8 Avinox-Bikes im BIKE TestAb 4499 Euro! E-MTBs mit Avinox im Vergleich

Florentin Vesenbeckh

 · 01.10.2026

Heiße Ware: E-MTBs mit Avinox-Motor sind begehrt. Aber welche Modelle überzeugen wirklich? Wir haben acht E-MTBs ab 4499 Euro ausführlich getestet.
Foto: Max Fuchs, Isaac Paddock, Nina Ludwig
Bikes mit Avinox-Motor sind sehr gefragt. Doch inzwischen ist die Auswahl riesig. Welche Modelle mit dem neuen Super-Motor können wirklich überzeugen? Wir liefern die Ergebnisse unserer ausführlichen Tests im Überblick und helfen bei der Kaufentscheidung.

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Update 1.10.2026: Dieser Artikel wurde zuerst am 24.5.2026 veröffentlicht. Wir haben ihn um weitere Tests ergänzt und aktualisiert.

Nie dagewesene Power, geringes Gewicht, schlanke Bauform und dezente Geräuschkulisse: Der Avinox M2S setzt eine neue Benchmark bei E-MTB-Motoren und hievt viele E-Bikes auf ein neues Level. Entsprechend gibt es unzählige neue Bikes mit dem Super-Motor. Doch der beste Motor hilft nicht viel, wenn das Rad in dem er steckt, nichts taugt. Wir haben schon viele Avinox-E-MTBs getestet. In diesem Artikel geben wir einen Überblick und fassen unsere Erkenntnisse zusammen. Den ausführlichen Test des Avinox M2S gibt’ hier im Link.

Amflow PR Carbon

  • ​​Federweg: 160/150 mm
  • Laufradgröße: 29/27,5 Zoll
  • Motor: Avinox M2
  • Akku: 800 Wh, entnehmbar
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Gewicht: 23,47 kg (BIKE Messwert, Größe L)
  • Preis: 4499 Euro

Das neue PR Carbon zielt explizit auf die breite Masse der E-Mountainbiker und will mit fairem Preis überzeugen, statt mit technischen Highlights. Obendrein ist es das erste Amflow mit entnehmbarem Akku. Das bringt mehr Flexibilität und einen breiteren Kundenkreis. Sowohl Rekordgewicht als auch superschlanke Optik sind damit aber nicht mehr realisierbar. Für 4499 Euro gibt es einen Vollcarbonrahmen, ein Fox-Fahrwerk und eine elektronische Funkschaltung von Sram. Vergleicht man die Ausstattung mit der von ähnlich teuren E-Fullys der letzten Jahre, ist alleine das ein absolutes Ausrufezeichen wert!

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​Mit 23,5 Kilo hält das PR bei den Rekordwerten der leichtesten Avinox-Bikes nicht mit. Doch im Vergleich zu anderen E-Fullys mit entnehmbarem 800er-Akku ist das ein exzellenter Wert.Die Geometrie hat Amflow am PR Carbon bewusst etwas konservativer gezeichnet als am sportlicheren PX Carbon. In sehr steilen Anstiegen fällt der flache Sitzwinkel negativ auf, denn man verliert etwas früher die Kontrolle über das Bike. Die lange Kettenstrebeneinstellung hilft hier etwas, doch der flache Sitzwinkel bleibt in solchen Szenarien ein Manko.

​Der Lenker des PR Carbon besitzt viel Rise, zudem kommt das Bike mit einer üppigen Zahl an Spacern unter dem Vorbau. So thront das Cockpit weit oben, und man steht angenehm integriert hinter der Front. Auf Trail-Abfahrten fühlt man sich dadurch sofort wohl. Das Fahrwerk arbeitet komfortabel und vermittelt zusätzliche Sicherheit. Dank seines geringen Gewichts und der moderaten Geometrie bleibt das Handling erfreulich verspielt, in der günstigen E-MTB-Einstiegsklasse ist das eine Seltenheit.

