Florentin Vesenbeckh
· 30.07.2026
Das ist weit mehr als ein Facelift! Mit dem Umstieg vom Mahle-X20-Nabenmotor auf den hochwertigen TQ HPR 60 Mittelmotor stellt Mondraker sein E-Gravelbike auf komplett neue Beine. Damit wird das Rad kräftiger und mit den großen Akkus auch ausdauernder. Für lange Berge oder Bikepacking ist das ein wichtiges Update. Die Preise für das Carbon-Bike fallen allerdings gesalzen aus.
Als Mondraker 2023 mit dem ersten Dusty sein Debüt im E-Gravel-Segment feierte, war das für den spanischen Mountainbike-Hersteller ein ungewohntes Terrain. Das Bike schlug damals hohe Wellen – nicht zuletzt, weil es sich deutlich von dem unterschied, was andere Hersteller zu dieser Zeit unter einem E-Gravelbike verstanden. Vier Jahre später legt Mondraker mit einer vollständig überarbeiteten zweiten Generation nach. Das neue Dusty soll dabei nicht mehr nur ein E-Gravelbike sein, sondern eine breitere Kategorie bedienen, die der Hersteller selbst schlicht „All-Round" nennt. Im Zentrum des neuen Dusty steht der TQ-Motor HPR 60 (hier im Test), der den Nabenmotor X20 von Mahle ablöst.
Die Basis des neuen Modells bildet ein vollständig neu entwickelter Carbon-Rahmen. Er wurde nach eigenen Angaben nicht von einer bestehenden Plattform abgeleitet, sondern von Grund auf neu konstruiert – mit dem Ziel, Steifigkeit und Fahrstabilität mit Fahrkomfort zu verbinden. Das Gewicht des Rahmens gibt Mondraker mit 1.710 Gramm an, die dazugehörige Carbon-Gabel bringt weitere 490 Gramm auf die Waage. Zusammen ergibt das ein Systemgewicht von 2.200 Gramm in Größe M/L – ein Wert, der im Segment der motorisierten Allroad-Bikes durchaus bemerkenswert ist.
Praktisch gedacht: Die Gabel wurde mit derselben Einbaulänge wie eine Federgabel mit 40 mm Federweg (im Sag) konstruiert. Wer zu einem späteren Zeitpunkt auf eine Federgabel umrüsten möchte, muss keine Änderungen an der Geometrie in Kauf nehmen. Ebenfalls vorgesehen sind eine Seitenständer-Aufnahme sowie Kompatibilität mit Schutzblechen – Letztere sind separat erhältlich und ausschließlich auf Mondraker-eigene Produkte ausgelegt.
Als Antriebseinheit setzt Mondraker beim neuen Dusty auf den TQ HPR60. Der Motor liefert bis zu 60 Nm Drehmoment, eine Spitzenleistung von 350 Watt und unterstützt bis zu 200 Prozent. Mit 1,9 Kilo Gewicht und sehr kompakter Bauform gehört er zu den leichtesten und schlankesten Mittelmotoren am Markt. Noch deutlich dezenter, leichter und schwächer fällt der HPR 40 von TQ aus - doch Mondraker setzt auf etwas mehr Motorunterstützung statt maximalen Minimalismus.
Je nach Modellvariante ist das Dusty mit einem 580-Wh- oder einem 360-Wh-Akku ausgestattet. Die große Variante ist für ein E-Gravelbike eher üppig dimensioniert. Auf bergigen Touren oder gar beim Bikepacking mit viel Gepäck gibt das ordentliche Reserven. Beide Akku-Varianten sind vollständig im Unterrohr verbaut. Eine schnelle Entnahme zum Lagern oder Laden ist nicht vorgesehen. Durch die hohe Akku-Kapazität fällt das Unterrohr voluminöser aus, als beim Vorgänger. Wer noch mehr Reichweite benötigt, kann einen 160-Wh-Range-Extender im Fidlock-Flaschenhalter-Format nachrüsten, der in eine der Flaschenhalter-Positionen eingesteckt wird und sich nahtlos in das System integriert.
Das Dusty wird in insgesamt vier Ausführungen angeboten. Neben drei klassischen Drop-Bar-Versionen gibt es vom Einstiegsmodell Dusty S auch eine Flatbar-Variante – ausgestattet mit einem Flatbar-Lenker und einer Dropper-Sattelstütze. Diese Konfiguration richtet sich an Fahrer, die eine aufrechte Sitzposition bevorzugen oder das Bike auch abseits klassischer Gravel-Strecken und im Alltag einsetzen möchten.
Preislich geht’s bei 5499 Euro los - für das Dusty S mit kleinerem 360-Wh-Akku. Der Preis bleibt bei Drop- oder Flatbar identisch. Mit 580er-Akku kostet das Dusty S 5999 Euro. Die teureren Varianten R und RR kommen immer mit dem großen Akku für 6999 bzw. 8999 Euro.
Bei den höherwertigen Varianten RR und R ist das Schaltwerk direkt per integriertem Stromkabel an den Hauptakku angebunden, sodass kein separater AXS-Akku am Schaltwerk benötigt wird. Das Dusty RR nutzt zudem das SRAM Force HRD-Schaltsystem, bei dem der Moduswechsel des Motors über ANT+ und die integrierten Bonustasten des Schalthebels erfolgt – ohne zusätzliche Remote-Hardware. Das neue Dusty ist ab sofort verfügbar.

Redakteur CvD
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