Ampler BikesPionier für smarte E-Bikes insolvent

Adrian Kaether

 · 21.05.2026

Ampler Bikes: Pionier für smarte E-Bikes insolventFoto: Georg Grieshaber
Mit Ampler soll die nächste innovative E-Bike Schmiede Insolvenz angemeldet haben.
Der estnische E-Bike-Hersteller Ampler hat mehreren Medienberichten zufolge Insolvenz angemeldet. Bestehende E-Bikes sollen weiter funktionieren, der Kundensupport steht jedoch nicht mehr zur Verfügung. Auch Garantien und Versicherungsprogramme sind vom Verfahren betroffen.

Themen in diesem Artikel

Es ist eine bittere Pille: Der estnische E-Bike Hersteller Ampler hat Insolvenz angemeldet. Das berichten mehrere Medien und verweisen auf eine automatisierte E-Mail, die an Kunden versendet wurde. Ampler galt als einer der Hoffnungsträger für smarte E-Bikes. Noch letztes Jahr hat das neue Ampler Nova einen Eurobike-Award abgeräumt. Auch wir waren im Test vom optisch dezenten und per USB-C aufladbaren City E-Bike angetan.

Ampler Bikes bestätigt in einer automatisierten Kundenmail den Eintritt in ein Insolvenzverfahren. Die Anmeldung sei rechtlich verpflichtend geworden, nachdem eine Fortführung des Geschäftsbetriebs nicht mehr möglich gewesen sei. Das Unternehmen verweist auf schwierige Marktbedingungen, wirtschaftlichen Druck und langfristige Auswirkungen von Qualitätsproblemen bei früheren Modellen.

Berliner Mietstreit als Auslöser

Die Lage spitzte sich laut Ampler im vergangenen Monat durch einen langwierigen Streit um die Mietfläche des Berliner Showrooms zu. Der Konflikt habe das Unternehmen zu einem kritischen Zeitpunkt unter erhebliche finanzielle Restriktionen gesetzt. Auch andere E-Bike-Marken mit smarten, urbanen Rädern waren in letzter Zeit in Schieflage geraten. Als verhältnismäßig kleiner Player hat Ampler wohl nur wenige Prozent von dem umgesetzt, was Vanmoof und Cowboy am Markt durchsetzen konnten.

Support fällt weg

Bestehende E-Bikes funktionieren weiterhin normal. Ampler empfiehlt regelmäßige Wartung, das Sauber- und Trocknenhalten sowie die Kontrolle von Verschleißteilen wie Reifen, Bremsbelägen, Kette und Antrieb. Handbücher und Self-Service-Materialien wie Videos bleiben online verfügbar. Räder, die bereits in den Showrooms in Arbeit sind, sollen fertiggestellt und zurückgegeben werden.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Standard-Bauteile können natürlich über normale Fachhändler ersetzt werden, aber der reguläre Kundensupport steht nicht zur Verfügung. Bestehende Vereinbarungen mit Servicepartnern sind vom Insolvenzverfahren betroffen. Eigene Ersatzteile kann Ampler aktuell nicht direkt bereitstellen. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben mit dem Insolvenzverwalter an Lösungen für Wartung und Support über Drittpartner. Programme wie Garantien und Versicherungen sind vom Verfahren betroffen und derzeit ebenfalls nicht mehr verfügbar.

BIKE-Einschätzung zur Ampler Insolvenz

In einer angespannten Situation in der Fahrrad-Branche trifft es mit Ampler den nächsten Hersteller. Bitter ist das für die Kunden. Gerade smarte E-Bikes können ohne App und Support einen wichtigen Teil ihrer Funktionalität verlieren. Amplers Ideen bleiben trotzdem gut. Nachdem auch Marken wie Vanmoof nach zwischenzeitlicher Insolvenz zurück am Markt sind, kann man hoffen, dass sich für Ampler ebenfalls ein passender Investor findet.

Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

Meistgelesen in der Rubrik Über Uns