Decathlon E Three 500 LastenradWas B’Twin am Longtail verbessert hat

Florentin Vesenbeckh

 · 11.10.2026

Für 2699 Euro bietet das B'Twin E Three 500 volle Alltagstauglichkeit für Familien. Stärke des Longtails ist der Kinder- und Personentransport.
Foto: Georg Grieshaber

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Decathlon schickt mit dem B’Twin E Three 500 bereits die dritte Version seines Longtails auf die Straßen. Wir klären, was der Sportartikel-Riese für die Saison 2026 an seinem beliebten Lastenrad verbessert hat und ob sich das Update lohnt.

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FAZIT der Redaktion

Evolution statt Revolution: Das E Three 500 entwickelt das R500E behutsam weiter. Wer mit dem älteren Modell glücklich ist, hat wenig Druck, unbedingt aufs neue Rad zu wechseln. Trotzdem gibt es relevante Verbesserungen: Das modulare Trägersystem und das Farbdisplay sind die klarsten Neuerungen; auch die Lichtanlage ist moderner geworden. Dazu kommt ein größerer Akku und ein nominell etwas stärkerer und in der Praxis geschmeidiger abgestimmter Motor. Schön, dass es das verbesserte Paket sogar zum günstigeren Preis gibt. Optionales Zubehör wie den Front-Gepäckträger müssen Kaufinteressenten allerdings mit einkalkulieren. - Florentin Vesenbeckh, stv. Chefredakteur BIKE Magazin


Das Decathlon B’Twin E Three 500 löst das R500E Longtail V2 ab. Wer nur das neue Farbschema sieht, übersieht die wichtigste Änderung: Decathlon macht das Lastenrad mit dem B’Clip-Zubehörsystem flexibler. Dazu kommen ein größerer Akku, ein Farbdisplay und ein leicht höheres Motordrehmoment. Ein radikal neues Rad ist es nicht. Wir vergleichen Vorgänger und Nachfolger des erfolgreichen Cargo-Bikes und erklären, welche Neuerung im Alltag tatsächlich zählt.

E Three 500 und R500E im direkten Vergleich

MerkmalR500E Longtail V2E Three 500 Altrosa
Akku laut Datenblatt672 Wh711 Wh
HinterradmotorVision, 58 NmVision, 60 Nm
DisplayLCDTFT-Farbdisplay mit digitaler Sperrfunktion
GepäcksystemHeckträger und FrontkorbB’Clip-ready-Heckträger, B’Clip-Frontträger separat erhältlich
Frontlicht80 Lux60 Lux mit automatischem Tag-/Nachtmodus
SchaltungMicroshift 8-GangMicroshift 6-Gang
Zuladung inklusive fahrender Person170 kg170 kg
Radgewicht38 kg39 kg
Preis2999 Euro zum Start des V2 im Jahr 20232699 Euro im deutschen Decathlon-Shop >> hier erhältlich

Größerer Akku: Auf dem Papier mehr Energie

Decathlon nennt für das E Three 500 711 statt 672 Wh, also rechnerisch 39 Wh oder knapp sechs Prozent mehr. Tatsächlich haben wir mit dem Neuling spürbar mehr Reichweite erfahren. Das liegt aber auch an einer neuen Motorabstimmung. Nominell ist der Nabenmotor im 2026er-Modell etwas stärker. Doch in der Praxis fällt zuerst der moderat abgestimmte Eco-Modus auf. Im Vorgängermodell war der Schub für Fahrten in der Ebene selbst im schwächsten Modus sehr prägnant. Das zieht unnötig Akku. Die Abstufung der neueren Version gefällt uns besser.

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Motor und Bedienung: Kleine Zahlenänderung, sichtbarer Display-Sprung

Der Vision-Motor bleibt im Hinterrad. Seine angegebene Drehmomentzahl wächst von 58 auf 60 Nm. Zwei zusätzliche Newtonmeter sind kein Beleg dafür, dass sich das beladene Rad am Berg spürbar anders fährt. Die Anfahrhilfe bis 6 km/h gab es bereits beim Vorgänger; auch das neue Modell bietet sie. Der spürbarste Unterschied steckt nach unserem Empfinden in der oben beschriebenen Abstimmung der Modi. Ein Fortschritt.

Ebenso greifbar ist das neue TFT-Farbdisplay mit digitaler Sperrfunktion. Das R500E V2 hatte ein LCD-Display, das sehr altbacken wirkte - und eher an eine Casio-Uhr aus den 90ern erinnerte. Das neue Farbdisplay ist ein guter Schritt nach vorne. Mit modernen E-Bike-Displays, die eine Navigationsansicht, Diebstahlalarm, Over-the air-Updates und Touch-Funktion bieten, kann auch die neueste Version nicht mithalten. Im Familienalltag ist das verschmerzbar.

