Max Fuchs
· 08.09.2026
Specialized muss für das Epic 9 nicht lange nach Argumenten suchen. Das Benchmark-Race-Fully bietet 120 Millimeter Federweg, einen extrem leichten Carbonrahmen und eine Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht. Für die Saison 2026 schickt Specialized nun die besondere Variante S-Works Epic 9 Built for Legends LTD ins Rennen. Sie trägt eine siegerrote Sonderlackierung, schwarze Komponenten und rot eloxierte Bremssättel als markantes Detail.
Vor allem aber trägt jedes Bike eine eigene Nummer. Nur 119 Stück verlassen die Manufaktur. 15.500 Euro kostet der exklusive XC-Racer. Danach ist Schluss.
Limitiert – das passt zum Epic 9. Specialized hat sein aktuelles XC-Fully radikaler denn je auf Performance getrimmt: Der Rahmen inklusive Dämpfer wiegt in Größe M nur rund 1.589 Gramm, das Komplettbike startet bei 8,39 Kilogramm. Gegenüber dem Epic 8 spart das Specialized Epic 9 allein am Rahmen rund 206 Gramm ein – gegenüber dem ohnehin schon leichten Vorgänger Epic 8.
Road, XC, Downhill und Gravel: Specialized stellte 2026 in jeder seiner vier großen Rennkategorien ein neues Topmodell an die Spitze der Modellfamilie.
Das Tarmac SL9 sammelte bei der Tour de France vier Etappensiege. Bei der Tour de France Femmes kamen sechs Specialized-Erfolge in neun Etappen zusammen – inklusive des Gesamtsiegs durch Demi Vollering und des grünen Trikots durch Lorena Wiebes.
Auch im Gelände schrieb Specialized weiter an der Bilanz. Das Epic 9 stand im Cross-Country-Weltcup bereits viermal ganz oben – in XCO und XCC mit Adrien Boichis, Sina Frei und Laura Stigger. Beim Downhill folgten vier Weltcup-Siege in Serie für das Demo 11. Und bei Unbound setzte das Gravel-Bike Crux 5 ein weiteres Ausrufezeichen: Im Männer-Rennen besetzte Specialized das komplette Podium, bei den Frauen folgte ein Doppelsieg.
Die Zahlen beziehen sich auf den Stand vom 12. August 2026.
Das ist die Bühne für die Built for Legends Collection. Specialized bündelt darin seine Rennmaschinen aus Road, XC, Downhill und Gravel in einer gemeinsamen Sonderedition. Das Epic 9 übernimmt dabei die XC-Rolle – und dürfte für viele Offroad-Fans der interessanteste Vertreter der Kollektion sein.
Bei den limitierten Epic-9-Modellen legt Specialized über den silbernen Grundton einen roten Farbfilm. Je nach Licht kippt die Oberfläche von tiefem Crimson zu einem hellen, metallisch leuchtenden Rot. Darüber zieht sich ein handapplizierter schwarzer Ink-Wash wie Aquarellfarbe über den Rahmen. Dunkle Kanten sorgen für zusätzliche Tiefe.
Und genau das macht die LTD-Version besonders: Keines der 119 Bikes gleicht dem anderen. Die handbearbeitete Oberfläche macht aus jedem Rahmen ein Einzelstück.
Dazu kommen schwarze Komponenten und rote Bremssättel. Letztere liefern den vielleicht frechsten Kontrast der gesamten Edition. Rot gehört bei Specialized seit jeher zur Rennsport-DNA und gilt als Siegesfarbe.
Doch Sonderlackierung hin oder her. Das eigentliche Spektakel steckt darunter.
Specialized entwickelte das Epic 9 als Nachfolger des Epic 8 und strich gleichzeitig zwei eigenständige Modelle aus dem Programm: Epic World Cup und Epic Evo. Statt drei Bikes soll ein einziges Modell die unterschiedlichen Anforderungen moderner XC-Kurse abdecken.
Die Entwickler stellten dafür eine simple Frage: Was bremst einen Racer?
Die Antwort fiel konsequent aus: Gewicht, Reibung und fehlende Reserven.
Der neue Rahmen verlor gegenüber dem Epic 8 rund 206 Gramm. Specialized reduzierte unter anderem den Hauptrahmen, die Lagerung des Hauptdrehpunkts, das Sitzrohr und den Hinterbau. Beim S-Works-Rahmen helfen besonders hochwertige Carbonfasern zusätzlich beim Gewichtssparen.
Gleichzeitig behält das Epic 9 seine 120 Millimeter Federweg an Front und Heck. Eine überarbeitete Kinematik, mehr Anti-Squat und elf Prozent weniger Reibung sollen aus jedem Watt noch mehr Vortrieb herauspressen. Das Fahrwerk bleibt dabei nicht auf maximale Effizienz fixiert: Das Epic 9 soll auf modernen, technischen Weltcup-Kursen genauso Kontrolle liefern wie auf langen Marathon-Rennen.
Natürlich darf man bei einer solchen Sonderedition die Frage stellen: Wie viel Legende steckt tatsächlich im Lack? Die ehrliche Antwort: Die Lackierung gewinnt kein Rennen. Das Epic 9 darunter aber schon.
Das Epic blickt auf mehr als zwei Jahrzehnte Rennsportgeschichte zurück. Specialized entwickelte die neue Generation mit seinen XC-Athleten und schärfte das Konzept konsequent für die Anforderungen moderner Weltcup-Kurse nach. Es ist schlicht und ergreifend eines der schnellsten Mountainbikes der Welt.
Die „Built for Legends“-Edition setzt deshalb weniger auf technische Exklusivität als auf emotionale Verdichtung. Specialized nimmt ein ohnehin kompromissloses Racebike, gibt ihm eine aufwendige Oberfläche, nummeriert die Exemplare und macht daraus ein Sammlerstück.
Unterm Strich ist das S-Works Epic 9 Built for Legends LTD genau das, was eine solche Sonderedition sein sollte: technisch kompromisslos, optisch auffällig und limitiert. 119 Stück. 15.500 Euro. Eine Saison voller Siege. Und eingefleischte Fans können sich mit einem unverwechselbaren Einzelstück diese Legende sichern.

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