Mit dem Chisel Comp stellt Specialized eine preiswerte Alternative zum High-End-Racebike Epic auf die Stollen. In der hier gezeigten Ausstattungsvariante kostet das Chisel wneiger als ein Fünftel des Topmodells im Linuep des großen Vorbildes - ein wahnsinniger Preisunterschied!
Klar, statt Carbon kommt hier am Rahmen Aluminium zum Einsatz und auch von modernsten Elektronik-Parts fehlt am Specialized Chisel Comp jede Spur. Die Kalifornier haben sich aber den Ruf erarbeitet, gute Mountainbikes zu bauen. Ist das Chisel also ein guter Deal? Wir haben’s ausgecheckt.
Mit einer progressiven Cross-Country-Geometrie und angepassten Ausstattungsdetails deckt das Specialized Chisel Comp ein großes Einsatzgebiet ab. Dank eines Gewichts im grünen Bereich trotz attraktiven Preis ist es ein starkes Short-Travel-Bike für Touren, einfache Trails und erste Rennerfahrungen. Zurückgehalten wird das Chisel nur durch einige Spar-Parts. Hier liegt Tuning-Potential! - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Bis auf die Alu-Schweißnähte unterscheidet sich das Specialized Chisel wenig vom Epic - allerdings von der etwas älteren Version Epic 8. Ebendieses wurde von vielen Testfahrern weltweit vollmundig gelobt und auch in der BIKE-Redaktion hat sich das Specialized Epic 8 mit einer beeindruckenden Souveränität für seine Federwegsklasse viele Freunde gemacht. Kein anderes Bike war in der Cross Country World Cup Saison 2025 so dominant erfolgreich, wie das Specialized Epic 8. Das Chisel hat also definitiv ein gutes Vorbild gewählt.
Die Unterschiede zwischen den beiden Bikes liegen jedoch im Detail. Das Chisel wurde als eigenständige Alu-Plattform ausgelegt und besitzt zehn Millimeter weniger Federweg im Heck. Trotzdem teilt es sich die Hinterbau-Kinematik der hauseigenen Fahrwerks-Entwicklung mit dem Luxus-Bruder.
Auch in der Geometrietabelle gibt es viele Überschneidungen. Für ein einsteigerfreundliches Handling auch bei niedrigen Geschwindigkeiten steht der Lenkwinkel des Specialized Chisel Comp im Vergleich zum Epic 8 jedoch 0,6 Grad steiler und der Reach baut minimal kürzer. Auch im Chisel sitzt ein Flip-Chip, über den sich die Geo an persönliche Bedürfnisse oder die jeweiligen Streckenbedingungen anpassen lässt.
Kleine aber feine Unterschiede in der Ausstattung lassen erkennen, dass Specialized das Chisel stärker in Richtung des Allround-Einsatzes konzipiert hat und nicht als spitze Rennfeile versteht. Als Dämpfer kommt mit dem Rockshox Deluxe trotz knappem Hub ein Modell aus dem Trailbike-Segment zum Einsatz. Dessen etwas größeres Luftvolumen verspricht mehr Komfort in ruppigem Terrain.
Schön, dass sich die Produktmanager am Federbein trotz Preisdruck für die hochwertige Select+-Dämpfungstechnik entscheiden. Außerdem spezifiziert Specialized am Chisel Comp einen griffigeren Vorderreifen als am Epic-Racebike. So dürfte sich das Einsteiger-Fully auf verschiedenen Untergründen etwas gutmütiger fahren und den Grenzbereich des Grips nicht ganz so früh erreichen.
Specialized spielt mit dem Chisel einen cleveren Schachzug. Die leichten Anpassungen machen das Bike vielseitiger und auch für Biker mit weniger Erfahrung attraktiv. Gleichzeitig halten viele Parts aus dem Cross-Country-Segment die Touren-Kompetenzen hoch und das Gewicht im Rahmen.
Specialized achtet auf einen leichten Aluminium-Aufbau mit optimierten Wandstärken und spart Material ein, wo es geht. Mit einem schnellen Hinterreifen, einer flachen aber nicht extremen Front und einer effizienten Kinematik sollte das Chisel lange Distanzen zum Kinderspiel machen. Da ist es super, dass das Chisel über zwei Flaschenhalteraufnahmen verfügt.
In unserer Test-Erfahrung schleppen viele Biker durch den Enduro- und Trail-Trend auf Tour zu viel Bike-Gewicht mit sich herum und verlieren früher oder später schon mal die Lust am Treten aus eigener Kraft. Genau das soll mit dem Specialized Chisel nicht passieren. Am Schaltauge hängt ein mechanisches Zwölffach-Schaltwerk.
Allerdings kommt das Bike nur mit einer günstigen 11-50-Zähne-Kassette, welche für alpine Höhenprofile keine ausreichende Bandbreite zur Verfügung stellt. Gerade für Einsteiger könnte der Berggang einen Tick zu dick sein. Auch die Sram Level-Bremsen entsprechen nicht mehr ganz dem aktuellen Stand der Technik und lassen Power vermissen.
Die bewährte Geometrie mit langem Reach und kompaktem Hinterbau verspricht ein laufruhiges und dennoch agiles Handling. Diese Kombination prädestiniert das Chisel für lange Tagesritte und Spaß auf flowigen Trails gleichermaßen. Unsere Erfahrung mit dem großen Bruder Epic 8 zeigt, dass Vielseitigkeit auch abseits der Rennstrecke einer der größten Stärken der Plattform ist.
Naturgemäß kommt der knappe Federweg von 120 Millimetern vorne und 110 Millimetern hinten bei groben Trails ans Limit. Die Federgabel, eine Rockshox SID, ist zwar ein Markenprodukt, verfügt jedoch nur über die einfachste Dämpfung. In Sachen Sensibilität und Gegenhalt kann dieses Modell nicht mit höherwertigen Gabeln mithalten.
Wie seht ihr das: Lieber ein günstiges, vielseitiges Bike oder präferiert ihr einen teuren Wettkampf-Spezialisten? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

Redakteur
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