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Mit überragendem Motorsystem, geringem Gewicht und agilem Fahrverhalten sammelt das Tundra 9.0 viele Punkte. Bergab gibt es aber stärkere Bikes. Wer die Kombi aus geringem Gewicht, viel Reichweite und schlankem Carbonrahmen sucht, findet zu diesem Preis aber kaum vergleichbare Bikes.
| Eigenschaft | Note |
|---|---|
| Fahrverhalten | 3,0 |
| Labor | 1,6 |
| Ausstattung | 3,2 |
| Motor | 1,0 |
| Endnote | 2,6 |
Die Gesamtbewertung des Bikes findest du hier
| Preis | 5.199,00 €>> hier erhältlich |
| Federweg | 160 mm |
| Laufradgröße | 29"/622mm |
| Gewicht | 22.1 kg |
| Motor | Avinox 120Nm |
| Akku | Avinox 800Wh |
| Gabel | SR Suntour Durolux 38 EVO Boost |
| Dämpfer | SR Suntour Edge Evo TR |
| Schaltung | SRAM Eagle 70 |
| Bremse vorne | Magura MT 5 |
Die Marke Steppenwolf wagt einen Neustart und setzt dabei voll auf die Power des DJI-Motors Avinox. Das Tundra 9.0 ist das Einstiegsmodell in die Welt sportlicher E-Mountainbikes. Im Test landete das Bike noch mit Avinox M1 – doch künftig wird es mit dem noch stärkeren Avinox M2S (hier im Test) ausgeliefert. Der Preis bleibt dabei identisch. Optik und Messwerte verraten, warum der Avinox-Antrieb (auch schon in der M1-Version) so beliebt ist: Das Tundra baut mit dem fest verbauten 800-Wh-Akku richtig schlank und legt auch an der Waage einen Bestwert hin. 22,1 Kilo. Klassische E-MTBs dieser Preisklasse sind gerne zwei bis drei Kilo schwerer.
Achtung: Wir haben das Steppenwolf Tundra 9.0 mit Avinox M1 getestet. Alle Werte beziehen sich auf dieses Bike. Künftig wird das Bike laut Steppenwolf jedoch mit Avinox M2S vom Band laufen. Es handelt sich um einen “Running Change” in der Produktion und die neuen Modelle sollen nach und nach im Handel landen.
Dafür ist nicht nur der Antrieb, sondern auch der leichte Vollcarbonrahmen verantwortlich. Ein Luxus, den zu diesem Preis nicht viele liefern. Leider spart Steppenwolf bei den Reifen. Die Exo-Karkasse und das schwache Profil haben an einem E-MTB mit 160 Millimetern Federweg und Geländeambitionen nichts zu suchen. Käufer sollten den Preis für neue Reifen und etwas Mehrgewicht also mit einkalkulieren. Zumal das Tundra 9.0 mit der dicken 38er-Gabel Durolux von SR Suntour und dem üppigen Federweg fast schon Enduro-Ambitionen vorgibt. Aber kann das Bike dieses Versprechen auch im Praxistest halten?
Nicht nur optisch, sondern auch im Uphill drückt der superstarke Avinox-Motor dem Bike seinen Stempel auf. Der Leistungsunterschied ist schon mit Avinox M1-Motor (hier im Test) im Vergleich zu Bosch und Shimano dermaßen eklatant, dass wir im Praxistest viel schneller und müheloser den knifflig-steilen Trail hinaufflogen. Die maximale Leistung von 1000 Watt ist dabei allerdings stellenweise schon zu viel, um wirklich kontrolliert und geschmeidig die Spur zu halten. Beeindruckend ist dabei auch die Geräuschkulisse, denn der Motor wird trotz Mega-Power nie unangenehm laut.
Der neue M2S ist nicht lauter, aber dafür nochmal deutlich stärker und geschmeidiger. Ein Pfund, das man mit dem Tundra auch recht gut auf den Boden bringt, denn die Sitzposition ist sehr progressiv und vorderradorientiert. Bei abgeminderter Motor-Power lässt sich das Bike also sehr gut kontrollieren. Im Nassen sind allerdings die schwach profilierten Reifen viel zu schnell überfordert.
Auf langen Touren muss man mit der krassen Power des Motors dosiert umgehen. Denn im Turbo-Modus frisst der extrem starke Avinox viel Energie. Entsprechend ist der Akku zügig alle. Und die Option auf einen Wechsel-Akku gibt’s beim Tundra nicht. Das Einstiegsmodell Tundra 9.0 wird darüber hinaus nicht mit dem Schnellladegerät von Avinox ausgeliefert, sondern mit dem kleinen 4A-Charger. Für ein schnelles Nachladen auf Tour muss also nochmal nachgerüstet werden. Doch: Wer die Power des Avinox bewusst drosselt, kommt mit dem 800-Wh-Akku auf richtig gute Reichweiten.
Bergab hinterlässt das neue Steppenwolf einen zwiespältigen Eindruck. Das geringe Gewicht ist deutlich spürbar, das Bike lässt sich leichtfüßig und agil über Trails jagen und bringt im flachen Gelände richtig viel Fahrspaß. Die Fahrposition ist allerdings nicht ideal. Durch das hohe Tretlager und die niedrige Front steht man nicht optimal integriert im Bike. Ein Lenker mit mehr Rise könnte helfen.
Auch das Fahrwerk offenbart Schwächen. Am Hinterbau konnten wir kein perfektes Setup erzielen. Entweder agierte das Heck etwas störrisch und ging zu sparsam mit dem Hub um, oder es fehlte der Gegenhalt. Viele andere E-MTBs mit 160 Millimetern Federweg liegen satter auf dem Trail und nehmen es souveräner mit harten Schlägen auf.
Auch die Reifenwahl kostet im schweren Gelände Sicherheit und Kontrolle. Natürlich kann man sich auch mit diesen Makeln auf schwere Trails wagen. Doch im direkten Vergleich kann das Tundra im Downhill nicht mit den besten mithalten. Es ist definitiv eher Trail-Bike als Enduro.

Redakteur CvD