Bulls Copperhead EVO AM2 im TestMehr als nur ein Bosch-E-MTB - für 5000 Euro

Florentin Vesenbeckh

 · 24.04.2026

Das Copperhead EVO AM ist das klassische Touren-E-MTB im Bulls-Portfolio.
Foto: Max Fuchs

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​Dieses E-Mountainbike will mit besonderen Extras beim Kunden punkten. Aber kann es auch auf Trails und Bergtouren überzeugen? Wir haben das Touren-E-Bike Bulls Copperhead EVO AM2 mit Bosch-Motor ausführlich getestet und mit der Konkurrenz um 5000 Euro verglichen.

Themen in diesem Artikel

Fazit zum Test des Bulls Copperhead Evo AM 2

Mit seiner konsequenten Auslegung als alltagstaugliches Tourenbike spricht das Copperhead EVO AM 2 eine klare Zielgruppe an. Doch man darf das Bike nicht als lahmes SUV abtun. Im Gelände kann der Hinterbau voll überzeugen, und das unkomplizierte Fahrverhalten passt ebenfalls ins Konzept. Für extreme Geländeritte gibt es trotzdem passendere Bikes.

Testergebnis

EigenschaftNote
Fahrverhalten3,1
Labor2,8
Ausstattung3,1
Motor1,6
Endnote2,9

Die Gesamtbewertung des Bikes findest du hier

Daten und Fakten zum Bulls Copperhead Evo AM 2

Preis4.999,00 €>> hier erhältlich
Federweg150 mm
Laufradgröße29"/622mm
Gewicht25.8 kg
MotorBosch Performance Line CX
AkkuBosch Power Tube 800
GabelRockShox Lyrik Select RC
DämpferRockShox Deluxe Select+ RL
SchaltungShimano XT
Bremse vorneTRP Slate Evo

Messwerte

Sitzposition
sportlich
29
komfortabel
0
33
66
100

Alle Messwerte findest du hier

Das Copperhead Evo AM2 ist das klassische Touren-E-MTB in Bulls’ Modellpalette. Mit Bosch-Motor, entnehmbarem 800er Akku und vielen speziellen Alltagsfeatures hat es mehr zu bieten als nur reine Geländegängigkeit. Während Enduro-Biker bei Stichwörtern wie Ständeraufnahme, integrierter Lichtanlage oder induktivem Handy-Laden die Nase rümpfen könnten, bietet dieser Ansatz echten Mehrwert für alle, die ihr Bike nicht nur als Sportgerät nutzen wollen.

Mit Hauptrahmen aus Carbon, einer soliden Ausstattung sowie 150 Millimetern Federweg hat das Bulls aber durchaus auch Geländeanspruch und All-Mountain-Ambitionen. Die Ausstattung ist grundsolide: Shimano XT bei Schaltung und Bremsen, ein Rockshox-Fahrwerk aus der mittleren Preiskategorie, dazu ein Hauptrahmen aus Carbon - das ist im Marktvergleich ein ordentliches Paket für 4999 Euro. Hinzu kommen noch die Zusatzfunktionen wie die komplett integrierte Lichtanlage und die Monkey-Link-Schnittstellen. Bei diesen Extras kann man über die günstigen Reifen und die etwas zu kurz geratene Teleskopstütze hinwegsehen. Wie schlägt sich das Bike im Gelände und auf Bergtouren?

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Die Kombi aus Bosch Performance CX und entnehmbarem 800-Wh-Akku ist nicht nur bewährt, sondern auch besonders reichweitenstark. Zwar gehört der Motor nicht mehr zu den stärksten oder leichtesten am Markt, doch in Sachen Modulation und Fahrverhalten ist er noch immer top. Das gilt auch für die Reichweite. Bulls verbaut die etwas einfachere LED-Anzeige “Systemcontroller” und verzichtet auf das Display Kiox 400C.

Gutmütig und komfortabel

Wer auf Trails abbiegt, bekommt ein sehr gutmütiges und zugängliches Paket. Das Copperhead lässt sich leicht und direkt steuern. Schläge filtert das Fahrwerk souverän heraus, der Hinterbau funktioniert dabei besonders gut. Selbst wenn man mit dem Bike mit Zug durchs Gelände schießt, bleibt er gelassen, traktionsstark und komfortabel. Doch durch seine gemäßigte Geometrie kommt das Copperhead im harten und steilen Geläuf etwas früher an seine Grenzen. In der Falllinie ins Tal rauschen ist nicht die Kernkompetenz dieses Bikes. In schwierigen Situationen können auch der knappe Hub der Teleskopstütze (150 mm in Größe M) und im Nassen die günstige Gummimischung der Schwalbe-Reifen Sicherheit kosten.

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Die kompakten Abmessungen mit kompaktem Radstand und erstaunlich kurzem Heck (444 mm Kettenstreben) sorgen vielmehr für einen erstaunlich agilen Charakter, wie man ihn einem 26-Kilo-Bike kaum zutrauen würde. Auch hier hat die gelungene Heckfederung ihre Finger im Spiel, denn sie hält den Fahrer in einer aktiven Position und bietet guten Gegenhalt. In Summe lässt sich das Bike auf Trails sehr direkt und unkompliziert dirigieren. Erst auf schweren Abfahrten wird es unruhig. Bei Nässe limitieren auch die günstigen Schwalbe-Reifen mit mäßig griffigem Gummi.

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Voll auf Touren gemünzt?

Die Sitzposition ist klassisch angehaucht. Auf dem Copperhead sitzt man eher etwas weiter hinten und leicht gestreckt. In der Ebene ist das angenehm, denn der Druck verteilt sich gleichmäßig auf Sattel und Griffe. Geht es steil bergauf, rückt das Gewicht jedoch etwas weit nach hinten, worunter Kontrolle und Fahrkomfort leiden. Auch im Uphill sind extreme technische Schwierigkeiten also nicht ganz das bevorzugte Habitat dieses Bikes – obwohl der kräftige und wohl dosierte Motor vieles möglich macht und der Hinterbau für besonders gute Traktion sorgt.

Wohler fühlt sich das Copperhead im klassischen Touren-Einsatz. Hier glänzt das Bosch-System mit super Reichweite und auch das unkomplizierte Handling kann punkten. Tuning-Tipp für mehr Komfort auf Touren: Griffe mit mehr Dämpfung – die dünnen Seriengriffe empfanden wir als unangenehm. Wer kleine Hände hat, sollte die Einstellung der Bremshebel bei der Probefahrt prüfen, denn deren Ergonomie passt nicht ideal zu kurzen Fingern.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • ​super Heckfederung
  • unkompliziertes Handling
  • smarte Alltags-Features

Schwächen

  • ​im harten Gelände limitiert
  • flacher Sitzwinkel
  • recht schwer

Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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