​Auch auf kniffligen Trails und ruppigeren Abfahrten kann das PR Carbon gut mithalten. Die erstklassige Reifenkombi legt den Grundstein, doch auch Fahrwerk und Geometrie geben Selbstvertrauen. Im Stakkato von Wurzel- oder Steinfeldern bremst zuerst die Federgabel den Speedrausch: Schnelle Schlagabfolgen verdaut sie nur schwer, und in Kompressionen taucht sie zu stark weg. Auch die Bremsen sind ein Schwachpunkt. Doch in diesem Preisbereich ist das jammern auf hohem Niveau.

In Summe verdient sich das Amflow PR Carbon unseren Preis-Leistungstipp. Für Touren und Trails liefert das Bike ein extrem vielseitiges und gelungenes Gesamtpaket, wie es in dieser Preisklasse nur selten vorkommt.

YT Decoy X Core 1

  • ​Federweg: 170/160 mm
  • Laufradgröße: 29/27,5 Zoll
  • Motor: Avinox M2S
  • Akku: 800 Wh, fest verbaut
  • Rahmenmaterial: Alu
  • Gewicht: 24,95 kg (BIKE Messwert, Größe L)
  • Preis: 4499 Euro

​Auch das günstigste Modell des YT Decoy X bietet unfassbar viel Bike fürs Geld. Vor allem Fans gepflegter Downhill-Action können wir dieses Rad ans Herz legen. Zwar gibt es sowohl schluckfreudigere als auch verspieltere Bikes, doch das Gesamtpaket des YT überzeugt auf ganzer Linie. Erst recht zu diesem Preis.

YT spendiert für 4500 Euro den kräftigen Avinox-Motor samt 800-Wh-Akku. Die Batterie ist fest im Alu-Chassis verbaut. Ein echtes Leichtgewicht lässt sich mit den robusten Komponenten, dem Alu-Chassis und zu diesem Einstiegspreis allerdings nicht realisieren: Knapp 25 Kilo sind im Avinox-Vergleich eher üppig.

​Auf zahmen Trails verlangt das YT deshalb nach etwas mehr Einsatz. Je stärker jedoch die Schwerkraft die Regie übernimmt, desto mehr spielt das Decoy X seine Stärken aus. Man fühlt sich vom ersten Meter an optimal ins Bike integriert. Das tiefe Tretlager, die hohe Front und der supergriffige Vorderreifen sorgen für ein enormes Sicherheitsgefühl. Ein kurzes Sitzrohr und die lange Teleskopstütze verstärken diesen Eindruck zusätzlich. Auch in Kurven oder beim Manual macht das YT für ein schweres E-MTB einen wirklich guten Job.

​Das Marzocchi-Fahrwerk arbeitet anständig und ist leicht einzustellen. Bergab kann man die Bremsen lange offen lassen. Erst auf schnellen und ruppigen Strecken, bei hohem Tempo, zeigt sich der Grenzbereich des Bikes. Dafür muss man mit dem YT aber schon ordentlich reinhalten. Denn zur Einordnung gehört auch: Wer bergab noch mehr Reserven erwartet, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Ein hochwertigeres Fahrwerk macht hier einen spürbaren Unterschied. Echte Kritik beschränkt sich deshalb auf die etwas schwachen aber für die Preisklasse typischen Sram DB8-Bremsen.

Enduro- und Gravity-Bikern legen wir das preisattraktive Decoy X als unseren Kauftipp ans Herz!

BH iLynx+ DL Enduro 9.7

  • ​Federweg: 180/170 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Motor: Avinox M2S
  • Akku: 800 Wh, fest verbaut
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Gewicht: 22,6 kg (BIKE Messwert, Größe L)
  • Preis: 7999 Euro

​180 Millimeter Federweg an der Gabel, dazu 29-Zoll-Laufräder und eine durchaus progressive Geometrie. Da steckt richtig Enduro drin - zumindest auf dem Papier. Vom üppigen Federweg und der krassen Geometrie darf man sich allerdings nicht täuschen lassen. Das iLynx+ DL ist eher fahrstarker Allrounder als extremer E-Freerider.

