Cube Stereo Hybrid One44 HPC Race 800Alles dran für 4399 Euro?

Josh Welz

 · 23.05.2026

Starkes Preis-Leistungs-Paket mit Carbonrahmen, Bosch CX Gen5, 800 Wh-Akku und sinnvoller Ausstattung: das Stereo Hybrid One44 HPC Race 800 für schlappe 4.399 Euro
Foto: Adrian Kaether
Fazit zum Duell: Das komfortable Race-Modell passt perfekt zum anspruchsvollen Tourenbiker. Wer maximale Trail-Performance auf seiner Prio-Liste nicht an oberster Stelle stehen hat, kann sich die 600 Euro Aufpreis getrost sparen. Das SLX-Modell spricht ambitioniertere Trail-Piloten an.

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Hochwertiges Carbon-Chassis, neuer Bosch-Antrieb, 800-Wh-Akku - das ist erstmal nichts Außergewöhnliches. Doch Bosch bietet dieses Paket beim Stereo Hybrid One44 HPC Race 800 für schlappe 4.399 Euro. Konkurrenz bekommt das Bike vor allem aus dem eigenen Haus.

​BIKE-Fazit zum Stereo Hybrid One44 HPC Race 800

Viel Carbon, modernste Bosch-Technik und ein fahrstabiles Handling zu einem Preis, bei dem manch andere Hersteller gerade einmal ein Alu-Modell anbieten! Das Stereo Hybrid One44 HPC Race 800 positioniert sich als komfortabler Allrounder für sportliche Tourenfahrer. Wer auf kompromisslose Highend-Komponenten verzichten kann, findet hier ein toll abgestimmtes Gesamtpaket, das vor allem über das Preisschild begeistert.

​Der Einsatzbereich: kein aggressiver Trailräuber

Mit 140 mm Federweg am Heck und einer 150-mm-Gabel ist das Einsatzgebiet des Stereo Hybrid One44 klar gesteckt: Es ist das klassische All-Mountain-Fully, das den Spagat zwischen ausgedehnten, komfortablen Alpentouren und flowigen Singletrails meistern soll.

Das aktuelle Stereo On44 hat Cube etwas sportiver gezeichnet als den komfortablen Vorgänger und damit auch den Charakter des Bikes leicht angepasst. Moderner und noch vielseitiger soll es sein – und bekam in diesem Zug natürlich auch den neueren Bosch CX 5 sowie einen modernen 800er Akku mit satter Reichweite verpasst.

Das Herzstück ist das moderne HPC-Chassis: Der Hauptrahmen besteht aus Cubes leichter und steifer C:62-Kohlefaserkonstruktion, auf der die komplette Cube-Carbon-Palette aufgebaut ist. Der Hinterbau des Stereo One44 hingegen ist aus robustem Aluminium konstruiert. Die Geometrie sorgt mit moderatem Reach (475 mm in Größe L) und recht hoher Front für eine komfortable Sitzposition, die auch nach stundenlangen Fahrten im Sattel keine Rückenschmerzen verursacht. Eine cleane Optik garantiert die integrierte Kabelführung durch den Steuersatz.

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Motor und Akku: probate Touren-Kombi

Im Gegensatz zu manchem Mitbewerber im Einstiegssegment spart Cube keineswegs am Antrieb. Im Unterrohr des Race 800 sitzt das aktuelle Bosch Performance Line CX System der 5. Generation. Mit sattem Drehmoment schiebt der Motor gewohnt kraftvoll, feinfühlig und harmonisch an – perfekt für steile Anstiege und technische Uphills.

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Gespeist wird das Kraftpaket vom Bosch PowerTube. Mit 800 Wattstunden Kapazität liefert der Akku eine enorme Reichweite für epische Tagestouren, ohne dass man ständig nervös auf die Ladestandsanzeige schielen muss. Gesteuert wird das System minimalistisch und modern über die im Oberrohr integrierte Bosch System Control, inklusive der unauffälligen Mini Remote am Lenker. Das direkt daneben platzierte Purion 400 Display fügt sich unauffällig ins Cockpit ein und liefert die wichtigsten Fahrdaten gut lesbar. Ein kleiner Wermutstropfen für ungeduldige Fahrer: Cube legt dem Race 800 lediglich das kompakte Bosch 2A Ladegerät bei, was die Ladezeit des riesigen 800-Wh-Akkus spürbar verlängert.

Die Fakten zum Cube Stereo Hybrid One44 HPC Race 800

  • Preis: 4.399 Euro
  • Motor: Bosch Performance Line CX Gen5
  • Akku: Bosch PowerTube 800 Wh (entnehmbar)
  • Rahmenmaterial: Carbon-Hauptrahmen mit Alu-Hinterbau
  • Federweg: 150/140 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll (27,5 in Rahmengröße S)
  • Gewicht: 24,1 kg (BIKE-Messung)
  • Max. Systemgewicht: 160 kg

Fahrbericht: So fährt sich das One44 HPC

In der Praxis meidet Cube geschickt die Extreme. Man sitzt zentral im Bike und kann dank moderatem Sitzwinkel und recht hoher Front entspannt auch lange Touren fahren. Selbst mit der üppigen 800-Wh-Batterie im Bauch fühlt sich das Bike aber zu keinem Zeitpunkt schwerfällig an. Auf zahmen Trails, knackigen Kurven oder schnellen Forstwegen lässt es sich willig beschleunigen und hält präzise die Spur.

