Obscur Enyx mit Intradrive GD8Dieses E-Bike ist wahrlich außergewöhnlich

Florentin Vesenbeckh

 · 10.10.2026

Abseits des Mainstreams: Das Obscur Enyx ist ein ganz besonderes E-Mountainbike.
Foto: NOS Prod
Ein rekordverdächtig leichter Akku aus Eigenproduktion, eine innovative Motor-Getriebeeinheit und ein ganz spezieller Ansatz beim Rahmendesign: Die französische Marke Obscur legt mit dem Enyx ein wirklich besonderes Debut hin. Wir haben uns das Erstlingswerk der Carbon-Spezialisten genauer angeschaut.

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Meinung der BIKE Redaktion

Diese Bike ist wirklich besonders! Und zwar im positiven Sinn. Die spezielle Akku-Philosophie, der tiefe Schwerpunkt und spezielle Hinterbau machen in der Theorie verdammt Sinn - und richtig Lust auf dieses Bike. Auch wenn die Relevanz am Markt gering bleiben wird: Der mutige Auftritt gefällt und lässt hoffen, dass wir von den Franzosen noch mehr zu hören bekommen. Auch wenn der Preis natürlich exklusiv ausfällt. - Florentin Vesenbeckh, stv. Chefredakteur BIKE Magazin


Eine neue Marke aus Frankreich setzt bei seinem ersten E-MTB nicht allein auf einen ungewöhnlichen Antrieb. Obscur kombiniert den Intradrive GD8 mit einem eigens entwickelten Akku, der sich durch seine Form deutlich vom üblichen langen Akkuriegel unterscheidet. Die Gewichtsangabe lässt aufhorchen: Bei rund 840 Wattstunden Kapazität soll die entnehmbare Batterie nur gut 3,1 Kilogramm wiegen. Auch das Chassis ist alles andere als Gewöhnlich. Für ein Erstlingswerk macht das Obscur einen richtig ausgereiften Eindruck.

​Wer steckt hinter Obscur?

Obscur ist eine komplett neue Fahrradmarke aus Frankreich, hinter der laut eigenen Angaben Spezialisten für Carbonkonstruktionen stehen. Demnach liegt der Background im Flugzeug- und Prototypenbau. Bei ihrem ersten E-MTB entwickeln sie nicht nur den Rahmen, sondern auch den ungewöhnlich geformten Akku selbst. Der Ansatz: Batterie und Getriebemotor möglichst kompakt und tief im Bike unterbringen.

​Die Fakten zum Obscur Enyx

  • Einsatzbereich: All-Mountain
  • Rahmen: Carbon
  • Federweg: 160 mm vorn, 150 mm hinten
  • Laufräder: 29 Zoll vorn, 27,5 Zoll hinten
  • Antrieb: Intradrive GD8 mit integriertem 8-Gang-Getriebe und elektronischer Schaltung
  • Akku: entnehmbar, laut Hersteller 840 Wh und 3.150 g
  • Preis: 12 500 Euro (Enyx), 15 900 Euro (Enyx Ultra), 4900 Euro (Rahmenkit)

Akku: Viel Kapazität, wenig Gewicht?

Statt den Energiespeicher als langen Block im Unterrohr unterzubringen, setzt Obscur auf ein kompaktes, keilförmiges Gehäuse im unteren Bereich des Rahmens. So sollen Akku und Antrieb nah beieinander und möglichst tief sitzen. Das Gehäuse besteht laut Hersteller aus recyceltem Carbon, gefertigt wird der Akku in Frankreich. Obscur nennt außerdem eine Schnellladezeit von zweieinhalb Stunden und erklärt, die Batterie könne in der eigenen Werkstatt wiederaufgebaut werden.

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Aber nicht nur Form und Platzierung der Batterie sind besonders. Mit nur 3150 Gramm bei einer Kapazität von 840 Wattstunden soll der Akku rekordverdächtig leicht ausfallen. Ein Wert, den wir erst glauben, wenn wir ihn selbst gewogen haben. Zum Vergleich: Selbst ein besonders leichter Rotwild-Akku mit 840 Wattstunden und Carbongehäuse landet nach unserer eigenen Messung bei 3,7 Kilo. Eine leichtere Batterie mit ähnlicher Kapazität kennen wir nicht.

Intradrive GD8 statt Kettenschaltung

Der schottische Intradrive GD8 vereint Motor und Achtganggetriebe in einer gekapselten Einheit. Geschaltet wird elektronisch und kabellos. Bei der Motorleistung widersprechen sich die Angaben des Herstellers: Einmal nennt es 700 Watt und 80 Nm, in der Ausstattungstabelle dagegen 750 Watt und 100 Nm. Welche Werte für das Serienrad gelten, bleibt damit offen.

Das All-Mountain-Bike rollt mit 29-Zoll-Vorderrad und 27,5-Zoll-Hinterrad. Dazu kommen 160 Millimeter Federweg vorn, 150 Millimeter hinten und ein Carbonrahmen mit hoch liegendem Hinterbau-Drehpunkt. Obscure spricht von einem “mid high Pivot Design”. Vorgesehen sind die Ausstattungen Ride und Max, die entweder mit Öhlins- oder Formula-Fahrwerk auflaufen. Logisch: Ein besonderes Bike benötigt ein besonderes Fahrwerk. Angaben zu Preis und Gewicht macht Obscur vorerst nicht.

Was sagt ihr zu diesem Kunstwerk? Würdet ihr das Obscur Enyx gerne mal ausprobieren? Diskutiert mit in unseren Kommentaren.

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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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