Die diesjährige Bespoked stand voll im Zeichen der Gravelbikes: Dropbars und leicht profilierte Reifen, wohin das Auge blickt. Doch es wäre keine Messe für individuellen Rahmenbau, wenn diese Reifen im Jahre 2026 nicht oft in der neuen Dimension 32 Zoll daherkämen. Egal ob 32, 29 oder 28 Zoll, Fahrgestell aus Stahl oder Alu: Wir waren bei der Bespoked vor Ort und haben uns die schönsten Gravelbike-Perlen der Messe herausgepickt. Bei so viel Exklusivität können selbst eingefleischte Technik-Freaks nur staunen.
Gravelbikes sind eine der beliebtesten Kategorien der Szene für individuellen Rahmenbau. So zeigte fast jeder zweite Aussteller des Bespoked ein Gravelbike-Highlight: randvoll mit handwerklicher Perfektion und leidenschaftlicher Hingabe zum Radfahren. Fünf davon präsentieren wir in diesem Artikel. Fans einzigartiger Gravelbikes sollten aber auch die nächsten Tage und Wochen noch die Augen offenhalten. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Stefano und Horst von Cybercycles haben ein Faible für den Style der 80er und 90er Jahre. Deshalb zaubern sie immer wieder Kurbeln, Vorbauten, Gabeln und eben auch Rahmen in Retro-Optik. Vor 40 Jahren hätte sich aber wohl noch niemand erträumen lassen, dass irgendwann einmal Gravelbikes auf 32 Zoll Laufrädern Trend werden würden. Auf der Bespoked zeigt Cybercycles eine abgewandelte Version des Stahl-Gravelbikes Grawumm mit den neuen Riesenrädern und nennen es “Grawall”. Auch wenn die Optik klassisch wirkt, ist das Showbike mit 3D-gedruckten Lösungen und CNC-gefrästen Details voll auf dem neusten Stand der Technik. Natürlich trägt das handgefertigte Grawall 32” die eigenen cleanen Anbauteile aus Stahl. Highlight für Metall-Fans: die nur 495 Gramm leichten Cyber Cranks GR.
Die griechischen CNC-Spezialisten brachten ein besonders spannendes Gravelbike mit zur Bespoked. Das neue Dryad besteht vollständig aus CNC-gefrästem Aluminium. Über die Anordnung der ausgefrästen Streben kann Aper die Steifigkeit verschiedener Rahmen individualisieren und auf den Fahrer anpassen. Doch nicht nur das: Am Übergang von Sitzstreben zu Sitzrohr versteckt sich ein Flex-Punkt mit verschraubter Buchse. Diese soll auf rauen Schotterpisten den Sitzkomfort erhöhen. Auch die einzelnen Rahmenteile werden miteinander verschraubt. Trotz lokaler Fertigung in Griechenland bleibt der Preis ab 1500 Euro fürs Rahmenset äußerst kompetitiv. Aper gibt für den Rahmen 1700 und für die Gabel 740 Gramm an.
Natürlich lässt es sich Profi-Tuner Dangerholm nicht nehmen auf der Bespoked erneut ein bis ins letzte Detail optimierte Showbike zu präsentieren. Das Gravelbike ist das Ergebnis einer Kooperation mit dem schwedischen Gitarrenbauer Strandberg und erstrahlt im selben Lack, wie das dazugehörige (und natürlich ebenfalls extraleichte) Musikinstrument. Ausgangsbasis war ein Scott Scale Hardtail-Mountainbike Rahmen, den Dangerholm mit einem superkurzen Vorbau und einem Dropbar kombiniert. Spannend: Auch das Bike soll seinen ganz eigenen Klang haben. So wurde ein lautloser Nabensatz von Onyx mit Textilspeichen kombiniert, die an die Saiten der Gitarre erinnern sollen und sogar die Brakestuff-Bremsscheiben wurden nach ihrem Klang beim Bremsen ausgewählt. Mit einer Prototypen-Carbonkurbel von Darimo und neuen Aero-Carbonfelgen von R2 bringt es das Einzelstück auf gerade einmal 8,85 Kilo.
Curve nahm den langen Weg aus Australien auf sich, um an der Bespoked teilzunehmen. Dort zeigte das Label die neuste V2-Version ihres Big Kev of Steel mit 32 Zoll Laufrädern. Der Prototyp trägt eine neue Stahl-Gabel, welche das Handling im Vergleich zur ersten 32er Version verbessern soll. In ihr versteckt sich ein Flip-Chip, mit dem das Offset abgeändert werden kann. So können verschiedene Konfigurationen mit dem neuen Laufradstandrad getestet werden. Den handgemachten Stahlrahmen in Größe Medium nutzt Cheffentwickler Jimmy Rostlund aktuell, um Erfahrungen mit 32 Zoll zu sammeln. Seiner Meinung nach spräche nichts dagegen das Big Kev of Steel selbst in Größe XS eines Tages auf 32 Zoll zu stellen.
Für einen über zwei Meter großen Kunden fertigte Sour diese Sonderversion des Purple Pie Gravelbikes. Im Verhältnis zu den regulären Rahmengrößen würde das Einzelstück Größe XXXXL entsprechen. Zwecks passender Dimensionen rollt das riesige Bike auf 32 Zoll Carbon-Laufrädern von Nextie. Im Rahmen liegt eine Getriebeschaltung von Pinion. Angetrieben wird das Purple Pie über einen Gates-Riemen. Ein Nabendynamo liefert die Energie für die Lichtanlage. Natürlich erstrahlt der Stahlrahmen in einer knalligen zweifarbigen Sonderlackierung. Dank lokaler Produktion in Dresden dürfte Sour wohl die kürzeste Anreise zur Bespoked gehabt haben.
Wie seht ihr das: Welches ist eurer Meinung nach das schärfste Gravelbike der Bespoked 2026? Schreibt es uns in die Kommentare!

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