Decathlon E Three 500 im TestGünstiges Lastenrad: Zuschlagen oder Finger weg?

Florentin Vesenbeckh

 · 17.10.2026

Wir konnten das Longtail-Lastenrad von Decathlon ausführlich im Alltag testen. Vorab: Das B'Twin E Three 500 liefert richtig viel Cargo-Bike zum fairen Preis.
​Schaut man sich in den Straßen von Deutschlands Städten um, ist ein Fahrrad nahezu allgegenwärtig. Das Longtail von Decathlon* steht vor Supermärkten, Kitas und Sportvereinen. Logisch, denn es ist eines der günstigsten E-Lastenräder für den Kinder- und Gepäcktransport, das der Markt zu bieten hat. Aber ist dieser günstige Packesel wirklich eine Empfehlung? Das wollten wir in einem ausführlichen Test herausfinden.

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Es kostet fast die Hälfte anderer Longtail-Lastenräder und will zum Schnapperpreis den vollen Komfort eines zweirädrigen Familientransporters liefern. Kann das elektrisierte Cargo-Bike vom Sportartikel-Discounter Decathlon im Alltag überzeugen? Wir haben das B’Twin E Three 500 getestet.

Themen in diesem Artikel

​Schaut man sich in den Straßen von Deutschlands Städten um, ist ein Fahrrad nahezu allgegenwärtig. Das Longtail von Decathlon steht vor Supermärkten, Kitas und Sportvereinen. Logisch, denn es ist eines der günstigsten E-Lastenräder für den Kinder- und Gepäcktransport, das der Markt zu bieten hat. Aber ist dieser günstige Packesel wirklich eine Empfehlung? Das wollten wir in einem ausführlichen Test herausfinden.

FAZIT der Redaktion

Wer auf das letzte Quentchen Komfort und modernste Technik verzichten kann, bekommt mit dem B’Twin E Three 500 ein Lastenrad, dass im Alltag keine echten Schwächen zeigt. Und das zu einem konkurrenzlos günstigen Preis. Im hügeligen Gelände bieten Cargo-Bikes mit stärkeren Mittelmotoren aber mehr Reserven. - Florentin Vesenbeckh, Testredakteur


Decathlons B’Twin E Three 500 kostet 2699 Euro. Dafür verspricht der Hersteller ein Longtail für Kindertransport, Einkäufe und den täglichen Weg durch die Stadt. Ein großes Heck, E-Antrieb und umfangreiche Serienausstattung klingen nach einem interessanten Angebot. Ob aus dem günstigen Einstieg auch eine Empfehlung wird, entscheidet sich jedoch nicht auf dem Datenblatt, sondern voll beladen, an Steigungen und bei vielen kleinen Handgriffen im Alltag.

Das E Three 500 folgt, für das Modelljahr 2026 frisch aufgelegt, auf das R500E Longtail V2. Auch in der insgesamt dritten Ausbaustufe dieses Rades bleibt das Grundkonzept bestehen: ein Hinterrad-Nabenmotor, vorne 26 und hinten 20 Zoll große Laufräder sowie ein langer Heckträger. Neu sind insbesondere das B’Clip-ready-Zubehörsystem und ein TFT-Farbdisplay. Dazu kommen etwas mehr Akkukapazität und ein leicht höheres Motordrehmoment. Welche Unterschiede im Alltag zählen, erläutern wir im Vergleich mit dem Vorgänger. Für diesen Test lautet die entscheidende Frage: Bekommt man zum vergleichsweise niedrigen Preis ein überzeugendes Familienrad, oder zeigen sich die Kompromisse genau dort, wo es auf Sicherheit und Bedienung ankommt?

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Die Fakten zum Decathlon B’Twin E Three 500

  • Preis: 2699 Euro, ohne separat erhältliches Zubehör >> hier erhältlich
  • Antrieb: Vision-Hinterradnabenmotor mit angegebenen 60 Nm
  • Akku: Entnehmbar; 711 Wh
  • Gewicht: 39 kg
  • Zuladung: 170 kg zulässige Zuladung einschließlich fahrender Person und Mitfahrenden; maximal 80 kg hinten und 10 kg auf dem optionalen Frontträger. Zulässiges Gesamtgewicht: 209 kg.
  • Laufräder: 26-Zoll-Vorderrad und 20-Zoll-Hinterrad
  • Fahrwerk und Bremsen: Suntour-Federgabel mit 75 mm Federweg; hydraulische Tektro-Vierkolbenbremsen mit 180-mm-Scheiben
  • ​Schaltung: Microshift, 6-Gang
  • Alltagsausstattung: Farbdisplay, Rahmenschloss, Haltestange und Fußstützen hinten, Speichenschutz, Schutzbleche, verstärkter Ständer und Lichtanlage mit 60-Lux-Frontscheinwerfer, automatischem Tag-/Nachtmodus und Bremslicht.
  • Transportzubehör: Heckträger B’Clip-ready; passendes Zubehör und Frontträger sind separat erhältlich.

