Radon Regard 7.0 im TestLeichter Gravel-Sportler zum Kampfpreis

Dimitri Lehner

 · 25.09.2026

BIKE Kauf-Tipp
Radon Regard 7.0: Was wir unter einem klassischem Gravelbike verstehen. Relativ leicht, vortriebsstark, spritzig im Handling.
Foto: Foto: Wolfgang Papp
Mit 9,1 Kilo, Shimano-GRX-Antrieb und schickem Carbon-One-Piece-Cockpit ist das Radon Regard 7.0 ein sportlicher Gravel-Allrounder mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 2199 Euro liefert es viel Vortrieb und hohen Spaßfaktor, verlangt im ruppigen Gelände aber Kompromisse beim Komfort.

Themen in diesem Artikel

Sportliche Optik, starkes Cockpit

​Die Rheinländer sind bekannt für ihre aggressive Preispolitik. Als wir das Bike zum Test anforderten, kostete das Regard 7.0 noch 2599 Euro. Aktuell hat Radon den Preis auf 2199 Euro reduziert und macht das Bike damit zum echten Schnapper. Hätte der Versender etwas früher den Rotstift angesetzt, wäre sogar das noch hochwertigere Regard 8.0 in den Test gerutscht – mit Srams Rival-XPLR-AXS-Funkschaltung, 13 Gängen und Newmen-Carbonlaufrädern. Wir sagen: Dieses Modell sollte man unbedingt in Betracht ziehen. Es ist noch leichter und sprintstärker – ein Hammer-Angebot! Aber auch das Regard 7.0 macht eine gute Figur. Besonders auffällig: Als einziges Bike im Testfeld verfügt es über ein One-Piece-Cockpit aus Carbon, bei dem Lenker und Vorbau zu einer Einheit verschmelzen. Das verleiht dem Rad eine schnelle, aufgeräumte Optik – manche würden sogar von Sexappeal sprechen. Der Lenker liegt dank seines abgeflachten Profils angenehm in der Hand. Mit 400 Millimetern fällt er im Testfeld am schmalsten aus, bietet aber dennoch ausreichend Hebel beim Beschleunigen. Zudem besitzt er wenig Drop, um leicht in den Unterlenker zu wechseln, und genügend Flare, damit die Bremshebel dort besonders ergonomisch erreichbar bleiben.

Ein Allrounder mit Kletterreserven

„Sportlicher Allrounder“ nennt Radon das einzige Carbon-Gravelbike in seinem Portfolio – und trifft den Charakter des Bikes damit ziemlich genau. Vier Modelle umfasst die Baureihe, die Preise reichen von 2199 bis 3999 Euro für das Topmodell. Alle teilen sich die cleane Optik mit voll integrierter Kabelführung und Einfach-Antrieb. Im Testbike wird die 12-Gang-Schaltung mechanisch betätigt. Die Kassette mit 10 bis 51 Zähnen sorgt zwar für etwas gröbere Gangsprünge, hält dafür aber auch besonders kleine Gänge in petto, damit man selbst an steilen Rampen nicht kleben bleibt. Wer allerdings überwiegend im flachen Norden unterwegs ist, wird mit der Übersetzung nicht uneingeschränkt glücklich. Die 45 Millimeter breiten Continental-Reifen erschienen uns vollkommen ausreichend. Laut Hersteller finden im Regard jedoch auch Pneus mit bis zu 50 Millimetern Breite Platz. Das würde den Fahrkomfort in ruppigem Gelände nochmals erhöhen.

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Spritzig auf klassischen Gravel-Runden

Das Regard ist wie gemacht fürs klassische Gravelbiken. Sprich: Feldwege und zahmes Gelände. Hier glänzt das Rad mit spritziger Beschleunigung. Mit knapp über neun Kilo muss es sich beim Gewicht nur dem Cube geschlagen geben. Super: Das Regard fährt schön leise, und die Waldbewohner danken es einem, wenn beim rasanten Downhill der Freilauf nicht wie eine Kettensäge röhrt. Weil die mäßigen Komfortwerte die Gesamtnote drücken, wurde das Regard durch unser Testsystem etwas abgestraft. Das ist schade, denn die subjektiven Fahreindrücke der Tester passen da nicht recht dazu. Das sportliche Radon bereitete uns viel Spaß und spornte uns regelrecht dazu an, aus dem Sattel zu gehen und loszusprinten.

​Fazit Dimitri Lehner, BIKE-Testredakteur

Das Radon trifft genau meine Definition von Gravelbiken. Das Rad fühlt sich leicht an, beschleunigt spritzig und begeistert mit einem agilen Handling. Besonders schick: das Cockpit. Für mich das Bike mit dem höchsten Fun-Faktor.
KategorieDaten
Preis2199 Euro
Gewicht9070 g
RahmengrößenXS, S, M, L, XL
RahmenCarbon, integrierte Kabelführung
Antrieb/SchaltungShimano GRX 820, 1x12, 40 Zähne / 10-51 Zähne
BremsenShimano GRX 820, 160/160 mm
LaufräderNewmen Evolution SL.X.R.25
ReifenContinental Terra Speed TR, 45 mm
Maximale Reifenbreite50 mm laut Hersteller
Laufradgewicht1507 g vorn / 2228 g hinten
Geometrie, Größe MSitzrohr 500 mm, Oberrohr 560 mm, Steuerrohr 150 mm
Radstand/Lenkwinkel1040 mm / 71,5°
Fahrstabilität7,9 N/mm
Komfort Heck/Front198 N/mm / 116 N/mm
Tretlagersteifigkeit62 N/mm
PluspunkteOne-Piece-Cockpit, Preis, Beschleunigung, stimmiges Gesamtkonzept
MinuspunkteWeniger Laufruhe und Komfort im ruppigen Gelände

Technische Daten

Info radon-bikes.de
Rahmengrößen XS, S, M, L, XL

Geometrie

Sitz-/Ober-/Steuerrohr 500/560/150 Millimeter
Stack/Reach/STR 593/387 Millimeter/1,53
Stack+/Reach+/STR+ 663/539 Millimeter/1,23
Radstand/Lenkwinkel 1040 Millimeter/71,5°

Ausstattung

Antrieb/Schaltung Shimano GRX 820 (40, 10-51 Z.)
Bremsen Shimano GRX 820 (160/160 mm)
Reifen Continental Terra Speed TR (45 mm)
Laufräder Newmen Evolution SL.X.R.25
Laufradgewichte 1507/2228 Gramm (v./h.)

Messwerte

Gewicht Komplettrad 9070 g
Fahrstabilität 7,9 N/mm
Komfort Heck 198 N/mm
Komfort Front 116 N/mm
Antritt/Tretlagersteifigk. 62 N/mm 1,0

Was ist gut, was nicht?

+ schickes One-Piece-Cockpit Gesamtkonzept, Preis Beschleunigung
- fehlende Laufruhe im Gelände

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Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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