Adrian Kaether
· 11.07.2026
Schlankes und aufs wesentliche reduziertes Urban E-Bike mit fairem Preis. Praktischer Wechselakku und Gepäckträger. Haltbar und wartungsarm aber kein Komfort-Wunder. Wer beim Alltagsrad darüber hinwegsehen kann, kann bedenkenlos zuschlagen.
| Preis | 2,40 € |
| Gewicht | 22.3 kg |
| Motor | Bafang Nabenmotor H305 |
| Akku | Bafang 360Wh |
| Schaltung | Tektro E-Drive |
Was braucht ein City-E-Bike wirklich? Robuste Technik und wenig Schnickschnack, das ist der Ansatz von Yuccie Bikes. Hinter der neuen Marke aus Hamburg steckt Bergamont-Gründer Stefan Berkes. Das Yuccie hat ein minimalistisch stylisches Konzept wie Ampler (insolvent), Vanmoof und Co. Der niedrige Preis und vor allem die leicht herausnehmbare Batterie machen das Yuccie aber besonders spannend. Sonst haben reduzierte Urban-Bikes fast immer einen festen Akku. Ein GPS-Tracker als Diebstahlschutz soll optional noch kommen.
Eine Federgabel fehlt beim Yuccie übrigens bewusst. Für ein wartungsarmes Urban Bike der richtige Ansatz. Denn Gabeln an günstigen E-Bikes bringen ohnehin kaum Komfort und verschleißen schnell, gerade wenn das Rad bei jedem Wetter draußen steht. Die Starrgabel ist leichter, günstiger und kann kaum kaputt gehen.
Angetrieben wird das Yuccie von einem Nabenmotor von Bafang mit relativ kräftigen 55 Nm Drehmoment. Der Motor ist schön leise und für die Stadt sind die fünf Unterstützungsstufen wie auch die Leistung selbst fast schon etwas viel des Guten. Aber Haben ist besser als brauchen. Und so kann man mit dem Yuccie entspannt auch moderate Steigungen angehen.
Das Monochrome Display liefert die wichtigsten Infos. Der Akku ist per Schlüssel gesichert und klappt nach unten aus dem Unterrohr. Je nach Unterstützungsstufe und Fahrergewicht sind im Stadtbetrieb rund 50 Kilometer Reichweite auf einer Akkuladung realistisch, ohne zu sehr auf Sparflamme zu fahren. Größter Kritikpunkt am E-System ist die hakelige Bafang App. Wer einfach nur fahren will und auf Technik Schnick-Schnack keinen Wert legt, kommt aber auch gut ohne zurecht.
Die Nachteile des Rades: Der Alurahmen ist eher steif als komfortabel. Der Mittelständer nicht unser Favorit. Der gekröpfte Lenker und die breiten Reifen bringen trotz wartungsarmer Starrgabel aber einige Annehmlichkeiten. Man sitzt aufrecht. Wer den Reifendruck etwas absenkt, kommt auch mit Bodenwellen und Bordsteinkanten gut zurecht.
Das Fahrverhalten des Yuccie ist angenehm direkt. Der Gepäckträger trägt trotz nur 15 Kilo Freigabe auch schwere Taschen souverän und die Alu-Bleche, verschliffene Nähte und die Litemove Lampe wirken wertig. In dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Auch die Tektro-Bremsen und gerade die Tektro E-Schaltung haben uns mit weicher aber definierter Funktion positiv überrascht. Die neun breit abgestuften Gänge sind für die Stadt perfekt gewählt.
Klar ist: Wer Kette fährt, muss ab und zu schmieren und putzen. Wer das nicht will, bekommt das Yuccie für 100 Euro Aufpreis auch mit Riemenantrieb. Dann entfällt allerdings die praktische Übersetzungsbandbreite der Kettenschaltung. Für flache Städte wie Hamburg und München kein Problem. Wer in hügeligem Gelände wohnt, sollte lieber zur Kettenvariante greifen. So oder so ein starkes Stadtrad zum fairen Preis.

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