Praxistest: Was wirklich zählt

Wir konnten die Neuauflage von Decathlon im Familienalltag testen. Viele Einsätze als Nachwuchs-Shuttle mit zwei Kindern, etliche Transportfahrten für den Wocheneinkauf und auch längere Strecken im “Solo-Ritt” durch die Stadt. Was als allererstes auffällt, und das ist typisch für Longtails: Unbeladen fährt sich das E Three 500 erstmal erstaunlich ähnlich wie ein normales Fahrrad bzw. E-Bike. Eine krasse Umgewöhnung ist nicht nötig. Das B’Twin gehört im Vergleich zu anderen Longtails eher zur Kategorie laufruhig. Das große Vorderrad zeigt hier Wirkung. Andere Longtails mit 20-Zoll-Vorderrad bleiben zum Teil noch wendiger, doch auf schottrigem Untergrund liegt das B’Twin sicherer.

​Das B’Twin ist für ein Systemgewicht bis 209 Kilo freigegeben. Ein sehr guter Wert, der eine stattliche Beladung mit Kindern und/oder Einkäufen und Waren zulässt. Systembedingt wird die Fahrt mit schwerer Beladung allerdings kippeliger. Die Ladung liegt höher, als beispielsweise in einem Longjohn. Beim langsamen Manövrieren oder an der Ampel muss man sich darauf einstellen, das vollbeladene Rad aktiv und kräftig halten zu müssen. Doch im Test gelang das auch unserer eher kleinen 55-Kilo-Testfahrerin zu jeder Zeit. Brenzlige Situationen gab es auch beim Transport von zwei Kindern (im Test bis zu 75 kg auf dem Heckträger) nie. Andere Lastenradkonzepte bieten hier aber ein leichteres Handling - bringen dafür aber andere Nachteile mit.

Packesel - was das Lastenrad im Alltag leistet

Die große Stärke des Decathlon Lastenesels ist der Personentransport. Kinder - oder auch eine erwachsene Person, können leicht aufsteigen und nehmen sicher im Heck Platz. So werden Transportfahrten, gerade in der überfüllten Großstadt, zum entspannten Ausflug. Zwei Kinder finden Problemlos Platz. Kleinkinder im Kindersitz, der allerdings nicht über das Schnellverschlusssystem B’Clip befestigt werden kann. Größere Kinder auf bequemen Sitzbänken. Der Wechsel zwischen Sitzbank und Transportkorb geht dank B’Clip herausragend schnell. Wer hier im Alltag ständig wechseln muss, bekommt durch dieses System ein stressfreies Handling.

Tipp für den Alltag: Der Heckträger ist genau auf die Maße von Euroboxen aus dem Baumarkt ausgelegt. Eine große Kiste füllt den Träger komplett aus und lässt sich so auf den Sitzpolstern recht sicher platzieren. Ideal für den Wocheneinkauf oder den Transport von größeren Gegenständen.

Zusätzlich hatten wir den optionalen Frontgepäckträger montiert, Kostenpunkt 24,99 Euro. Auch hier lassen sich diverse Taschen oder Plattformen über B’Clip anbringen. Das macht vor allem Sinn, um zusätzlich zu zwei Kindern im heck noch etwas Gepäck unterzubringen. Systembedingt finden direkt vor dem Lenker große Taschen oder Rucksäcke etwas schwerer Platz. Doch im Alltag war der Frontlader auf jeden Fall eine große Hilfe.

Der Motor - stark genug?

Der Vision-Nabenmotor schiebt in “Lieferwagenmanier” eher gleichförmig. Das fühlt sich wenig aufdringlich, aber auch nicht besonders sportlich an. Bequem von A nach B kommen - das ist die Devise. Und das klappt wunderbar. Entsprechend ist schon der Eco-Modus relativ kraftvoll und man kommt in der Ebene kaum ins Schwitzen bzw. ist unbeladen schnell und locker auf 25 km/h Reisegeschwindigkeit. Obwohl Nabenmotoren in der Regel sehr leise sind, ist der Vision-Motor immer klar hörbar und gefühlt nicht leiser als zum Beispiel ein Mittelmotor von Bosch.

Angenehm ist die Anfahrhilfe, denn mit einem kurzen Hebeldruck nimmt das B’Twin auch vollbeladen unkompliziert Fahrt auf. Die kleine Daumenbewegung etabliert sich damit schnell in die Fahrgewohnheiten. Denn die Anfahrhilfe eliminiert damit die “Gedenksekunde”, die Nabenmotoren typischerweise benötigen, um auf den Pedaldruck zu reagieren.

Im flachen München waren Bergfahrten die Ausnahme - und auch nie länger als ein bis zwei Minuten. Wird es steiler, reichen die unteren Unterstützungsstufen nicht mehr aus. Mit vollem Schub sind kurze Berge aber auch vollbeladen kein wirkliches Problem. Etwas fester muss man aber schon in die Pedale treten. Wie das mit den nominell schwächeren 60 Newtonmetern im wirklich bergigen Gelände aussieht, kann dieser Test nicht beantworten. Echte Bergfahrten sind erfahrungsgemäß aber nicht die Spezialdisziplin von Nabenmotoren. Hier könnte das B’Twin an seine Grenzen kommen.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • unschlagbarer Preis
  • gute Fahreigenschaften
  • Felxible Transportoptionen mit Schnellverschluss (B’Clip)
  • sinnvolle Ausstattung und Zubehör

Schwächen

  • begrenzte Motor-Power für Berge
  • Ausstattung simpel, ohne Komfort-Highlights
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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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