pro Größe.

Die Kettenstreben messen demotypische kurze 435 mm bei S3, 445 mm bei S4 und 455 mm bei S5.

Ausstattung & Preise

​Das Demo 11 wird in mehreren Ausstattungsvarianten angeboten. Die Topversion Demo 11 Pro nutzt eine RockShox BoXXer Ultimate Gabel und einen RockShox Super Deluxe Ultimate Dämpfer. Die Bremsen stammen von SRAM mit Code RSC und 200 mm Scheiben vorne sowie 180 mm hinten. Der Antrieb basiert auf SRAM X01 DH mit 7-fach-Kassette. Die günstigere Demo 11 Comp-Version setzt auf RockShox BoXXer Select+ und SRAM GX DH Komponenten.

Das Demo 11 S-Works Komplettbike kostet horrende 12.499 Euro. Alleine für den Demo 11 S-Works Rahmen muss man 7499 Euro hinlegen. Die Preise von den günstigeren Modellen stehen noch nicht fest. Ob ein Alu-Modell folgen soll, wollte uns Specialized nicht verraten.

Technische Spezifikationen:

  • Rahmen: FACT 11m Carbon
  • Antrieb: HighGear-Getriebe mit SRAM
  • Hinterradschwinge: OBB-System (Over Bottom Bracket)
  • Bodenfreiheit: +30 mm gegenüber Vorgängermodell
  • Kennlinie: 24% progressiv
  • Größen: S3, S4, S5
  • Lenkwinkel: 62,5°
  • Stack (hoch): 640 mm
  • Stack (niedrig): 645 mm
  • Reach S3: 445 mm; Reach S4: 475 mm; Reach S5: 500 mm; Reach-Verstellung: ±6 mm
  • Tretlagerhöhe (hoch): 355 mm
  • Tretlagerhöhe (niedrig): 348 mm
  • Tretlager-Verstellung: 7 mm
  • Kettenstreben S3: 435 mm ; Kettenstreben S4: 445 mm ; Kettenstreben S5: 455 mm
  • Radstand S3: 1260 mm ; Radstand S4: 1302 mm ; Radstand S5: 1335 mm
  • Kurbellänge: 165 mm
  • Preis Demo 11 S-Works: 12.499 €
  • Preis Demo 11 S-Works Frameset: 7499 Euro

Demo S-Works

  • Rahmen: Carbon Monocoque
  • Federweg: 200 mm vorne, 200 mm hinten
  • Laufräder: 29 Zoll vorne, 27,5 Zoll hinten
  • Gabel: RockShox BoXXer Ultimate (Pro) / BoXXer Select+ (Comp)
  • Dämpfer: RockShox Super Deluxe Ultimate (Pro) / Super Deluxe Select+ (Comp)
  • Antrieb: SRAM X01 DH 7-fach (Pro) / SRAM GX DH 7-fach (Comp)
  • Bremsen: SRAM Code RSC (Pro) / SRAM Code R (Comp)
  • Scheiben: 200 mm vorne, 180 mm hinten
  • Lenkwinkel: 63 Grad
  • Reach: 465 mm (Größe L)
  • Kettenstreben: 445 mm
  • Preis: 12.499 Euro
  • Gewicht: 18,3 kg (S4)
  • Verfügbarkeit: ab sofort
Braaap! Loic Bruni jagt sein Demo über zornige Worldcup-Strecken. Ein Speed-Versprechen für Hobby-Racer gibt Specialized nicht, doch schnell soll es safe sein.Foto: SpecializedBraaap! Loic Bruni jagt sein Demo über zornige Worldcup-Strecken. Ein Speed-Versprechen für Hobby-Racer gibt Specialized nicht, doch schnell soll es safe sein.

Laurin Lehner

Laurin Lehner

Redakteur

Der gebürtige Südbadener Laurin Lehner ist laut eigenen Angaben ein lausiger Racer. Vielleicht fasziniert ihn deshalb kreatives, verspieltes Biken. Für ihn zählt nicht, wie schnell man von A nach B kommt, sondern was dazwischen passiert. Lehner schreibt Reportagen, interviewt Szene-Größen und testet Produkte und Bikes - am liebsten welche mit viel Federweg.

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