​​Beim Antrieb reiht sich das iLynx+ DL erst einmal in die gewohnte Riege vieler Avinox-Bikes ein. Superstarker Avinox M2S-Motor, dazu der große 800er-Akku fest im Unterrohr verbaut. Das ermöglicht eine schlanke Optik und in Verbindung mit dem Vollcarbonrahmen ein geringes Gewicht. 22,6 Kilo sind es bei unserem Testbike, was für ein 180er-E-Enduro eine Ansage ist. Im Uphill bleibt das lange Bike extrem spurtreu und relaxt. Steile Stiche sind gar kein Problem. Nur enge, technische Passagen erfordern etwas mehr Vorausblick.

​Im Downhill würde man bei langsamer Fahrt von dem massigen Federweg noch mehr Komfort erwarten. Erst harte Passagen bei hohem Tempo erwecken das Fahrwerk so richtig zum Leben. Schnelle Geraden nimmt das iLynx+ dann extrem spurtreu und sicher. Andere Bikes dieser Federwegsklasse bieten allerdings noch mehr Schluckvermögen. Der Fahrer bekommt stets klares Feedback vom Untergrund. Die enormen Reserven der Geometrie kann man dadurch nicht zu 100 Prozent ausreizen.

​Das moderate Gewicht und die schlanke Optik könnten in einem zahmeren Setup noch mehr überzeugen, denn im harten Geläuf schränkt das Fahrwerk etwas ein. Bergauf ist das Bike eine Bank. Vorsicht bei der Größenwahl: fällt sehr lang aus.

Amflow PX Carbon Pro

  • ​Federweg: 160/150 mm
  • Laufradgröße: 29/27,5 Zoll, optional 29/29
  • Motor: Avinox M2S
  • Akku: 700 Wh, fest verbaut
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Gewicht: 21,7 kg (BIKE Messwert, Größe L)
  • Preis: 9999 Euro

​Im harten Gelände performt das neue Amflow PX Carbon in allen Belangen besser als sein Vorgänger. Doch es ist schwerer, etwas träger und komplexer als das „Ur-Amflow“. Für 10 000 Euro bekommt man hier ein richtig gutes Bike, das sich inzwischen aber an einer breiten Auswahl an neuen Avinox-Bikes messen lassen muss. Den absoluten Wow-Effekt hat es etwas eingebüßt. Trotzdem bleibt der Mix aus geringem Gewicht und massiver Power beeindruckend. Die vielen Einstellmöglichkeiten für die Geometrie (40 Konfigurationen!) machen das Bike sehr vielseitig, aber auch komplex. In der Einstellung mit langen Kettenstreben erschien uns das Bike viel ausgewogener als im Auslieferungszustand mit kurzem Heck. Unser Testbike nervte leider mit diversen Klappergeräuschen.

Raymon Tarok Ultimate

  • Federweg: 160/150 mm
  • Laufradgröße: 29/27,5 Zoll
  • Motor: Avinox M2S
  • Akku: 700 Wh, fest verbaut
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Gewicht: 20,6 kg (BIKE Messwert, Größe L)
  • Preis: 9999 Euro

​Beeindruckendes Gewicht, ebenso schlanke Optik und das Ganze mit dem stärksten und besten E-Motor am Markt: Das Raymon Tarok Ultimate hält gleich mehrere Superlative parat. So leicht war kein anderes Bike mit Avinox M2S an der BIKE-Waage - und zwar mit Abstand. Auf dem Trail überzeugt das Tarok mit sehr ausgewogenen, aber überraschend sportlichen Fahreigenschaften. Leichtfüßig und potent zugleich lädt es vor allem versierte Biker zum schnellen Trail-Tanz ein. Das geringe Gewicht ist im fahrverhalten deutlich spürbar, das Tarok fährt sich spaßig und agil. Die Fahrposition ist mit tiefem Tretlager und hoher Front schön integriert und auch der Hinterbau funktioniert sehr ordentlich, mit eher sportlichem Charakter. Absolut gelungen!