Zumal ein USB-Anschluss zum Laden des Smartphones und eine Sperrfunktion mit vierstelliger PIN durchaus Mehrwert liefern. Die PIN-Sperre ist freilich keine vollwertige Diebstahlsicherung. Das Rahmenschloss bleibt weiter ab Werk an der Gabel verbaut, ideal für kurze Stops.

B’Clip: Der eigentliche Fortschritt beim Transport

Eine große funktionale Neuerung steckt nicht im Antrieb, sondern am Gepäckträger. Das E Three 500 ist für Decathlons neues B’Clip-Zubehör vorbereitet: Passende Komponenten lassen sich ohne Werkzeug und ohne zusätzlichen Adapter am dafür vorgesehenen Träger anklicken und wechseln. Das geht in Sekunden und das Zubehör kann mit einem Schlüssel gegen Diebstahl gesichert werden. Sitzkissen, Korb, Tasche, Transportbox und Kindersitz, das Zubehörprogramm ist vielfältig. Wer morgens Kinder und nachmittags Einkäufe transportiert, kann die Ladefläche so schneller anpassen. Das ist der deutlichste Unterschied zu den bisher üblichen Aufbauten des R500E.

Wichtig für den Preisvergleich: B’Clip-ready heißt nicht, dass die Module im Fahrradpreis enthalten sind. Auch der Frontträger ist nur separat erhältlich; das R500E V2 hatte serienmäßig einen Frontkorb. Wer vorne regelmäßig Gepäck fährt, sollte die benötigten Teile mit einkalkulieren. Einzelnes älteres Zubehör kann laut Decathlons weiterhin passen. Vorhandenes R500E-Zubehör deshalb nicht pauschal als unbrauchbar abschreiben, sondern die jeweilige Kompatibilität prüfen.

Die Neuerungen im Kurz-Check:

  • 711 statt 672 Wattstunden Akkukapazität
  • Farbdisplay mit USB-Port und Sperrfunktion
  • B’Clip Schnellverschluss für Zubehörteile
  • Rückleuchte mit Bremslicht-Funktion
  • Nur 6 statt 8 Gänge
  • 2699 statt 2999 Euro
  • Fußstützen und Gepäckträgerabdeckung aus witterungsbeständigem Kunststoff

Licht und Nutzlast: Nicht alles ist neu oder besser

Der neue Frontscheinwerfer hat 60 Lux und einen automatischen Tag-/Nachtmodus. Das R500E V2 war mit einem 80-Lux-Scheinwerfer ausgestattet. Die reine Lux-Zahl ist also gesunken. Dafür ist die neue Lampe solider integriert. Das verbessert nicht nur den Look, sondern auch den Sitz und die Stoßresistenz der Frontleuchte. Die Rückleuchte bekommt obendrein eine Bremslichtfunktion spendiert, was die Sicherheit nochmal erhöht.

Gleichgeblieben ist die Nutzlast und der grundsätzliche Aufbau des Cargo-Bikes. 170 Kilogramm Zuladung gelten einschließlich Fahrer oder Fahrerin und Passagieren, davon maximal 80 Kilogramm hinten und 10 Kilogramm auf der optionalen Frontplattform. Das Eigengewicht steigt von 38 auf 39 Kilogramm, das zulässige Gesamtgewicht damit von 208 auf 209 Kilogramm.​ Wer zwischen verschiedenen Longtail-Konzepten abwägt, findet in unserer Kaufberatung für Longtail-Lastenräder weitere Orientierung.

Mehr Haltbarkeit?

Auch das Material der Abdeckungen am Heckträger wurde verändert. Statt hellem Holz sind die Platten aus schwarzem witterungsbeständigem Kunststoff. Wer die klassische Holzoptik mag, könnte traurig sein. Doch leider waren die Holzplanken auf Dauer anfällig für Verwitterung. Das sollte bei den neuen Teilen kein Problem mehr sein. Und Optik und Haptik bleiben gut. Man hat nicht das Gefühl, mit Plastikteilen zu hantieren. Die neuen Bretter sind übrigens auch rückwärtskompatibel und können verwitterte Holzplanken an älteren Modellen ersetzen.

Klares Downgrade

Statt einer 8-Gang-Schaltung hat die Neuauflage nur noch 6 Gänge. Das ist im flachen Stadtverkehr zwar kein ernsthaftes Problem, aber definitiv ein Nachteil. Die Gangsprünge fallen damit größer aus, was vor allem sportlicheren Fahrern, die ihre Trittfrequenz gerne im Griff haben, negativ auffallen könnte.

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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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