Rose Backroad GRX 820 im TestDer Lastesel im Maßanzug

Dimitri Lehner

 · 22.09.2026

Auf Preis-Leistung getrimmt: das Rose Backroad in der schicken Farbe Lione Mane. Preis: 2999 €.
Foto: Wolfgang Papp

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Kantig, kräftig, clever: Das Rose Backroad 3.0 trägt Gepäck, schluckt Schotter und lädt sogar das Navi. Ein Sprinter ist es nicht. Dafür ein Gravelbike für fast alles.

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Ein Bike wie ein iPhone. Kantig, durchgestylt, schick. Die wuchtige Optik polarisiert. Manche vermuten im Rose sogar einen E-Motor, so massiv wirkt das Oversize-Unterrohr mit integriertem Staufach. Dafür bringt das Backroad jede Menge Nutzwert mit. Das Backroad (dt. Landstraße) ist längst mehr als ein Gravelbike: Rose hat damit einen deutschen Gravel-Dauerbrenner geschaffen. In der mittlerweile dritten Generation rückt das Carbon-Bike noch weiter von seinem Cyclocross-Erbe ab und hin zum komfortablen Langstrecken-Geländerad. Mit 9,8 Kilo ist das Backroad kein Leichtgewicht. Doch es ist eher die Optik, die das Bike schwer wirken lässt. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die serienmäßg mitgelieferte Rahmentasche. Per Magnet dockt sie fast von selbst am Rahmen an. Kein Gefummel mit Klettverschlüssen oder Riemen – klick, und sitzt. Auch das Cockpit ist sauber integriert und beherbergt eine USB-C-Buchse zum Laden von Smartphone oder Navi. Alles wirkt durchdacht bis ins Detail. Der Radstand ist mit 1037 Millimetern vergleichsweise kompakt, das Fahrverhalten aber ausgewogen. Bei einer Fahrergröße von 178 Zentimetern kamen wir mit dem Testrad in Größe Medium gut zurecht. Das Rose Backroad 3.0 ist z.B. aktuell hier reduziert erhältlich.

Mit Sicherheit: Sicherheit!

Sicher in Kurven, souverän bergab und gut kontrollierbar im Gelände – das Backroad hat alles im Griff. Nur beim Sprint macht sich das Gewicht bemerkbar. Gegen Cube und Radon wirkt es etwas behäbiger – kein ICE, ein Bummelzug aber auch nicht. Die gelungene Geometrie und das angenehme Cockpit bringen die Kraft effizient auf den Boden. Dazu kommen 45 Millimeter breite Reifen, die viel Grip und Komfort liefern. Wer es gröber mag, kann auf bis zu 54 Millimeter aufrüsten. Fürs Gelände-Rodeo spendiert Rose sogar eine Kettenführung. Beim 1x12-Antrieb setzt Rose wie Radon und Cube auf eine Kassette mit 10 bis 51 Zähnen. Damit lassen sich auch steile Rampen auf Touren problemlos erklimmen. Und das passt zum Charakter des Backroad: weniger Rennmaschine, mehr Alleskönner. Wer dagegen möglichst schnell über Feld- und Schotterwege fliegen möchte, findet im Backroad FF die sportlichere Alternative. FF steht für Fast Forward – und das ist Programm. Mehr Vortrieb, mehr Druck auf dem Pedal, aber auch mehr Belastung für Ballen und Handgelenke. Für Allroundeinsätze und Abenteuerfahrten ist das klassische Backroad deshalb die angenehmere Wahl. Dazu passt auch der leise Freilauf: Das Backroad muss nicht bei jedem Ausrollen verkünden, dass es gerade unterwegs ist.

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Gelb wie eine Löwennmähne

Unser Testbike in Taxi-Beige nennt Rose „Lion Mane“. Alternativ gibt es eine Variante in Grau und Rosé namens „Terra“. Lackierung hin oder her: Das Backroad bleibt ein Gravelbike ohne Allüren. Nicht das schnellste, nicht das leichteste, aber eines der vielseitigsten. Wer lange Strecken, oder Touren mit viel Gepäck liebt, dürfte mit diesem Graveller bestens beraten sein.

​Fazit Dimitri Lehner, BIKE-Testredakteur

Das Backroad 3.0 polarisiert mit seinem kantigen Oversize-Rahmen. Die einen feiern es als New-Age-Design, für andere ist die Brachial-Optik etwas „too much“. Äußerlichkeiten! Die Performance des Rose gefiel allen Testern.

Technische Daten im Überblick

KategorieDaten
Preis2900 Euro >> heir erhältlich
Gewicht9,83 kg
Rahmen / GrößenCarbon, XS bis XL, getestet: M
AntriebShimano GRX RX822, 1x12, 40 Zähne, Kassette 10-51 Zähne
BremsenShimano GRX RX820, 160/160 mm
Laufräder / ReifenRose G30 / Continental Terra Adventure TrailCasing Grip Compound, 45 mm
ReifenfreiheitBis 54 mm
Cockpit-ExtrasIntegrierte USB-C-Buchse
StauraumMagnetische Rahmentasche inklusive
Geometrie, Größe MRadstand 1037 mm, Lenkwinkel 71,2°
MesswerteFahrstabilität 10,2 N/mm, Komfort Heck 192 N/mm, Komfort Front 112 N/mm, Tretlagersteifigkeit 63 N/mm
VorteileNachteile
Sehr breiter EinsatzbereichMit 9,8 kg kein Leichtgewicht
Sicheres, souveränes HandlingBeim Sprint etwas behäbig
Hoher Komfort durch 45-mm-ReifenWuchtige Optik polarisiert
Clevere Details wie Magnettasche und USB-C
Große Reifenfreiheit bis 54 mm
Breite Übersetzung für steile Anstiege

Technische Daten


Rahmengrößen XS, S, M, M /L, L, XL

Geometrie

Sitz-/Ober-/Steuerrohr 501/553/137 Millimeter
Stack/Reach/STR 596/391 Millimeter/1,52
Stack+/Reach+/STR+ 666/567 Millimeter/1,17
Radstand/Lenkwinkel 1037 Millimeter/71,2°

Ausstattung

Antrieb/Schaltung Shimano GRX RX 822 (40, 10-51 Z.)
Bremsen Shimano GRX RX 820 (160/160 mm)
Reifen Continental Terra Adventure TrailCasing Grip Compound (45 mm)
Laufräder Rose G30
Laufradgewichte 1715/2356 Gramm (v./h.)

Messwerte

Gewicht Komplettrad 9830 g
Fahrstabilität 10,2 N/mm
Komfort Heck 192 N/mm
Komfort Front 112 N/mm
Antritt/Tretlagersteifigk. 63 N/mm

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Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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