Pivot Shuttle AMP’d Pro​​

  • Federweg: 160/150 mm
  • Laufradgröße: 29/27,5 Zoll
  • Motor: Avinox M2S
  • Akku: 800 Wh, fest verbaut
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • ​Gewicht: 22,5 kg (BIKE Messwert, Größe L)
  • Preis: 11999 Euro

​Das Pivot Shuttle AMP’d Pro überzeugt auf ganzer Linie: Ein vielseitiger Trail-Allrounder für ambitionierte Biker, die im Gelände Gas geben wollen. Es füllt gekonnt die Lücke zwischen Trail und Enduro und kann schon richtig einstecken. Und zwar deutlich mehr als die meisten anderen Bikes mit dem selben Federweg. Denn der Hinterbau ist eine Wucht. Das Shuttle AMP’d kombiniert Fahrspaß mit Nehmerqualitäten. Es ist zwar nicht das allerleichteste Avinnox-Bike, bleibt aber trotzdem betont spaßig und leichtfüßig im Handling. Der größte Wermutstropfen bleibt der extrem hohe Preis – für viele dürfte das Shuttle AMP’d damit trotz seiner Qualitäten nicht zur Wahl stehen.

Propain Ekano 3 AL

  • ​Federweg: 160/150 (optional auch 170/160 mm)
  • Laufradgröße: 29 Zoll (optional auch Mullet)
  • Motor: Avinox M2S
  • Akku: 800 Wh, fest verbaut (optional auch 600 Wh)
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Preis: 8641 Euro

Das Ekano 3 AL ist mit seinem robusten Alu-Chassis kein Leichtgewicht, glänzt aber als fahrstarker Allrounder für grobes Gelände. Das Fahrwerk kann voll überzeugen und die Auslegung ist absolut bombproof. Leider trotz Versandkonzept kein Schnäppchen. Doch das Ekano 3 AL ist ein starkes Bike, wenn Reserven und Haltbarkeit gefragt sind. Einzigartig ist das Baukastenkonzept: Ihr könnt Euch die Ausstattung nach persönlichen Vorlieben zusammenstellen. Dabei gibt’s nicht nur die Wahl aus Enduro- oder Trail-Version (170/160 oder 160/150 mm), sondern auch aus Mullet oder 29. Auch die Akku-Größe könnt ihr aus 600 oder 800 Wh frei wählen. Wir konnten bisher die Trail-Variante mit hochwertiger Ausstattung und 29er-Setup testen und können sagen: Schon mit dem schmaleren Hub nimmt es das Bike mit harten Trails und Abfahrten auf. Charakterlich ist das Bike eher auf Fahrstärke, Sicherheit und Schluckvermögen ausgelegt, als auf besonders leichtfüßiges Handling.

YT Industries Decoy X Launch Edition

  • ​​Federweg: 170/160 mm
  • Laufradgröße: 29/27,5 Zoll
  • Motor: Avinox M2S
  • Akku: 800 Wh, fest verbaut
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • ​Gewicht: 25,4 kg (Herstellerangabe)
  • Preis: 8499 Euro

Draufsetzen und Wohlfühlen ist die Devise beim YT Decoy X. Typisch für die Bikes vom Forchheimer Versender. Mit dicker Fox Podium Upsidedown-Gabel und 170/160 mm Federweg ist das Bike definitiv ein vollwertiges Enduro. Große Sprünge, hohe Drops, harte Rumpelpassagen - hier blüht das Decoy X richtig auf. Es vermittelt viel Vertrauen, spendiert Traktion und giert nach Speed. Auf flachen Trails und im zahmen Gelände gibt es spritzigere und leichtfüßigere Bikes, das ist auch klar. Mit Alu-Rahmen und Fox-Monster landet das Gewicht bei über 25 Kilo - trotz Edel-Ausstattung und hohem Preis. Das ist üppig. Dafür ist die Ausstattung voll auf härteste Missionen getunt. Und: Das Decoy X ist kein Bike, das nur geradeaus fährt und langholzlastert. Es kann Manuals, Flicks und Sprünge. Richtig bergab sollte es dabei aber schon gehen. Je wilder, desto besser. Richtig Enduro eben.

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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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