Fahrradmarkt 2026E-Bike-Produktion wächst leicht

Kristian Bauer

 · 07.09.2026

Fahrradmarkt 2026: E-Bike-Produktion wächst leicht
Der deutsche Fahrradmarkt zeigt im ersten Halbjahr 2026 eine leichte Erholung. Die Fahrradproduktion stieg um 6 Prozent, der Absatz um 10 Prozent. Bei E-Bikes legte die Produktion um 4 Prozent zu, der Verkauf um 2 Prozent. Gravelbikes und Einstiegs-Mountainbikes verzeichnen steigende Nachfrage. Unklar ist wie sehr die Insolvenzen zur Belastung werden.

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Ein klares Signal der Branchenerholung gibt es noch nicht: Aus Asien gibt es kein klares Signal und in Europa belastet die Accell-Insolvenz. Doch immerhin gibt es jetzt positive Zahlen aus dem deutschen Fahrradmarkt. Nach schwierigen Jahren meldet die Fahrradindustrie wieder leichtes Wachstum. Die ZIV-Halbjahresbilanz dokumentiert steigende Zahlen in Produktion und Verkauf. Händler haben Lagerbestände reduziert und bestellen kontrolliert nach. Der Export entwickelt sich positiv.

Die Fahrradproduktion erreichte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 6 Prozent. Der Absatz kletterte um 10 Prozent. Bei E-Bikes fiel das Wachstum moderater aus: Die Produktion stieg um 4 Prozent, die Verkaufszahlen um 2 Prozent. Die Produktion von Fahrrädern und E-Bikes ist insgesamt von 1.370.000 auf 1.440.000 gestiegen, im Verkauf von 2.200.000 auf 2.320.000. Allein der Verkauf von Fahrrädern schlägt dabei mit rund 100.000 zu Buche. Händler agieren weiterhin vorsichtig bei Bestellungen, konnten aber gleichzeitig überschüssige Lagerbestände größtenteils abbauen. Gravelbikes gewinnen im mittel- und niedrigpreisigen Segment an Bedeutung. Einstiegs-Hardtail-Mountainbikes verzeichnen wieder leicht steigende Absatzzahlen.

Fahrradmarkt und Export

Der Export von Fahrrädern und E-Bikes zog wieder an. Die Ausfuhren liegen mehr als 6 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die Mitgliedsunternehmen des ZIV exportieren jährlich 1,4 Millionen Fahrzeuge. Rund 90 Prozent der in Deutschland produzierten Fahrräder und E-Bikes stammen von den 140 Mitgliedsunternehmen des Verbandes. Burkhard Stork, Geschäftsführer des ZIV, bewertet die Entwicklung auf dem Fahrradmarkt positiv. Die Talsohle liegt seiner Meinung nach hinter der Branche, der Markt komme wieder in Bewegung. Die Nutzung von Fahrrad und E-Bike steige kontinuierlich, der Markt bleibe langfristig stabil.

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Service und Aftermarket

Die Werkstätten der Fachhändler melden eine sehr gute Auslastung. Der Bedarf an Reparatur und Service bleibt hoch. Der Fachkräftemangel stellt die Branche vor Herausforderungen, da qualifiziertes Personal fehlt. Der Aftermarket entwickelt sich positiv: Verschleißteile und Zubehör verzeichnen deutliche Zuwächse.

​Gemischte Signale aus Taiwan

Wichtige Indikatoren für die langfristige Marktentwicklung sind die Berichte der Fahrradproduzenten in Taiwan. Die Giant Group berichtete von einem Rückgang bei Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr. Allerdings war im zweiten Quartal ein deutlicher Anstieg bei der Nachfrage und damit dem Umsatz spürbar. Meridas Umsatz im ersten Halbjahr sank gegenüber dem Vorjahr um 13,2 Prozent. Auch Merida spürte aber im zweiten Quartal einen Anstieg der Nachfrage. Ideals Umsatz im ersten Halbjahr ging um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück und das Unternehmen musste erneut Verluste verbuchen. Giant erklärte, es sei „vorsichtig optimistisch“ hinsichtlich des restlichen Geschäftsjahres. Der Lagerbestand in Europa habe sich deutlich erholt und nähere sich einem normalen Niveau an.

Insolvenzen belasten Fahrradmarkt

Weiterhin für Probleme sorgen aktuelle Insolvenzen. Die erneute Insolvenz von Simplon zeigt, dass auch Unternehmen aus dem sportlichen Fahrradbereich dauerhaft in Schwierigkeiten geraten können. Aufgrund der überschaubaren Größe hat das aber keine große Bedeutung für den Gesamtmarkt. Für den allgemeinen Markt relevant ist die Insolvenz der Accell Gruppe. Mit ihren Tochterunternehmen bildet sie große Stückzahlen im Markt ab. Der europäische Fahrrad- und E-Bike-Hersteller (Haibike, Ghost, Lapierre, Raleigh u.a.) verkaufte 2022 als 845.000 Räder und erzielte damit einen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro. Die Accell Group ist europäisches Branchengewicht bei E-Bikes und nach eigenen Angaben zweitgrößter Anbieter von Fahrradteilen und Zubehör. Der weitere Verlauf des Insolvenzverfahrens wird Auswirkungen auf den Fahrradmarkt in Europa haben.

Positive Signale von Bike24

Bereits im August hatte der Online-Händler Bike24 positive Geschäftszahlen gemeldet. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte Bike24 den Umsatz auf 166,9 Mio. Euro was einem Wachstum von 20,8 Prozent entspricht. Dabei beobachtete das Unternehmen eine ansteigende Nachfrage bei Kompletträdern, “insbesondere in den Bereichen der Gravel- und Rennräder.” Auch für das Gesamtjahr ist der Online-Händler positiv gestimmt: “Das Unternehmen erwartet weiterhin einen Umsatz zwischen 318 Mio. und 332 Mio. Euro sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 16 Mio. und 20 Mio. Euro.”

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Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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