Nie dagewesene Power, geringes Gewicht, schlanke Bauform und dezente Geräuschkulisse: Der Avinox M2S setzt eine neue Benchmark bei E-MTB-Motoren und hievt viele E-Bikes auf ein neues Level. Entsprechend gibt es unzählige neue Bikes mit dem Super-Motor. Doch der beste Motor hilft nicht viel, wenn das Rad in dem er steckt, nichts taugt. Wir haben schon viele Avinox-E-MTBs getestet. In diesem Artikel geben wir einen Überblick und fassen unsere Erkenntnisse zusammen. Den ausführlichen Test des Avinox M2S gibt’ hier im Link.
Im harten Gelände performt das neue Amflow PX Carbon in allen Belangen besser als sein Vorgänger. Doch es ist schwerer, etwas träger und komplexer als das „Ur-Amflow“. Für 10 000 Euro bekommt man hier ein richtig gutes Bike, das sich inzwischen aber an einer breiten Auswahl an neuen Avinox-Bikes messen lassen muss. Den absoluten Wow-Effekt hat es etwas eingebüßt. Trotzdem bleibt der Mix aus geringem Gewicht und massiver Power beeindruckend. Die vielen Einstellmöglichkeiten für die Geometrie (40 Konfigurationen!) machen das Bike sehr vielseitig, aber auch komplex. In der Einstellung mit langen Kettenstreben erschien uns das Bike viel ausgewogener als im Auslieferungszustand mit kurzem Heck. Unser Testbike nervte leider mit diversen Klappergeräuschen.
Beeindruckendes Gewicht, ebenso schlanke Optik und das Ganze mit dem stärksten und besten E-Motor am Markt: Das Raymon Tarok Ultimate hält gleich mehrere Superlative parat. So leicht war kein anderes Bike mit Avinox M2S an der BIKE-Waage - und zwar mit Abstand. Auf dem Trail überzeugt das Tarok mit sehr ausgewogenen, aber überraschend sportlichen Fahreigenschaften. Leichtfüßig und potent zugleich lädt es vor allem versierte Biker zum schnellen Trail-Tanz ein. Das geringe Gewicht ist im fahrverhalten deutlich spürbar, das Tarok fährt sich spaßig und agil. Die Fahrposition ist mit tiefem Tretlager und hoher Front schön integriert und auch der Hinterbau funktioniert sehr ordentlich, mit eher sportlichem Charakter. Absolut gelungen!
Das Pivot Shuttle AMP’d Pro überzeugt auf ganzer Linie: Ein vielseitiger Trail-Allrounder für ambitionierte Biker, die im Gelände Gas geben wollen. Es füllt gekonnt die Lücke zwischen Trail und Enduro und kann schon richtig einstecken. Und zwar deutlich mehr als die meisten anderen Bikes mit dem selben Federweg. Denn der Hinterbau ist eine Wucht. Das Shuttle AMP’d kombiniert Fahrspaß mit Nehmerqualitäten. Es ist zwar nicht das allerleichteste Avinnox-Bike, bleibt aber trotzdem betont spaßig und leichtfüßig im Handling. Der größte Wermutstropfen bleibt der extrem hohe Preis – für viele dürfte das Shuttle AMP’d damit trotz seiner Qualitäten nicht zur Wahl stehen.
Das Ekano 3 AL ist mit seinem robusten Alu-Chassis kein Leichtgewicht, glänzt aber als fahrstarker Allrounder für grobes Gelände. Das Fahrwerk kann voll überzeugen und die Auslegung ist absolut bombproof. Leider trotz Versandkonzept kein Schnäppchen. Doch das Ekano 3 AL ist ein starkes Bike, wenn Reserven und Haltbarkeit gefragt sind. Einzigartig ist das Baukastenkonzept: Ihr könnt Euch die Ausstattung nach persönlichen Vorlieben zusammenstellen. Dabei gibt’s nicht nur die Wahl aus Enduro- oder Trail-Version (170/160 oder 160/150 mm), sondern auch aus Mullet oder 29. Auch die Akku-Größe könnt ihr aus 600 oder 800 Wh frei wählen. Wir konnten bisher die Trail-Variante mit hochwertiger Ausstattung und 29er-Setup testen und können sagen: Schon mit dem schmaleren Hub nimmt es das Bike mit harten Trails und Abfahrten auf. Charakterlich ist das Bike eher auf Fahrstärke, Sicherheit und Schluckvermögen ausgelegt, als auf besonders leichtfüßiges Handling.
Draufsetzen und Wohlfühlen ist die Devise beim YT Decoy X. Typisch für die Bikes vom Forchheimer Versender. Mit dicker Fox Podium Upsidedown-Gabel und 170/160 mm Federweg ist das Bike definitiv ein vollwertiges Enduro. Große Sprünge, hohe Drops, harte Rumpelpassagen - hier blüht das Decoy X richtig auf. Es vermittelt viel Vertrauen, spendiert Traktion und giert nach Speed. Auf flachen Trails und im zahmen Gelände gibt es spritzigere und leichtfüßigere Bikes, das ist auch klar. Mit Alu-Rahmen und Fox-Monster landet das Gewicht bei über 25 Kilo - trotz Edel-Ausstattung und hohem Preis. Das ist üppig. Dafür ist die Ausstattung voll auf härteste Missionen getunt. Und: Das Decoy X ist kein Bike, das nur geradeaus fährt und langholzlastert. Es kann Manuals, Flicks und Sprünge. Richtig bergab sollte es dabei aber schon gehen. Je wilder, desto besser. Richtig Enduro eben.

Redakteur CvD