Scott Strike mit Bosch CXVolltreffer unter den Komfort-E-MTBs?

Florentin Vesenbeckh

 · 13.08.2026

Das Scott Strike kommt mit 150 mm Federweg und 29er-Laufrädern.
Foto: Scott Sports/Pierre VIEIRA
Scott bringt mit dem Strike ein neues E-Mountainbike auf den Markt, das sich bewusst gegen Extreme positioniert. Statt maximaler Performance-Ausrichtung soll ein durchdachtes Gesamtpaket mit viel Komfort überzeugen – für Fahrer, die einfach losfahren und die Tour genießen wollen.

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Das Konzept ist bekannt, der Rahmen komplett neu: Das Strike ist der zugängliche Alleskönner unter den E-MTBs von Scott. Jenseits von Carbon-Exklusivität und Race-Ambitionen, aber mit genug Können für anspruchsvolles Gelände, soll es von Alltag bis Bergtour oder Alpencross alles mitmachen. Vier Ausstattungsvarianten decken dabei ein breites Preis- und Anspruchsspektrum ab. Damit siedelt sich das Strike, wie schon bisher, unter dem All Mountain Scott Patron (hier im Test) an.

Rahmen mit Idee

Auffälligstes technisches Merkmal ist der gegossene Motorhalter mitsamt Sitzrohr, den Scott als einteiliges Bauteil gefertigt hat. Das reduziert die Anzahl der Schweißnähte, verringert Toleranzen und soll gleichzeitig für eine steifere, verlässlichere Kraftübertragung sorgen. Der semiintegrierte Dämpfer gehört bei den Scott-Bikes natürlich dazu. Die Integration fällt aber dezent aus, sodass der Dämpfer für das Setup gut zugänglich bleibt.

Der Hinterbau arbeitet nach dem Vier-Gelenk-Prinzip mit 150 Millimetern Federweg und einer linearen Kennlinie, die Scott auf Komfort und Berechenbarkeit ausgelegt hat. Das gilt auch für die gemäßigte Geometrie. Auffällig sind die sehr langen Kettenstreben von 465 mm, die das Rad auch bei gemütlicher Fahrweise sehr gut kontrollierbar und stabil machen sollen. Und zwar bergauf wie bergab. Das soll Kraft sparen und gerade weniger versierten Fahrern Sicherheit verleihen. Die 29er-Laufräder in allen Rahmengrößen sollen ebenfalls Stabilität bringen.

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​Die Fakten im Überblick

  • Motor: Bosch Performance Line CX, bis zu 120 Nm, 750 W, 600 % Unterstützung
  • Akku: 800 Wh (Strike 10–30), 720 Wh (Strike 40)
  • Display: Bosch Intuvia 200 (Strike 10 & 20), Bosch Purion 200 (Strike 30 & 40)
  • Federweg: 150 mm vorne und hinten
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Größen: S, M, L, XL
  • Gewicht: 24,8 kg (Strike 20) bis 25,7 kg (Strike 30)
  • Preise: Vier Modelle zwischen 4199 und 5799 Euro

Antrieb: Bosch durch die Bank

Alle vier Strike-Varianten setzen auf den Bosch Performance Line CX – die aktuelle Generation mit bis zu 120 Nm Drehmoment, 750 Watt Spitzenleistung und 600 Prozent Unterstützung. Das ist der stärkste Antrieb im Bosch-Portfolio.

Strike 10 und 20 erhalten den großen Bosch PowerTube mit 800 Wh Kapazität, Strike 30 ebenfalls. Erst beim Einstiegsmodell Strike 40 schrumpft der Akku auf 720 Wh. Alle Varianten sind für den optionalen Bosch PowerMore Range Extender mit 250 Wh vorbereitet, sofern ein langer Tag in den Bergen ansteht. Die Ladezeiten unterscheiden sich jedoch je nach Modell: Strike 10 und 20 liegen einem 4-Ampere-Ladegerät bei, Strike 30 und 40 müssen sich mit 2 Ampere begnügen – ein Detail, das im Alltag durchaus relevant sein kann.

​Alltagstauglichkeit als Designziel

Das Strike kommt als sportliches Mountainbike, ist allerdings auch für Alltagseinsätze vorbereitet. Kabel für Front- und Rücklicht sind bereits im Rahmen verlegt und am Bosch-System angeschlossen. Außerdem ist der Rahmen für Schutzbleche und einen Seutenständer vorbereitet. Das Kabelrouting kombiniert innen geführte Elektroleitungen mit außen liegenden mechanischen Zügen. Wer sein E-MTB auch auf dem Weg zur Arbeit nutzt, findet hier eine durchdachte Basis.

Ausstattung und Preise: Klare Hierarchie

Vier Ausstattungsvarianten zwischen 4199 und 5799 Euro hat Scott im Programm. Das Topmodell Strike 10 setzt für 5799 Euro auf Shimano XT-Schaltung und -Bremsen sowie die Fox 36 Rhythm-Gabel – eine solide Kombination, die auf ambitionierteren Touren nicht überfordert wird. Das Display ist das Bosch Intuvia 200 mit separater Mini-Remote.

Das Strike 20 kostet 5399 Euro und tauscht die Gabel gegen die Fox AWL HD Sport. Außerdem kommen Bremsen und Schaltung nur aus dem Deore-Regal. Strike 30 (4999 Euro) und 40 (4199 Euro) wechseln auf das kompaktere Purion 200 Display, das Steuerung und Anzeige in einer Einheit vereint. Die Federgabel des Strike 30 kommt von RockShox (Psylo Silver RC Air), das Strike 40 erhält ein SR Suntour-Fahrwerk.

Durchgehend verbaut Scott FSA-Kurbeln, Alex-Felgen, Formula-Naben und Maxxis Forekaster-Reifen – beim Strike 10 bis 30 in 2,6 Zoll Breite, beim Strike 40 in 2,4 Zoll. Ab September soll das neue Strike im Handel verfügbar sein.

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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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