Wird das Gelände jedoch richtig ruppig und technisch, fordert das Setup etwas mehr Körpereinsatz. Aufgrund der eher langen Kettenstreben ist das Bike zwar enorm laufruhig und kletterstark, gehört aber nicht zu den verspieltesten Vertretern. Das Fox-Fahrwerk arbeitet gut und schluckfreudig, das Float AWL-Gabel ist aber nur sparsam mit Einstelloptionen ausgestattet. Die großvolumigen 2,6er-Schwalbe-Reifen sind eher für den moderaten Toureneinsatz ausgelegt. Fahrern mit aggressiverem Fahrstil werden sie zu unpräzise sein. Bergauf profitiert der Fahrer von der traktionsstarken Hinterbau-Kinematik und der zentralen Sitzposition, wodurch das Vorderrad auch an steilen Rampen zuverlässig am Boden bleibt. Für noch bessere Kletterleistung hätte der 76-Grad-Sitzwinkel etwas steiler ausfallen können.

Preis-Leistungs-Vergleich: Race 800 vs. SLX 800 – Wo liegen die Unterschiede?

Die vielleicht stärkste Konkurrenz für das HPC Race kommt aus dem eigenen Haus mit dem nächst höheren Modell: Für das etwas besser ausgestattete Stereo Hybrid One44 HPC SLX 800 ruft Cube 4.999 Euro auf. Für viele Käufer stellt sich deshalb die Frage: Lohnt sich der Aufpreis von 600 Euro? Wir schauen uns die Unterschiede im Detail an:

  • Fahrwerk: Das Race 800 setzt auf eine Fox 36 Float AWL Federgabel kombiniert mit dem Fox Float Rhythm R Dämpfer. Das SLX 800 bietet mit der Fox 36 Float Rhythm (mit GRIP-Dämpfung) und dem Fox Float Performance Dämpfer etwas mehr Einstell-Optionen und damit Reserven in ruppigem Gelände und bei schnellen Schlagfolgen.
  • Schaltung und Bremsen: Beim Race 800 übernimmt eine Shimano XT 12-fach Schaltung die Gangwechsel, angesteuert über günstigere Deore SL Schalthebel. Die Shimano BR-MT420 4-Kolben-Bremse verzögert solide. Das SLX 800 setzt hier konsequent auf ein durchgängiges Shimano XT-Paket, was sich in der Praxis mehr bei den Bremsen als bei den Schaltkomponenten auszahlt.
  • Elektronik und Zubehör: Während das Race mit dem unauffälligen Purion 400 Display und dem langsameren 2A Ladegerät kommt, spendiert Cube dem SLX das größere Bosch Kiox 400C Farbdisplay und das doppelt so schnelle Bosch 4A Ladegerät. Besonders das schnellere Ladegrät ist ein klarer Pluspunkt für lange Tagestouren.
  • Laufräder & Reifen: ACID SLX 30 Laufräder mit großvolumigen Schwalbe Nobby Nic Performance 2.6 Reifen am Race sorgen für Komfort. Das SLX kommt mit Newmen Performance 30 Laufräder Continental Kryptotal 2.4 Bereifung. Besonders die Conti-Pneus garantieren mehr Präzision im Grenzbereich und werden sportlichen Trail-Piloten damit besser schmecken.
  • Gewicht: Spannendes Detail auf der Waage – das Race 800 ist mit 24,1 Kilo ein gutes halbes Kilo leichter als das SLX 800.

Stärken & Schwächen des Cube

Stärken

  • Extrem attraktiver Einstiegspreis für ein Carbon-E-Fully
  • Moderner Bosch CX Motor mit enormer 800-Wh-Reichweite
  • Komfortables Handling und hohes zulässiges Gesamtgewicht (160 kg)
  • Mit 24,1 kg etwas leichter als das teurere Schwestermodell

Schwächen

  • Das mitgelieferte Bosch 2A Ladegerät sorgt für lange Ladezeiten
  • Reifen und Fahrwerk limitieren sportliche Downhills

Josh Welz

Josh Welz

Chefredakteur

Josh Welz ist studierter Sportjournalist und prägt als Chefredakteur die publizistische Ausrichtung der BIKE. 2016 griff Welz den E-Trend auf und entwickelte den Titel EMTB. Entsprechend bewegt er sich gerne zwischen den Welten. Da seine Begeisterung für knackige Trails aber größer ist als sein Trainingsfleiß, schlägt das Pendel häufig in Richtung „E“ aus.

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