Seit fast zehn Jahren steht das Moterra im Cannondale-Line-up für motorisierte Fullys – im noch jungen E-MTB-Segment also ein echter Klassiker. Das Moterra 1, unser Test-Bike, zielt auf eine breite E-Mountainbike-Community: Bosch-Antrieb mit herausnehmbarem 800-Wh-Akku, 29-Zoll-Laufräder sowie 160 Millimeter Federweg vorne und 150 Millimeter hinten klingen wenig spektakulär, bilden aber das perfekte Fundament für ein unkompliziertes E-All-Mountain. Die Devise: mehr Generalist, weniger Spezialist. Wer einen schärfer definierten Einsatzbereich sucht, wird in der Moterra-Familie dennoch fündig: Die LT-Variante bringt mit Mullet-Setup und mehr Federweg Enduro-Gene mit, das SL-Modell zielt mit leichterem Shimano EP8 und kleinerem Akku auf die Light-Kategorie, und das EQ-Moterra bedient mit Alltagsausstattung auch die Pendler.
| Kategorie | Details |
| Modell | Cannondale Moterra 1 |
| Gewicht | 24,4 kg |
| Federweg (v/h) | 160 / 150 mm |
| Laufradgröße | 29" |
| Preis | 8.799 € |
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Akkugewicht | 3.950 g |
| Laufradgewicht | 5.996 g |
| Maximales Systemgewicht | 150 kg |
| Garantie | 5 Jahre |
| Besonderheiten | Keine |
Aber zurück zum Moterra 1: Wer Uphillflow liebt und sich an Schlüsselstellen gerne die Zähne ausbeißt, landet hier einen Volltreffer. Mit den längsten Kettenstreben und dem höchsten Tretlager im Testfeld kraxelt das Cannondale der Konkurrenz bergauf um die Ohren.
Aufsetzer an Geländekanten oder ein steigendes Vorderrad? Fehlanzeige! In Kombination mit dem Bosch-System verdient sich die Kontrolle bergauf klar den Benchmark-Status. Wer lieber entspannt auf der Forststraße Höhenmeter sammelt, freut sich über die komfortable Sitzposition: kurzer Reach, hohe Front – der Pilot sitzt angenehm hinter der Steuerzentrale. Auch beim Fahrwerk punktet das Cannondale mit Komfort: selbst unter Kettenzug feinfühlig, ohne wegzusacken – bravo!
Seit der CX-Generation 5 präsentiert sich der Bosch-Motor bergab klapperfrei und legt auch bei der Leistung spürbar zu: 750 Watt Spitzenleistung und 100 Nm Drehmoment stehen nun zur Verfügung. Bergauf setzt der neue eMTB+-Modus mit seinem äußerst sensiblen Ansprechverhalten und dem enormen Nachlauf aus unserer Sicht den Benchmark. Das Aggregat ist zwar kein Leichtgewicht, ansonsten aber kaum zu schlagen.
Auch in Reichweite bleibt das Bosch-System mit 800-Wh-Akku in diesem Vergleich unerreicht. Mit 2023 Höhenmetern im Boost-Modus und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h landet das Cannondale in unserem Reichweitentest auf Platz zwei. Minimal weiter kam nur das Stevens – ebenfalls mit 800-Wh-Bosch-Akku, allerdings noch ohne das Power-Update.
Die Selbstläufer-Attitüde des Moterra 1 überzeugt auch dann, wenn die Schwerkraft zuschlägt. Hinter dem hohen Cockpit steht man sicher integriert im Bike. Zusammen mit dem superlangen Radstand und dem großen 29er-Hinterrad überschüttet das Moterra Einsteiger wie Könner förmlich mit Selbstvertrauen. Draufhalten? Aber gern! Egal, was sich dem Vorderrad in den Weg stellt – das Cannondale liegt satt und hält die Ideallinie. Das Fahrwerk tut sein Übriges und zieht Holterdiepolter-Passagen gekonnt glatt. Traktion? Komfort? Check! Nur das Fahrwerk von Rotwild gefiel uns noch eine Spur besser.
Doch die enorme Fahrsicherheit hat ihre Kehrseite: In engen, technischen Sektionen fühlt sich das lange Bike an wie ein Sattelschlepper am Stelvio – sperrig, unhandlich, festgefahren. Bietet der Trail hingegen genug Raum zum Rangieren, blitzt auch beim Moterra etwas Spieltrieb durch. Dank der ausgewogenen Proportionen von Front- und Rear-Center, viel Gegenhalt im Heck und dem zentralen Schwerpunkt lässt sich das Bike trotz des hohen Gesamtgewichts erstaunlich direkt steuern. Die hohe Front entfaltet genug Hebelkraft, um das Cannondale, trotz des langen Hecks, aufs Hinterrad zu lupfen oder es an Geländekanten in den Flugmodus zu schießen.
Das Cannondale Moterra 1 ist der Prototyp eines gelungenen All Mountains. Bergauf trägt es den Piloten souverän, bergab gibt es ihm jederzeit sicheres Geleit. Komfort, Fahrsicherheit und Reichweite sind beim Cannondale so ausgeprägt wie bei keinem anderen Bike im Test. Die Ausstattung lässt keine Wünsche offen, der Preis ist fair – bei der Konkurrenz bekommt man zum gleichen Kurs oft weniger geboten. - Max Fuchs, Testredakteur und Fotograf bei BIKE
| Gewicht (kg) | 24.35 |
| Zulässiges Gesamtgewicht (kg) | 150 |
| Gabel | Fox 38 Float Factory |
| Dämpfer | Fox Float X Factory |
| Schaltung | SRAM X0 Eagle Transmission AXS |
| Motor / Akku | Bosch Performance CX |
| Bremsen vorne | Magura MT7 |
| Bremsen hinten | Magura MT7 |
| Reifen vorne / hinten | Continental Kryptotal Fr Enduro Soft 29 x 2,40 |
Alle Daten findest du hier
| Eigenschaft | Note |
|---|---|
| Fahrverhalten | 2,0 |
| Labor | 1,9 |
| Ausstattung | 2,4 |
| Endnote | 1,9 |
Die Gesamtbewertung des Bikes findest du hier