Megamo Ryal 08Avinox Preis-Kracher im Test

Adrian Kaether

 · 28.08.2026

Das Megamo Ryal ist das günstige Avinox-Rad von Megamo mit Alu-Rahmen und Wechselakku.
Foto: Adrian Kaether
​Das Megamo Ryal ist bereits das zweite Avinox Bike des spanischen Herstellers. Der kleine Bruder des Reason macht mit straff kalkuliertem Preis und Wechsel-Akku sogar Amflow Konkurrenz. Ist das Ryal auch auf dem Trail eine Empfehlung? Hier kommt der Test.

Themen in diesem Artikel

Fazit zum Test des Megamo Ryal 08

Das Megamo Ryal ist ein modernes und fahrstarkes Bike für lange Touren. Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis kann sich selbst im Vergleich mit Amflow und Co. sehen lassen. Besonderes Lob gibt es für die komfortable Federung. Wer will, kann bei Cockpit und Reifenwahl mit wenig Aufwand noch etwas nachbessern.

Daten und Fakten zum Megamo Ryal 08

Preis4.499,00 €
Federweg160 mm
Laufradgröße29"/622mm
Gewicht25.1 kg
MotorAvinox M2
AkkuAvinox RS 800
GabelRock Shox ZEB Base
DämpferRock Shox DeLuxe Select+
SchaltungSRAM Eagle 70 Transmission
Bremse vorneSRAM Maven Base

Messwerte

Sitzposition
sportlich
75
komfortabel
0
33
66
100

Alle Messwerte findest du hier

Megamo hat Rennsport im Blut. Die Katalanen bauen Mountainbikes bereits seit der Firmengründung 1987, waren in Deutschland aber lange Zeit ziemlich unbekannt. Das hat sich längst geändert. Wie kaum eine zweite Marke hat Megamo den Avinox-Hype als perfektes Sprungbrett benutzt, um sich auch im deutschsprachigen Raum in Szene zu setzen.

Nur gutes Marketing zum richtigen Zeitpunkt? Nein. Denn seit Megamo auch international Gas gibt, haben sich die Bikes deutlich weiterentwickelt. Noch im letzten Jahr hatten wir bei BIKE das günstige E-MTB Flame mit Bosch-Motor im Test. Mit zahmen Reifen, langem Vorbau sowie mit gestreckter Geometrie und Sitzposition erinnerte es noch stark an ein älteres Cross-Country-Bike.

Das erste Avinox E-MTB, das Reason (hier im Test), war mit fast schon zu progressivem Konzept ein gänzlich anderes Kaliber. Modern, lang und flach wilderte es im Enduro-Terrain. Andere Hersteller haben für diesen Paradigmenwechsel von Oldschool zu Progressiv Jahre gebraucht, nicht nur eine Modellgeneration. Und auch das neue Ryal zeigt, dass die Entwickler längst verstanden haben, wie ein gutes E-MTB aussehen muss – von nur wenigen Ausnahmen abgesehen.

Ab 3999 Euro: Avinox mit Wechsel-Akku

Ganz unabhängig davon, wie sich das Rad am Ende fährt: Wer im Moment ein günstiges Avinox-Bike sucht, erst recht eines mit Wechsel-Akku, der kommt an Megamo kaum vorbei. Das neue Ryal trägt, Zufall oder nicht, den Namen einer schottischen Gold- und Silbermünze. Passend dazu gibt’s das straff kalkulierte Rad bereits ab 3999 Euro. Nur noch einige Avinox-Hardtails und das unfassbar günstige Amflow TL SUV-Fully kosten weniger. Raymon, Kellys und BH rufen ähnliche Preise auf.

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Geometrie entschärft

Für diesen Test hat uns Megamo eines der ersten verfügbaren Bikes in die Redaktion geschickt. Bis die Räder im Laden verfügbar sind, muss man sich also noch ein Weilchen gedulden. Doch das Warten lohnt sich, denn Megamo hat beim Ryal besonders gut verstanden, was E-Mountainbiker auf dem Trail wirklich weiterbringt. Erstens: Die krasse Geometrie des Performance-Modells Reason wurde für das Ryal etwas entschärft. Eine höhere Front und ein kürzerer Reach sowie ein steilerer Lenkwinkel sorgen für ein unkompliziertes Fahrverhalten auch auf moderaten Trail-Touren. Aber keine Sorge: 160 Millimeter Federweg vorne und hinten halten üppig Reserven für schweres Gelände bereit.

