Jan Timmermann
· 30.06.2026
Individuell aufgebaute Mountainbikes üben eine besondere Faszination aus, weil sie weit mehr sind als reine Sportgeräte. Sie spiegeln den Charakter, die Vorlieben und den Anspruch ihres Besitzers wider. Jedes ausgewählte Bauteil erzählt eine Geschichte – von kompromissloser Performance, technischer Raffinesse oder der Liebe fürs Detail.
Genau diese Kombination aus Funktion, Handwerkskunst und persönlichem Ausdruck macht Custom-Bikes zu den heimlichen Stars jeder Bike-Messe. Auch auf der Eurobike haben wir die Augen nach ganz besonderen Dreambuilds offengehalten.
Für ein Hobbyprojekt dreier Freunde macht der Unchained-Prototyp eine ausgesprochen gute Figur. Das Bike kombiniert einen High-Pivot-Viergelenker-Hinterbau mit einem Pinion-Getriebe und einem wartungsarmen Gates-Riemenantrieb.
Besonders schick kommt der aus 7075er-Aluminium gefertigte Rahmen daher, dessen Rohre und Muffen nicht nur verklebt, sondern zusätzlich über Feingewinde verschraubt werden.
Mit 170 bis 175 Millimetern Federweg, variabler Hinterbausteifigkeit und einer auf lange Abfahrten ausgelegten Geometrie richtet sich das Konzept an Enduro-Fahrer mit einer Vorliebe für wartungsarme Alu-Bikes.
Schon auf der Eurobike im vergangenen Jahr zog die junge Marke Stabelead die Blicke auf sich. Das Unternehmen ist ein Spin-off aus der Foto- und Filmindustrie. Der chinesische Technologiekonzern Tilta nutzt mit der Marke sein Know-how aus der Herstellung von Kamerasystemen, um seine Technologien auf Mountainbikes zu übertragen.
Dabei wird das gesamte Bike neu gedacht: Vom Rahmen über die Upside-Down-Federgabel und den Carbon-Dämpfer bis hin zu Scheibenbremsen und Anbauteilen entwickelt Stabelead eigene Konzepte. Noch haben alle gezeigten Komponenten Prototypenstatus – im Handel sind sie bislang nicht erhältlich. Das
Asa Vermette gilt als das absolute Nachwuchs-Supertalent im Downhill-Sport. Am Messestand von TRP durften Fans einen Blick auf sein persönliches Trainingsbike werfen. Dabei handelt es sich um einen Spezial-Aufbau des heiß diskutierten Frameworks-Rahmens.
Auch Normalsterbliche können das Aluminium- Rahmenset theoretisch für 3568,95 Euro kaufen. Aktuell ist es allerdings ausverkauft. Am Profi-Aufbau mit dabei: ein Fox Factory Fahrwerk, Enve Carbonlaufräder, TRP Evo Pro Bremsen und ein TRP Downhill-Antrieb mit außergewöhnlichen Titankurbeln von 5DEV. Außerdem setzt Vermette auf ein O-Chain-System und Anbauteile von Burgtec.
SB Projects ist für einzigartige Custom-Bikes bekannt. Auf YouTube ziehen die Dreambuilds regelmäßig tausende Zuschauer in ihren Bann. Das Carbon-Chassis ist eine Sonderanfertigung für den Mahle M40 Motor. Das kleine Kraftpaket liefert bis zu 105 Newtonmeter Drehmoment und 850 Watt Unterstützungsleistung.
Der Motor soll 2,5 Kilo wiegen und zieht seine Power aus einem 850 Wattstunden-Akku. Für SB Projects wurde eine Speziallackierung auf den Rahmen aufgebracht. Komplettiert wird der Aufbau durch ein Fox Factory Fahrwerk und Shimano XTR Bremsen. Das Mullet-Bike mit 160 Millimetern Federweg vorne und 150 Millimetern hinten soll es auf rund 21 Kilo bringen.
Hope ist vor allem für seine aufwendig gefrästen Aluminium-Komponenten bekannt. Mit dem neuen HB912 beweisen die Briten jedoch eindrucksvoll, dass sie auch den Werkstoff Carbon beherrschen. Das Trailbike bietet 120 Millimeter Federweg am Heck und 130 Millimeter an der Front.
Dank eines verstellbaren Steuersatzes lässt sich der Lenkwinkel je nach Vorliebe zwischen 65 und 66 Grad anpassen. Das Rahmenset ist für 3950 Britische Pfund erhältlich, das Komplettbike startet bei 7.950 Britischen Pfund.
Beim ausgestellten Showbike durfte sich das hauseigene Designteam kreativ austoben. Besonders ins Auge fällt das transparente Carbon-Finish, das einen spannenden Kontrast zu den polierten CNC-gefrästen Komponenten im klassischen Racing Green bildet.

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