Entwickelt wurde das neue Wilier Urta Ultimate für die nächste Generation des Cross-Country-Rennsports. XC-Rennen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Die Strecken werden schneller, gleichzeitig aber auch technischer und anspruchsvoller. Für ein modernes Racebike reicht es deshalb längst nicht mehr, nur möglichst leicht und effizient zu sein. Geschwindigkeit entsteht aus dem Zusammenspiel von Vortrieb, Traktion und Kontrolle.Genau hier setzt Wilier mit dem Urta Ultimate an. Das neue Fullsuspension-Mountainbike soll die Erfahrungen aus dem internationalen Rennsport direkt auf den Trail bringen. Entwickelt wurde die Plattform gemeinsam mit den Athleten des Wilier-Vittoria MTB Factory Teams und unter realen Rennbedingungen weiterentwickelt – vom Weltcup über das Cape Epic bis zur WM.
Mit dem Urta Ultimate stellt Wilier ein weiteres spannendes Cross-Country-Fully unter den Startbogen. Die variable Geometrie liest sich modern und vielversprechend - einzig bei der Sitzrohrlänge bleiben die Italiener konservativ. Erste Rennerfolge geben den Entwicklern bereits Recht: In den richtigen Händen dürfte das optimierte Wilier Urta Ultimate eine richtig schnelle Rennmaschine sein. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Eine der wichtigsten Neuerungen steckt in der Geometrie. Wilier hat das Urta Ultimate nicht einfach länger und flacher gemacht, sondern die komplette Sitzposition überarbeitet. Fünf Parameter spielten dabei für die Entwickler eine zentrale Rolle: Reach, Stack, Sitzwinkel, Tretlagerhöhe und Steuerrohrwinkel. In Rahmengröße L wächst der Reach um neun Millimeter. Gleichzeitig steigt der Sitzwinkel von 75 auf 76,8 Grad. Das Sitzrohr steht damit deutlich steiler, die Sitzposition wandert nach vorne und der Fahrer sitzt zentraler zwischen den Laufrädern.
Das soll nicht nur das Handling verbessern, sondern auch biomechanische Vorteile beim Pedalieren bringen. Unterstützt wird das Konzept durch ein tiefer positioniertes Tretlager und kürzere Kurbeln. Der abgesenkte Schwerpunkt soll das Fahrverhalten verbessern, während die Position des Fahrers eine effizientere Kraftentfaltung ermöglichen soll. Der Stack bleibt dagegen unverändert. Die Sitz- und Lenkerposition soll damit kompakt und zentral bleiben – Eigenschaften, die laut Wilier gerade im schnellen Cross-Country-Rennsport eine wichtige Rolle spielen. Der Rahmen des neuen Urta Ultimate besteht aus Toray-Carbon der neuesten Generation und soll die notwendige Steifigkeit liefern, um hohe Kräfte möglichst verlustfrei zu übertragen.
Besonders interessant ist die variable Geometrie des Urta Ultimate. Gemeinsam mit den Steuersatz-Spezialisten von Acros hat Wilier ein System entwickelt, mit dem sich das Fahrverhalten an den jeweiligen Streckencharakter anpassen lässt. In der “Technical-Race-Konfiguration” beträgt der Lenkwinkel 66,5 Grad. Damit soll das Bike in technischen Passagen handlicher und kontrollierbarer werden. Für schnelle Rennstrecken lässt sich das Urta Ultimate dagegen mittels Umbau der Steuersatzschalen auf die “Fast-Race-Konfiguration” mit 65,5 Grad einstellen. Der flachere Lenkwinkel soll bei hohem Tempo zusätzliche Stabilität bringen.
Vorne und hinten stehen am Wilier Urta Max auch in der Modellgeneration 2027 jeweils 120 Millimeter Federweg zur Verfügung. Allerdings kommen diese aus einer komplett überarbeiteten Kinematik. Wilier will den Hinterbau so ausgelegt haben, dass er über den gesamten Federweg unterschiedliche Aufgaben möglichst effektiv erfüllt. Im ersten Teil des Hubs stehen Grip und Ansprechverhalten im Vordergrund. In der mittleren Phase soll die Federung beim Pedalieren möglichst effizient arbeiten, während im letzten Bereich maximaler Support für harte Schläge zur Verfügung stehen soll.
Ein angepasstes Übersetzungsverhältnis soll beim neuen Wilier Urta Ultimate das Federungsverhalten des Hinterbaus linearer und besser vorhersehbar machen. Gerade auf technisch anspruchsvollen XCO-Strecken verspricht das Vorteile in Form einer verbesserten Traktion. Gleichzeitig soll das Bike unter Belastung weiter effizient pedalierbar bleiben. Mittels eines optimierten Anti-Squat-Wertes will Wilier die Hinterradfederung unter Last stabilisieren. Das Ziel: möglichst wenig Energie soll in unerwünschte Fahrwerksbewegungen verloren gehen. Der Fahrer soll seine Leistung direkt in Vortrieb umsetzen können – und zwar sowohl bergauf als auch auf schnellen, welligen Passagen.
Wie alle modernen High-End-Racebikes ist das Wilier Urta Ultimate außerdem für elektronische Fahrwerkssysteme vorbereitet. Sowohl Fox Live Valve als auch RockShox Flight Attendant sind mit der Plattform kompatibel. Damit eröffnet Wilier die Möglichkeit, die Federung abhängig von Fahrsituation und Untergrund automatisch beziehungsweise elektronisch gesteuert anzupassen.
Dass Wilier beim Urta Ultimate nicht nur theoretische Entwicklungsarbeit betrieben hat, zeigt der Blick auf die ersten Renneinsätze. Noch vor dem offiziellen Debüt trat das Bike in der auffälligen Innovation-Lab-Lackierung bei wichtigen Rennen an – und konnte bereits mehrere Erfolge verbuchen. Simone Avondetto gewann damit den italienischen Meistertitel in der Elite-Klasse im Cross Country. Juri Zanotti holte bei den Elite-Europameisterschaften jeweils Silber im XCC und XCO. In Les Gets gelangen Gustav Heby Pedersen zudem zwei Siege in der U23-Klasse – im Short Track und im olympischen Cross Country.
Wilier bietet sowohl Aufbauten des Urta Ultimate mit Fox- als auch mit Rockshox-Fahrwerken an. Auch beim Antrieb haben die Kunden die Wahl zwischen Sram oder Shimano. Alle Modelle setzen auf Carbon-Laufräder von Miche und Lenker-Vorbau-Einheiten der Eigenmarke. Das gilt auch fürs Einstiegsmodell, das mit 7500 Euro bereits hochpreisig ausfällt, dafür aber ein Rockshox Ultimate Fahrwerk vorweisen kann. Das teure Topmodell dämpft mit dem elektronischen Rockshox Flight Attendant System.
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