Ryal 08: Preis-Leistungs-King mit Maven und 70 Transmission

Unser Testbike Ryal 08 haben wir aufgrund des starken Preis-Leistungs-Verhältnisses ausgewählt. Das Bike kostet 500 Euro mehr als das Einstiegsmodell Ryal 10. Dafür bekommt man bereits ein anständiges Rockshox-Fahrwerk statt der mäßigen Psylo Silver im günstigen Bike. Zudem: Sram-Maven-Bremsen mit dicken HS2-Scheiben. Eine mechanische 70 Transmission von Sram die speziell fürs E-Bike optimiert ist, sortiert die Zwölf Gänge. Gerade in Anbetracht der Avinox-Power ist das eine gute Wahl.

All das sind Ausstattungs-Highlights, wie sie vor wenigen Jahren noch bei deutlich teureren Rädern nicht selbstverständlich gewesen wären. Gespart wurde lediglich beim ohnehin schon kräftigen M2-Motor statt des noch stärkeren M2S sowie bei den einfachen Maxxis-Reifen in Dual-Mischung. Die Vario-Stütze dürfte angesichts der vorbildlich kurzen Sitzrohre aber gerne noch etwas mehr Hub bieten.

Auf dem Trail: „Nur“ der M2-Motor?

Rein funktional landet Megamo mit dem Ryal einen echten Treffer. Bergauf sitzt man sicher im Rad integriert. Der steile Sitzwinkel und lange Kettenstreben halten das Vorderrad auch mit 125 Nm auf der Kette zuverlässig im Zaum. Das Fahrwerk ist gut abgestimmt. Zwar federt das Ryal bergauf nicht ausgesprochen komfortorientiert, dafür bietet es soliden Gegenhalt. So kann man mit dem Megamo selbst supersteile und schwierige Kletterpassagen gelassen angehen. Zumal man mit der enormen Avinox-Power – auch mit M2 – selbst auf engen, steilen Trails manches Hindernis mit bloßem Schwung überwinden kann.

Nur nochmal zur Erinnerung: Mit bis zu 125 Nm und 1100 Watt hat auch der “kleine” M2 mehr Power als der ohnehin schon superstarke Avinox M1 – und definitiv mehr, als man auf dem Trail wirklich brauchen kann. Wir haben in anspruchsvollen Uphills viel auch den Trail-Modus benutzt, der die hohe Motorleistung erst bei sehr starkem Tritt überhaupt abruft. Wie genau das funktioniert, kann man umfangreich auch über die Avinox-App einstellen.

Fluffig, aber nicht sehr handlich

Bergab spielt das Ryal seine langen Federwege aus. Mit 160 Millimetern Hub und betont fluffiger Abstimmung nimmt das Rad auch lange Wurzelgeraden und grobes Gelände entspannt unter die Stollen und kommt nicht erst bei mörderischem Tempo in einen sinnvollen Arbeitsbereich. Der Federungskomfort ist also top, auch wenn man es bergab etwas ruhiger angehen lässt.

Man fühlt sich gut im Rad integriert. Lange Kettenstreben und kräftige Bremsen erhöhen das Sicherheitsgefühl bergab noch zusätzlich. Nur bei Lenker (zu flach!) und Stütze (zu kurz!) lässt Megamo Potential liegen. Spannend: Trotz Komfort-Abstimmung kann man es mit dem Ryal auch auf zornigen Trails ordentlich laufen lassen. Das fluffige Fahrgefühl animiert sogar dazu, die Federung erzeugt viel Traktion. Die Reserven im Heck fallen aber nur mäßig aus, denn der Hub ist recht schnell aufgebraucht. Harte Durchschläge bei Vollgas, Drops und Sprüngen gab es trotzdem nicht zu bemängeln. In Summe ist das für ein Rad der 4500 Euro Klasse eine richtig starke Vorstellung, bei der es nur wenig zu meckern gibt.

Die Kehrseite der Medaille: Wer ein möglichst verspieltes und agiles Rad sucht, ist bei Megamo nicht an der richtigen Adresse. Das Ryal ist zwar etwas handlicher als das lange Reason, mit 25 Kilo, langem Heck und üppigem Radstand brauchen kleine Hüpfer oder gar Manuals aber viel Körpereinsatz. Motor und Akku-Schloss klapperten bergab dezent.

Das Megamo Ryal im Überblick

Stärken

  • ​komfortable Federung
  • moderne, unkomplizierte Geometrie
  • Wechsel-Akku

Schwächen

  • ​Fahrverhalten wenig verspielt
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Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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